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SpaceX-Börsengang: So kaufen Europas Privatanleger Aktien und diese Risiken drohen

SpaceX-Rakete Starship startet Testflug von Starbase in Texas, 22. Mai 2026
SpaceX-Megarakete Starship startet Testflug in Starbase, Texas – 22. Mai 2026 Copyright  AP Photo/Eric Gay
Copyright AP Photo/Eric Gay
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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SpaceX will voraussichtlich am Freitag an die Börse gehen – es könnte der größte Börsengang aller Zeiten werden. Wie Privatanleger in Europa einsteigen können und welche Risiken sie im Blick behalten sollten.

Elon Musks Konzern für KI, Raketen und Satelliten steht nur noch wenige Tage vor seinem Börsendebüt. Der Börsengang könnte der größte der Geschichte werden. Ungewöhnlich: Ein beträchtlicher Teil der Aktien ist für Privatanleger reserviert.

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Der Börsengang ist für Freitag, den zwölften Juni, geplant. Der Ausgabepreis soll bei 135 Dollar je Aktie liegen. Damit käme SpaceX auf eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar (1,5 Billionen Euro) und will etwa 75 Milliarden Dollar (64,5 Milliarden Euro) an frischem Kapital einnehmen.

An der Börse soll das Unternehmen unter dem Kürzel SPCX notieren.

SpaceX hat dem Vernehmen nach bis zu 30 % des Emissionsvolumens für Privatanleger vorgesehen. Für einen derart großen Börsengang ist das ungewöhnlich; in der Regel dominieren institutionelle Investoren.

In den meisten großen Emissionen liegt der Standardanteil für Privatanleger zwischen fünf und zehn Prozent. Der Ansatz von SpaceX markiert daher eine spürbare strukturelle Veränderung.

SpaceX öffnet Börsengang gezielt für europäische Privatanleger

Für europäische Kleinanleger war es bisher oft schwierig oder gar unmöglich, bei prominenten US-Börsengängen zum Emissionspreis zum Zug zu kommen.

Im SpaceX-Prospekt sind nun bis zu 55,6 Millionen neu ausgegebene Aktien der Klasse A für Privatanleger in sieben europäischen Ländern reserviert. Das entspricht rund zehn Prozent der neu an die Börse gebrachten Papiere.

Vorausgesetzt die jeweiligen Aufsichtsbehörden stimmen zu, können geeignete Anleger in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, Spanien und Schweden zeichnen.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat den Verkauf der SpaceX-Aktien in Deutschland am fünften Juni genehmigt. Sie betonte jedoch, dass diese Billigung keine Empfehlung für SpaceX oder die Anlage selbst darstellt.

Parallel dazu können auch Privatanleger im Vereinigten Königreich am SpaceX-Börsengang teilnehmen.

So kommen europäische Privatanleger an die Aktien

Europäische Kleinanleger greifen über Fintech-Plattformen und Onlinebroker wie Revolut, Hargreaves Lansdown oder eToro auf das Angebot zu.

Im Vereinigten Königreich betreibt Marex Financial eine Zeichnungsplattform. Über sie können acht Retail-Plattformen, darunter AJ Bell, CMC Markets, eToro, Freetrade, Interactive Brokers und Interactive Investor, die Orders ihrer Kunden weiterleiten.

Der genaue Ablauf hängt von der jeweiligen Plattform ab. eToro verlangt beispielsweise eine Mindestzeichnung von 750 Dollar (650 Euro), Hargreaves Lansdown setzt 1.000 Pfund (1.157 Euro) an.

Im deutschen Markt bestätigte der Neobroker Trade Republic wenige Tage vor dem erwarteten Handelsstart von SpaceX, dass er seinen Kundinnen und Kunden Zugang zu „bestimmten Börsengängen“ bietet.

User in sozialen Netzwerken berichteten, das Unternehmen habe per E-Mail zugesichert, dass der Zugang zu SpaceX-Aktien beim Börsengang über die Plattform möglich sei.

Mehrere Broker sprechen von einem auffallend hohen Interesse europäischer Privatanleger.

Simon Belsham, Chief Client Officer bei Hargreaves Lansdown, erklärte, man verzeichne „starkes Interesse von neuen wie bestehenden Kundinnen und Kunden“. Seit erste Gerüchte über das SpaceX-Angebot im April auftauchten, hätten sich 35.000 Kundinnen und Kunden für IPO-Benachrichtigungen registriert.

Nach Angaben von BNP Paribas beteiligen sich Privatanleger zunehmend an großen Technologie-Börsengängen. Ihr Anteil an den Orderbüchern sei von früher rund 15 % auf inzwischen bis zu 30 % gestiegen.

Was Anleger wissen sollten: Risiken im Überblick

Eine unverbindliche Interessensbekundung über eine Plattform garantiert keine Zuteilung. Anleger erfahren voraussichtlich erst am Freitagmorgen, ob sie tatsächlich Aktien erhalten.

Wer in der Erstrunde zum Zug kommt, sollte zudem das Thema „Flipping“ kennen. Viele Broker sanktionieren den schnellen Weiterverkauf, also Verkäufe binnen zwei bis vier Wochen nach dem Börsengang, etwa mit Ausschluss von künftigen Neuemissionszuteilungen.

Der Kurs dürfte stark schwanken, vor allem in den ersten Handelstagen. Institutionelle Investoren, Frühzeichner und Privatanleger reagieren dann auf die Bewertung.

Für Privatanleger in Europa und im Vereinigten Königreich bleibt zudem ein Währungsrisiko. Die Aktie notiert in US-Dollar; Wechselkursbewegungen können die letztliche Rendite deutlich beeinflussen.

Die Nachfrage hängt auch davon ab, ob die Aktie kurz nach dem Start in wichtige Indizes wie MSCI aufgenommen wird.

Bei einer Aufnahme würden passive Fonds im Wert von Billionen Dollar automatisch SpaceX-Papiere kaufen.

Einige Indexanbieter haben bereits bestätigt, dass SpaceX für ihre Schnellaufnahmeregeln infrage kommt, sofern das Unternehmen nach dem Börsengang die Kriterien erfüllt.

Langfristige Profitabilität

Meziane Lasfer, Finanzprofessor an der Bayes Business School in London, weist darauf hin, dass Privatanleger im Unterschied zu institutionellen Investoren deutlich weniger Analysewerkzeuge zur Verfügung haben. Großanleger stützen sich auf eigene Research-Teams und umfangreiche Finanzdatenbanken. Aus Lasfers Sicht gehen Kleinanleger deshalb ein beträchtliches Risiko ein, wenn sie sich beteiligen.

SpaceX meldete für 2025 trotz Erlösen von mehr als 18,5 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro) einen Verlust von 4,94 Milliarden Dollar (4,28 Milliarden Euro). Damit erfüllt das Unternehmen mindestens ein Jahr nach dem Börsengang nicht die Kriterien für eine Aufnahme in den S&P-500. Für Anleger, deren Portfolios vor allem aus passiven Indexfonds bestehen, ist das ein wichtiger Punkt.

Die dänische Pensionskasse AkademikerPension, die rund 25 Milliarden Dollar (21,7 Milliarden Euro) für akademische Berufsgruppen verwaltet, kündigte an, sich weder am Börsengang noch am späteren Handel zu beteiligen.

Vorstandschef Anders Schelde bezeichnete SpaceX als „stark überbewertet“. Die Governance-Struktur, die Elon Musk rund 80 % der Stimmrechte sichert, mache das Unternehmen für den Fonds faktisch nicht investierbar.

Im eigenen, bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Prospekt räumt SpaceX ein, dass in absehbarer Zeit nicht mit Profitabilität zu rechnen ist.

Hinweis: Diese Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Prüfen Sie stets selbst, ob eine Investition zu Ihrer persönlichen Situation passt. Wir sind ein journalistisches Angebot und wollen Ihnen bestmögliche Orientierung durch Leitfäden, Tipps und Experteneinschätzungen geben. Wenn Sie auf Basis dieser Informationen entscheiden, handeln Sie ausschließlich auf eigenes Risiko.

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