Die polnische Polizei hat einen 55-jährigen Russen festgenommen und in U-Haft gebracht. Nach Polizeiangaben fotografierte er im Auftrag eines fremden Geheimdienstes Bahnanlagen.
Der Mann flog zufällig auf. "Die Festnahme des 55-Jährigen erfolgte während verstärkter Polizeimaßnahmen, die direkt mit der Absicherung eines Fußballspiels auf dem Gebiet von Świdnica zusammenhingen", erklärte die Polizei.
Im Kommuniqué hieß es weiter, dass "diese Maßnahmen auch die Aktivitäten aggressiver Gruppen von Pseudo-Fans unterbinden sollten, daher patrouillierten die Beamten nach dem Spiel im Stadtgebiet und prüften, ob sich irgendwo Pseudo-Fans sammelten".
"Während des Einsatzes bemerkten sie jedoch eine beunruhigende Situation. In einem Pkw der Marke Volkswagen, der an einem ungesicherten Bahnübergang stand, saß ein Mann, der sofort zurücksetzte und davonfuhr, sobald er die Uniformierten bemerkte", berichtete die Polizei in Niederschlesien.
"Die Beamten fuhren in die gleiche Richtung und entdeckten in der Nähe eines Eisenbahnviadukts erneut dasselbe Fahrzeug. Der Mann stand neben dem Auto, wurde beim Anblick der Polizisten deutlich nervös und versuchte hastig, zurück ins Fahrzeug zu steigen."
Fotos von Zügen und Infrastruktur
Die Polizisten kontrollierten den Mann und stellten fest, dass "er professionelle Fotoausrüstung bei sich hatte, mit der er Aufnahmen von Zügen und von Eisenbahninfrastruktur machte".
Angesichts der in Polen geltenden Vorschriften und der aktuellen Bedrohungslage ergriffen die Uniformierten "weitere Maßnahmen in diesem Fall".
Der 55-Jährige kam auf die Polizeiwache. Bei der Auswertung der sichergestellten Geräte "fanden die Beamten Hunderttausende von Dateien mit sehr ähnlicher Thematik".
"Auf den Fotografien waren Objekte der wichtigen Eisenbahn- und Verkehrsinfrastruktur zu sehen, darunter auch Anlagen, die als kritisch gelten, und zwar nicht nur auf dem Gebiet Polens", heißt es in der Mitteilung der Polizei.
Der 55-Jährige wurde festgenommen. Auf Beschluss der Staatsanwaltschaft des Bezirks Świdnica wurde ihm "Tätigkeit für einen fremden Geheimdienst gegen Polen für das Anfertigen von Fotografien von Teilen der Bahn- und Verkehrsinfrastruktur sowie von Produktionsanlagen mit dem Ziel, sie einem fremden Geheimdienst zu übergeben" vorgeworfen.
"Die Polizisten stellten verschiedene elektronische und fotografische Geräte sicher, Mobiltelefone, Laptops sowie tragbare und externe Festplatten mit großer Speicherkapazität, außerdem mehrere unterschiedliche Ausweisdokumente."
Auf Beschluss des Gerichts kam der Mann für drei Monate in Untersuchungshaft.