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Bill Ackman plant 56-Milliarden-Euro-Übernahme von Universal Music

ARCHIV: Taylor Swift bei ihrer Eras-Tour in Vancouver, British Columbia, Kanada, im Dezember 2024.
ARCHIV: Taylor Swift auf ihrer „Eras Tour“ in Vancouver, British Columbia, Kanada, im Dezember 2024. Copyright  AP Photo/Lindsey Wasson
Copyright AP Photo/Lindsey Wasson
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Starinvestor Bill Ackman legt 56-Milliarden-Euro-Plan vor, um Universal Music mit einem US-Börsenmantel zu fusionieren, mit Aufschlag von achtundsiebzig Prozent und möglichem NYSE-Listing.

Mit einem Schritt, der die Eigentümerstruktur des weltgrößten Musikkonzerns grundlegend verändern könnte, legt der milliardenschwere Hedgefonds-Manager Bill Ackman einen komplexen Plan vor. Er will die niederländisch-amerikanische Universal Music Group (UMG) übernehmen.

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Der Deal sieht vor, UMG mit Pershing Square SPARC Holdings zu verschmelzen, der US-Übernahmegesellschaft, die mit Ackmans Firma Pershing Square Capital Management verbunden ist.

Der Konzern, Heimat globaler Stars wie Taylor Swift, Drake und Sabrina Carpenter, hat in den vergangenen zwölf Monaten einen Kursrückgang seiner Aktie von rund 26 Prozent hinnehmen müssen. Anleger sorgen sich über eine wenig ausgeschöpfte Bilanz und über unklare Absichten wichtiger Anteilseigner.

Der am Dienstag in einer Mitteilung und einem Brief an den Verwaltungsrat veröffentlichte Plan bewertet den in Amsterdam gelisteten Konzern mit 56 Milliarden Euro bzw. 30,40 Euro je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 78 Prozent auf den Schlusskurs vom vorangegangenen Donnerstag, als das Angebot nach Medienberichten einging.

Aktionärinnen und Aktionäre, die das Bar- und Aktientausch-Angebot annehmen, sollen 5,05 Euro pro Aktie in bar erhalten, insgesamt 9,4 Milliarden Euro. Hinzu kämen 0,77 Aktien der neuen fusionierten Gesellschaft.

Die Transaktion würde dem Unternehmen eine Erstnotierung an der New York Stock Exchange sichern. UMG hatte dieses Ziel bereits geprüft, es wegen der Marktlage aber verschoben. Zudem würden rund 17 Prozent der ausstehenden Aktien eingezogen.

ARCHIVBILD. Bill Ackman, Vorstandschef und Gründer von Pershing Square Capital, besucht das Parkett der New York Stock Exchange, November 2015
ARCHIVBILD. Bill Ackman, Vorstandschef und Gründer von Pershing Square Capital, besucht das Parkett der New York Stock Exchange, November 2015 AP Photo/Richard Drew

Die Bar-Komponente soll aus 2,5 Milliarden Euro von Pershing Square, 5,4 Milliarden Euro neuer Schulden der fusionierten Gruppe sowie aus dem Verkauf der UMG-Beteiligung an Spotify finanziert werden. Aus diesem Verkauf erwartet man nach Steuern und Zahlungen an Künstlerinnen und Künstler rund 1,5 Milliarden Euro.

Der Plan sieht außerdem vor, innerhalb von fünf Jahren zusätzlich 15 Milliarden Euro freizusetzen. Möglich werden soll das durch eine effizientere Nutzung der Bilanz, die Investitionen, Zukäufe und Aktienrückkäufe stützen soll.

Der Milliardär, der im vergangenen Jahr aus dem UMG-Verwaltungsrat ausschied, hält den Aktienkurs für zu niedrig. Er spiegele die starke operative Entwicklung des Unternehmens nicht wider.

„Der Aktienkurs von UMG dümpelt wegen einer Reihe von Problemen, die nichts mit der operativen Stärke des Musikgeschäfts zu tun haben“, erklärte Ackman. „Entscheidend ist: All diese Punkte lassen sich mit dieser Transaktion angehen.“

Zum Angebot gehören auch Änderungen in der Unternehmensführung. So soll Michael Ovitz, früher Präsident der Walt Disney Company, den Vorsitz übernehmen, ergänzt um zwei Vertreter von Pershing Square im Gremium.

Marktreaktion, Anteilseigner und Branchenumfeld

Die UMG-Aktie legte am Dienstag im Handel in Amsterdam deutlich zu und stieg zeitweise um bis zu 24 Prozent.

Weder UMG noch große Anteilseigner haben sich bisher zu dem Vorstoß geäußert.

Nach Daten von Bloomberg hält der französisch kontrollierte Konzern Vivendi SE rund zehn Prozent der Anteile, der chinesische Technologieriese Tencent Holdings etwa elf Prozent. Auch andere Investoren dürften für den Ausgang entscheidend sein.

Zusätzlichen Druck auf den Kurs übe die Unsicherheit darüber aus, was der französische Milliardär Vincent Bolloré langfristig mit seinem Paket vorhabe, so Ackman. Die Familienholding Bolloré SE ist mit mehr als 18 Prozent größter UMG-Aktionär und kontrolliert zudem Vivendi SE.

Der Analyst Nicolas Marmurek von Square Global bezeichnete das Angebot als möglicherweise „von Beginn an tot“, sollte die Familie Bolloré nicht dahinterstehen. Sie hatte 2021 die Abspaltung von UMG aus Vivendi und den Börsengang in Amsterdam vorangetrieben.

„Wir bezweifeln, dass Bolloré solche Konditionen akzeptiert. Wäre er an Bord, würde er die Transaktion empfehlen“, schrieb Marmurek in einer Analyse.

„Das ist in erster Linie ein Versuch von Pershing Square, den Vorschlag direkt vor die Aktionäre zu bringen“, ergänzte er.

Ob der Vorstoß eine Chance hat, ist offen. Schon jetzt lenkt er die Aufmerksamkeit jedoch wieder auf einen der mächtigsten Akteure der Musikbranche, in einer Phase, in der die Erlöse aus dem Streaming weiter wachsen.

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