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BP-Gewinn vervierfacht: Iran-Krieg treibt Raffineriemargen, Schulden sinken

ARCHIV: Zapfsäule an einer BP-Tankstelle in London, am ersten August 2017
ARCHIV: Zapfsäule an einer BP-Tankstelle in London, am ersten August 2017 -  Copyright  AP Photo/Caroline Spiezio
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Von Quirino Mealha
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BP vervierfacht Gewinn Juli bis September, Krieg im Iran treibt Raffineriemargen und Ölpreise, senkt Schulden um acht Komma vier Milliarden Dollar vor Strategieupdate im Dezember.

BP hat den auf die Aktionäre entfallenden Gewinn im Zeitraum Juli bis September auf 4,7 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) gesteigert. Das ist das Vierfache der 1,16 Milliarden Dollar (1,04 Milliarden Euro) vor einem Jahr. Das Unternehmen erklärte am Freitag, der Iran-Krieg habe die Raffinerie- und Handelserträge in die Höhe getrieben.

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Der britische Öl- und Gaskonzern übertraf zudem die Prognosen der Analysten und senkte seine Nettoschulden um 8,4 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro), nur wenige Wochen bevor die neue Konzernchefin im Dezember ihre Strategie vorstellt.

Der bereinigte Gewinn nach Wiederbeschaffungskosten, an dem sich viele Anleger orientieren, hat sich fast vervierfacht und lag bei 8,5 Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) nach 2,2 Milliarden Dollar (1,96 Milliarden Euro). Damit übertraf BP die erwarteten 6,2 Milliarden Dollar (5,55 Milliarden Euro) deutlich.

In dieser Kennzahl sind Schwankungen beim Wert der Öl- und Kraftstoffbestände von BP sowie einmalige Effekte herausgerechnet. Dazu zählen Abschreibungen von 4 Milliarden Dollar (3,58 Milliarden Euro) in diesem Quartal, vor allem auf Bereiche, die BP als „transition businesses“ bezeichnet.

Wie die Konkurrenz profitierte BP von hohen Raffineriemargen, also der Differenz zwischen dem Preis für Rohöl und den Erlösen aus Produkten wie Diesel. Weil der Krieg die Treibstoffexporte aus dem Nahen Osten bremst, verdienen Raffinerien in anderen Regionen an dem knappen Angebot.

Konzernchefin Meg O'Neill, die im April übernommen hat, sprach von „einem starken Ergebnis, getragen von einem Umfeld mit höheren Preisen und höheren Margen“.

Die Nettoschulden sanken ebenfalls, von 22,3 Milliarden Dollar (19,9 Milliarden Euro) vor drei Monaten auf 13,9 Milliarden Dollar (12,4 Milliarden Euro). Dazu trug bei, dass BP im Februar seine Aktienrückkäufe aussetzte und überschüssige Barmittel zum Schuldenabbau nutzte. Das Unternehmen erklärte, es habe seine Ziele zur Reduzierung von Schulden und Kosten erreicht und halte die Quartalsdividende bei 8,66 Cent je Aktie stabil.

BP kündigte außerdem an, überschüssige Mittel vorrangig für die Begleichung der verbleibenden Verpflichtungen aus Deepwater Horizon zu verwenden, der Explosion 2010 und Ölpest im Golf von Mexiko, bei der elf Arbeiter starben. Vergangene Woche hatte der Konzern zugestimmt, die Zahlungen aus dem Vergleich über 16 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) an den US-Bundesstaat Louisiana zu beschleunigen.

O'Neill will ihre Strategie am 15. Dezember vorstellen. BP gilt seit Langem als hinter der Konkurrenz zurückgeblieben und hat seine Ausgaben für saubere Energien bereits gekürzt, um sich wieder stärker auf das lukrativere Öl- und Gasgeschäft zu konzentrieren. Auch die Wettbewerber Shell und TotalEnergies meldeten am Donnerstag kräftige Gewinne.

Die BP-Aktie lag im frühen Freitagshandel 0,3 Prozent im Plus.

Ölpreise: Lage am Markt

Die Nordseesorte Brent, die als weltweiter Referenzpreis gilt, kostete am Freitagmorgen rund 113,6 Dollar je Barrel. Das sind etwa 2,5 Prozent mehr als vor einer Woche, nachdem der Preis am Montag um mehr als 6 Prozent gefallen war, als die Diplomatie im Iran-Krieg offenbar an Fahrt gewann.

Damit liegt der Preis noch deutlich über den rund 72 Dollar je Barrel, die Brent erzielte, bevor der Iran-Krieg Ende Februar begann.

Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate lag bei etwa 104,2 Dollar je Barrel und damit rund 1,5 Prozent höher als vor einer Woche.

BP hat zudem den Ölpreis angehoben, mit dem der Konzern seine Vermögenswerte bewertet. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass Brent in diesem Jahr im Durchschnitt bei 87 Dollar je Barrel liegt, statt bisher 70 Dollar. Beide Werte sind inflationsbereinigt und in Preisen von 2024 angegeben.

BP rechnet damit, dass die Lieferunterbrechungen im Nahen Osten bis 2027 anhalten. Die Raffineriemargen dürften im Schlussquartal dieses Jahres nach Einschätzung des Unternehmens „auf hohem Niveau bleiben“.

Weitere Quellen • AFP

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