In Valencia hat die Guardia Civil eine Bande zerschlagen, die verschlüsselte Messenger und Paketdienste für Drogentransporte in Spanien und über 45 Länder nutzte. Die Polizei stellte 172,5 Kilo Drogen und 26.000 Euro Bargeld sicher.
Die Guardia Civil hat fünf Personen festgenommen, drei Männer und zwei Frauen. Sie sollen zu einer Organisation gehören, die in nationalen und internationalen Drogenhandel mit Basis in Valencia verwickelt ist. Nach Angaben der Sicherheitskräfte verschickte die Gruppe mehr als 172 Kilogramm Drogen in ganz Spanien und in 45 weitere Länder.
Die Ermittlungen begannen nach einem scheinbar kleinen Fund: In Ghana wurden 100 Gramm MDMA sichergestellt, die aus Valencia stammten. Von diesem Hinweis aus rekonstruierten die Beamten Schritt für Schritt eine deutlich komplexere Struktur. Diese umfasste unter anderem ein Labor in den Regionen La Costera und Canal de Navarrés.
Nach Angaben der Guardia Civil erhielt die Organisation ihre Bestellungen über verschlüsselte Messenger-Dienste. So wollten die Täter eine Überwachung durch die Polizei erschweren. Sobald eine Bestellung bestätigt war, bereitete die Gruppe die Drogen vor und verschickte sie als gewöhnliche Postpakete.
173 Kilo Drogen: Sendungen in 8 Länder, auch Australien und USA
Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler 172,5 Kilo verschiedener Substanzen. Sie waren bereits verpackt und für den Versand in Länder wie Italien, Ungarn, Rumänien, Australien, die Vereinigten Staaten, Thailand, Taiwan oder Sri Lanka bestimmt – sowie in zahlreiche weitere Staaten.
Im Einzelnen wurden sichergestellt:
- 116,5 Kilo Ketamin
- 18,4 Kilo Methamphetamin
- 6,9 Kilo Kokain
- 8,8 Kilo Haschisch
- 1 Kilo Heroin
- 20.000 Dosen LSDHinzu kommen 20,85 Kilo weiterer Substanzen, 25 Kilo Streckmittel und 41 Kilo Chemikalien zur Herstellung der Drogen.
Die Festnahmen erfolgten am 9. September, als die Guardia Civil mehrere Immobilien in Anna und Alcúdia de Crespins in der Provinz Valencia durchsuchte. Dort entdeckten und räumten die Beamten sowohl das Labor als auch den Bereich, in dem die Pakete vorbereitet und die Drogen versteckt wurden.
Bei den Einsätzen stellten sie außerdem 26.000 Euro in bar, Präzisionswaagen und verschiedenes Material sicher, das für die Herstellung und den Versand der Drogen genutzt wurde.
Seit 2025: 1.500 Sendungen
Den Ermittlungen zufolge nahm die Organisation ihre Tätigkeit im Jahr 2025 auf. Seitdem verschickte sie fast jede Woche internationale Sendungen und nutzte dafür unterschiedliche Paketdienste. Insgesamt soll die Gruppe rund 1.500 Pakete verschickt haben, die nahezu alle spanischen Provinzen und mehr als 45 Länder erreichten.
Die fünf Festgenommenen, alles spanische Staatsangehörige, sind zwischen 18 und 44 Jahre alt. Vier von ihnen sitzen inzwischen in Haft, die fünfte Person wurde unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Ihnen werden Drogenhandel, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Identitätsdiebstahl zur Last gelegt.
Die Operation leitete das Team für Organisierte Kriminalität und Drogen (EDOA), das mit internationalen Stellen zusammenarbeitete. In Rumänien und Ungarn stoppten die Behörden Pakete und nahmen den Empfänger einer der Sendungen fest. Mit den Niederlanden lief die Koordinierung über Europol. Der spanische Postdienst Correos unterstützte die Ermittlungen, indem er ausstehende Sendungen blockierte.