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Haschisch-Boss in Tanger gefasst: Ende der Jagd auf Europas Drogenboss

Archivfoto der spanischen Nationalpolizei.
Archivbild der spanischen Nationalpolizei. -  Copyright  X: Policía Nacional
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Von Maria Muñoz Morillo
Zuerst veröffentlicht am
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Nach langen Ermittlungen hat die Spaniens Polizei einen Drogenring zerschlagen, der mutmaßlich tausende Kilo Haschisch aus Marokko schleuste. Bei der Operation wurden 10,8 Tonnen sichergestellt.

Die spanische Polizei hat in Marokko den mutmaßlichen Boss einer kriminellen Organisation festgenommen. Der Mann stand nach Erkenntnissen der Ermittler an der Spitze eines der größten Haschisch-Schmuggelnetzwerke Spaniens - und Europoas. Er hatte seine Wohnung in einer Luxuswohnanlage in Madrid verlassen, kurz bevor die Nationalpolizei einen Großteil der Mitstreiter seine Bande fasste.

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Am 8. Oktober spürten spanische Beamte den Gesuchten in Tanger in Marokko auf, wo sie ihn auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls festnahmen. Der Zugriff wurde durch die enge polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit beider Länder ermöglicht.

Mit seiner Festnahme endete die letzte Phase eines Großeinsatzes: 86 Personen wurden festgenommen, 18 davon sind in Haft, und insgesamt 10,8 Tonnen Haschisch wurden sichergestellt. Die Organisation soll monatlich mehrere Tausend Kilo aus Marokko eingeschleust haben, um sie in Spanien und in weiteren europäischen Staaten zu verkaufen. Die Ermittlungen laufen weiter, die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.

Wie lebte das Gehirn hinter dem gesamten Netzwerk?

Nach Darstellung der Ermittler beschränkte sich der Hauptverantwortliche nicht darauf, Anweisungen zu geben, sondern steuerte die Logistik von Anfang bis Ende. Er verhandelte mit Lieferanten in Marokko, plante See- und Straßentransporte, kaufte Fahrzeuge und Immobilien, in denen die Drogen versteckt wurden, und koordinierte die Personen, die die Ware abholen, transportieren, bewachen und verteilen sollten.

Um den Gewinnen einen legalen Anschein zu geben und das Geld zu waschen, nutzte die Organisation laut Ermittlern mehrere Methoden: fingierte Kredite über Strohmänner, der Kauf von Luxusfahrzeugen und Immobilien, Scheinrechnungen von Briefkastenfirmen sowie erfundene Gehaltszahlungen.

Besonders auffällig ist der Fall des Bandenchefs selbst, der seit Jahren als Angestellter eines Grafikstudios geführt wurde. Er erhielt jeden Monat mehr als 5.000 Euro netto, ohne nach Erkenntnissen der Ermittler tatsächlich einer Arbeit nachzugehen.

Insgesamt führten die Ermittler 33 Durchsuchungen durch: 23 in Madrid, sieben in Guadalajara, zwei in Málaga und eine in Valencia. Neben 10.800 Kilo Haschisch und über 21,8 Kilo Marihuana stellten sie zwei Langwaffen, vier verbotene Waffen, 25 Fahrzeuge, 15 Luxusuhren und fast 466.000 Euro sicher.

Von den 86 Festgenommenen wurden 65 in Madrid gefasst, zehn in Guadalajara, fünf in Valencia, drei in Málaga und je eine Person in den Provinzen Burgos, Almería und Girona. Ihnen werden mutmaßlich Straftaten wie Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Drogenhandel und Geldwäsche zur Last gelegt.

Geheimes Netzwerk: Kommunikation über verschlüsselte Apps

Die Ermittler nahmen den Fall Anfang 2025 auf, als sie erfuhren, dass die mutmaßlich Verantwortlichen verschlüsselte Messenger-Plattformen nutzten, um ihre illegalen Geschäfte zu steuern. Über diese Apps organisierte die Führung die Einfuhr der Drogen über Spaniens Küsten und koordinierte ihren Transport nach Madrid. Dort lagerten sie die Ware in sogenannten Guarderías: unauffällige Mietwohnungen und Wohnanlagen, die als Lager dienten, um das Haschisch aufzubewahren und es anschließend in kleinere Chargen an Kleindealer zu verteilen.

Die erste wichtige Spur ergab sich Ende 2025, als Ermittler herausfanden, dass der Hauptverantwortliche eines dieser Lager in einer Wohnung im Madrider Stadtteil Las Tablas eingerichtet hatte, betrieben von seinen Komplizen. Dort stellte die Polizei mehr als 2,1 Tonnen Haschisch sicher.

Flucht des Bandenchefs: Ermittler nehmen Infrastruktur ins Visier

Im März 2026 traf eine erste Festnahmewelle Mitglieder der Führungsebene der Gruppe. Der Bandenchef konnte jedoch entkommen und tauchte unter. Von da an änderten die Ermittler ihre Strategie und konzentrierten sich auf das Netz der Lieferanten sowie auf die Transport- und Lagerstruktur, die der Organisation erlaubte, auch ohne sichtbaren Kopf weiterzuarbeiten.

Ende Juni flogen zwei weitere Lager auf. In einem Haus am Stadtrand von Madrid fanden die Beamten mehr als 960 Kilo Haschisch und über zwölf Kilo Marihuana-Blüten**.** In einer Wohnung in Sanchinarro beschlagnahmte die Polizei zusätzlich eine weitere Tonne.

Den größten Schlag setzten die Ermittler kurz darauf mit der Durchsuchung einer Industriehalle in Silla in der Provinz Valencia, in der 4,6 Tonnen Haschisch für den Transport nach Madrid bereitstanden. Eine Dachgeschosswohnung im Viertel El Cañaveral in der Hauptstadt diente ebenfalls als Umschlagsort.

In der Schlussphase durchsuchten die Beamten 13 Objekte in Madrid und Guadalajara und nahmen 29 Personen fest. Wenige Tage später fassten sie den Bandenchef in Tanger. Der Beschuldigte sitzt in Marokko in Untersuchungshaft, seine Auslieferung nach Spanien sollte bald erfolgen.

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