Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar betonte bei dem Rundgang, das Problem sei nicht die Restaurierung der historischen Gebäude gewesen. Kritisch sei vielmehr, dass normale Bürger keinen Zugang hatten, während die Regierung dort in luxuriösem Umfeld arbeitete.
Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat am Samstag Medienvertreter durch das Karmeliterkloster sowie die früheren Ministerien von Antal Rogán und Sándor Pintér geführt.
Dabei betonte er, nicht die Restaurierung der historischen Gebäude sei das Problem gewesen, sondern dass "normale Bürger" jahrelang keinen Zugang dazu hatten, während die Regierung dort in luxuriösem Umfeld gearbeitet habe.
Wenig später durften auch Besucher die Gebäude betreten, sofern sie sich vorab registriert hatten.
Die Führungen sollen zeigen, unter welchen Bedingungen während der vorherigen Regierung politische Entscheidungen getroffen wurden, die den Alltag der Menschen beeinflussten.
Geöffnet waren unter anderem der Innenhof des ehemaligen Klosters, die bekannte Bibliothek sowie mehrere Räume mit Gemälden, die von Museen ausgeliehen wurden.
Besucher konnten außerdem die Terrasse mit Blick über Budapest besichtigen und einen Blick in das frühere Büro von Viktor Orbán werfen – inklusive seines einfachen Metallbetts, auf dem eine Bibel lag. Auch ein Aktenvernichter war zu sehen. Im früheren Ministerium von Antal Rogán empfing die Gäste eine große Halle mit einer begrünten Wandinstallation.
Magyar kommentierte den luxuriösen Speisesaal mit den Worten: "Eine durchschnittliche ungarische Kantine à la Rogán." Von dort aus konnten Besucher unter anderem einen Zigarrenraum und eine Dachterrasse mit Rundumblick besichtigen.
Vor dem früheren Innenministerium von Sándor Pintér sprach Magyar erneut die Kosten des Gebäudes an. Das Ministerium sei während der Corona-Pandemie und mitten in der Wirtschaftskrise für fast 100 Milliarden Forint (rund 276,3 Millionen Euro) errichtet worden.
Zuständig gewesen sei die Behörde unter anderem für Gesundheit, Bildung, Kinderschutz und Sozialpolitik.
Im bisherigen Gebäude des Ministerpräsidentenamts soll künftig das Sozialministerium unter Leitung von Vilmos Kátai-Németh arbeiten. Das Amt des Innenministers übernimmt künftig Gábor Pósfai.
Erst am Freitag war angekündigt worden, dass Interessierte kostenlose Besuchszeiten für das Karmeliterkloster und das von Magyar als "Luxusministerium" bezeichnete frühere Regierungsgebäude buchen können. Die 2.000 Plätze für dieses Wochenende waren innerhalb weniger Minuten vergeben.
Nach Angaben von Magyar soll das Karmeliterkloster auch an den kommenden Wochenenden geöffnet bleiben – zumindest solange Interesse besteht und noch keine neue Nutzung für das Gebäude feststeht. Zudem werde geprüft, ob auch das frühere "Luxusministerium" weiterhin für Besucher zugänglich bleibt.