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Aktien legen zu, Öl verteuert sich vor neuen Waffenstillstandsgesprächen

Devisenhändler im Handelssaal der Hana-Bank-Zentrale in Seoul, Südkorea, am zehnten April zweitausendsechsundzwanzig.
Devisenhändler im Handelssaal der Hana-Bank-Zentrale in Seoul, Südkorea. zehnter April 2026 Copyright  AP Photo/Ahn Young-joon
Copyright AP Photo/Ahn Young-joon
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Stimmung an den Märkten bleibt freundlich: Der Ölpreis legt leicht zu, auch globale Aktien gewinnen vor den US‑Iran‑Gesprächen in Islamabad am Samstag.

Europäische Aktien sind am Freitag überwiegend mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet, die Ölpreise ziehen ebenfalls etwas an. Hintergrund ist die Unsicherheit, weil die Waffenruhe zwischen den USA und Iran fragil wirkt und die Straße von Hormus vor den für Samstag geplanten Gesprächen beider Seiten weitgehend geschlossen bleibt.

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Die Gespräche zwischen den USA und Iran sollen am Samstag in Islamabad in Pakistan beginnen. Ziel ist eine dauerhafte Waffenruhe im Iran-Krieg. Die US-Delegation führt Vizepräsident JD Vance an.

Kurz vor dem Treffen haben jedoch tödliche israelische Angriffe auf den Libanon am Mittwoch Zweifel geweckt, ob die seit zwei Wochen geltende Waffenruhe im Iran-Krieg noch Bestand hat.

Die Islamische Republik behält zudem die Kontrolle über die Straße von Hormus. Die für den globalen Öl- und Gastransport zentrale Wasserstraße bleibt trotz US-Forderungen auf eine Öffnung weitgehend gesperrt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, er habe Gespräche mit dem Libanon autorisiert; die Verhandlungen werden voraussichtlich in der kommenden Woche in Washington geführt.

Nach Einschätzung von Deutsche Bank Research sind diese Gespräche „bedeutend, weil der Libanon bislang als potenzielles Haupt-Hindernis für eine Waffenruhe galt“.

„Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Libanon hat geholfen, die Sorge zu dämpfen, dass die breitere Waffenruhe noch vor den Gesprächen am Wochenende zerbrechen könnte“, hieß es in einer Notiz weiter.

Märkte im Überblick

Der Ölpreis legt am Freitag moderat zu. Brent, die internationale Referenzsorte, verteuert sich um 0,8 Prozent auf 96,71 Dollar je Barrel, US-Referenzöl WTI steigt um 0,4 Prozent auf 98,60 Dollar je Barrel.

Zu den Ölpreisen schrieb Ajay Rajadhyaksha von Barclays in einer aktuellen Analyse, dass „65 bis 70 Dollar je Barrel nicht zurückkommen“ – ein Verweis auf das Preisniveau vor dem Iran-Krieg.

Die Bank rechnet damit, dass Brent im Jahresdurchschnitt bei rund 85 Dollar je Barrel liegen könnte. „Eine Waffenruhe ist keine Rückerstattung“, schrieb er.

„Waffenruhen beenden Kriege; sie machen sie nicht ungeschehen.“

US-Inflationsdaten im Fokus

Nach Einschätzung von Deutsche Bank Research bleiben die Inflationssorgen sehr ausgeprägt. Umso wichtiger sind die US-Inflationsdaten für März, die am Freitag anstehen – es sind die ersten Zahlen, die den Zeitraum seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar vollständig abdecken.

Die Deutsche Bank erwartet „einen deutlichen Sprung angesichts der stark gestiegenen Benzinpreise, mit einem monatlichen Plus des Gesamtindex (CPI) von 0,95 Prozent im März“.

Würde sich diese Prognose bestätigen, „wäre das der höchste Monatswert seit Juni 2022“, so die Analysten.

Zudem würde die Jahresrate wieder auf 3,4 Prozent steigen, „ein Niveau, das wir zuletzt Anfang 2024 gesehen haben“.

Europa- und Asienbörsen

In Europa eröffnen die wichtigsten Aktienindizes überwiegend im Plus. Der DAX in Frankfurt und der CAC in Paris legen jeweils um mehr als 0,5 Prozent zu. Der Londoner FTSE 100 notiert zu Handelsbeginn leicht im Minus. Der Euro Stoxx steigt um 0,7 Prozent.

Aus Unternehmenssicht steht unter anderem Porsche AG im Fokus: Der in Stuttgart ansässige Sportwagenbauer meldet für die ersten drei Monate 2026 einen Absatzrückgang um 15 Prozent, vor allem wegen schwächerer Nachfrage in China, und warnt vor weiteren Rückgängen in den kommenden Quartalen. Die Aktie gibt kurz nach Handelsstart um knapp 0,4 Prozent nach.

Zuvor hatte TSMC, der weltweit größte Halbleiterauftragsfertiger, für März einen Umsatzsprung von mehr als 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat 2025 gemeldet.

Im ersten Quartal stieg der Erlös im Jahresvergleich um 35,1 Prozent auf 1.134,10 Milliarden Taiwan-Dollar (35,68 Milliarden Dollar, rund 30,6 Milliarden Euro). Die Aktie verteuert sich um 2,3 Prozent.

Die Aktienmärkte in Asien tendieren am Freitag fester, gestützt von besser als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten aus China.

Der chinesische Verbraucherpreisindex steigt im März im Jahresvergleich um ein Prozent und bleibt damit unter den Prognosen der Analysten; im Februar hatte das Plus noch bei 1,3 Prozent gelegen.

In Südkorea gewinnt der Kospi 1,8 Prozent auf 5.879,71 Punkte. In Tokio steigt der Nikkei 225 um 1,6 Prozent auf 56.789,58 Punkte. Die Aktien von Fast Retailing, dem Mutterkonzern der japanischen Modemarke Uniqlo, klettern nach einer Anhebung der Gewinnprognose für das Gesamtjahr um mehr als zehn Prozent.

Hongkongs Hang Seng legt 0,7 Prozent auf 25.919,12 Punkte zu, der Shanghai Composite gewinnt 0,6 Prozent auf 3.991,14 Punkte. Australiens S&P/ASX 200 verliert 0,4 Prozent. Taiwans Taiex steigt um 1,3 Prozent, Indiens Sensex legt 0,7 Prozent zu.

Anleihen, Devisen, Rohstoffe

Am Anleihemarkt preisen Investoren weitere Risiken ein, die Renditen ziehen an. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe liegt am Freitagmorgen bei 3,016 Prozent, die der zehnjährigen britischen Staatsanleihe (Gilt) steigt um fast 0,06 Prozentpunkte auf 4,737 Prozent.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe erhöht sich um 0,02 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent.

Gold verbilligt sich um 0,8 Prozent auf 4.778 Dollar je Feinunze, Silber fällt um 1,1 Prozent auf 75,60 Dollar. Der Dollar steigt auf 159,18 japanische Yen nach 158,96 Yen. Der Euro wird mit 1,1687 Dollar gehandelt, nach 1,1699 Dollar zuvor.

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