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Realeinkommen in Europa 2025: große Volkswirtschaften hinken, Polen und Portugal vorn

Archivaufnahme: Rentner Giorgos Petropoulos zeigt Zehn-Euro-Scheine, die er von der Nationalbank Griechenlands in Athen am Mittwoch, 1. Juli 2015 erhalten hat.
Archivbild: Rentner Giorgos Petropoulos zeigt Zehn-Euro-Scheine, die er von der Nationalbank Griechenlands in Athen erhielt, Mittwoch, 1. Juli 2015. Copyright  AP Photo/Spyros Tsakiris
Copyright AP Photo/Spyros Tsakiris
Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Polen und Portugal verzeichneten in Europa in den vergangenen zwei Jahren das stärkste Wachstum der realen Haushaltseinkommen; unter den großen Volkswirtschaften lag Spanien vorn.

Staaten und Institutionen beobachten viele Kennziffern, um Wirtschaftswachstum zu messen. Besonders im Fokus steht das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

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Das BIP sagt jedoch wenig darüber aus, was den Menschen am Ende als reales Einkommen bleibt – selbst bereinigt um die Inflation.

Das reale verfügbare Pro-Kopf-Haushaltseinkommen zeigt, wie sich die Einkommen verändern, die Haushalte tatsächlich zum Ausgeben oder Sparen zur Verfügung haben. Es gilt deshalb als genauerer Gradmesser für den Lebensstandard.

Welche europäischen Länder verzeichneten im Jahr 2025 also das stärkste Wachstum beim realen verfügbaren Pro-Kopf-Haushaltseinkommen?

Von sechzehn europäischen Ländern verbuchten vierzehn im vergangenen Jahr gegenüber 2024 einen Anstieg des realen verfügbaren Pro-Kopf-Haushaltseinkommens. Nur zwei meldeten Rückgänge.

Polen lag mit einem realen Zuwachs von 4,1 % an der Spitze. Das Land erzielte schon 2024 und 2025 die höchsten Wachstumsraten – ein Zeichen für einen kräftigen Anstieg der realen Haushaltseinkommen über beide Jahre hinweg.

Die OECD betonte, in Polen hätten „höhere Arbeitnehmerentgelte geringere Sozialleistungen ausgeglichen und so das Wachstum des realen verfügbaren Pro-Kopf-Haushaltseinkommens beschleunigt“.

Auch die Niederlande (2,3 %) und Portugal (2 %) legten um mindestens zwei Prozent zu. Dänemark (1,9 %), Griechenland (1,8 %) und Spanien (1,5 %) kamen auf Zuwächse zwischen 1,5 und zwei Prozent.

In Griechenland registrierte die OECD sowohl höhere Nettovermögenseinkommen als auch steigende Arbeitnehmerentgelte. Die Arbeitslosenquote fiel auf den niedrigsten Stand seit 2009 und trug maßgeblich zu diesem Plus bei.

Belgien (1,4 %), Ungarn (1,2 %) und Schweden (1,2 %) erzielten jeweils ein Wachstum von mehr als einem Prozent beim realen verfügbaren Pro-Kopf-Haushaltseinkommen.

Große Volkswirtschaften: Spanien vorn, Frankreich Schlusslicht

Italien lag mit einem Plus von 0,8 % im Jahr 2025 genau im Schnitt der OECD. Im vierten Quartal 2025 brach das reale verfügbare Pro-Kopf-Haushaltseinkommen jedoch deutlich ein: Nach einem Anstieg um 0,4 % im dritten Quartal sank es um 0,9 %.

Hauptgründe waren laut OECD die steigende Inflation und rückläufige Vermögenseinkommen.

Im Gesamtjahr 2025 lagen Tschechien (0,7 %), das Vereinigte Königreich (0,7 %) und Deutschland (0,6 %) knapp unter dem Durchschnitt.

Im Vereinigten Königreich fiel das Wachstum im letzten Quartal robust aus: Nach einem Minus von 1,2 % im dritten Quartal legte das reale verfügbare Pro-Kopf-Haushaltseinkommen um 1,1 % zu.

„Diese Erholung beruhte vor allem auf steigenden Arbeitnehmerentgelten und höheren Sozialleistungen sowie auf geringeren Steuern auf Einkommen und Vermögen“, erklärte die OECD.

Frankreich verzeichnete dagegen mit 0,2 % nur einen minimalen Zuwachs.

Finnland und Österreich: einzige Länder mit Rückgang

Finnland und Österreich waren die einzigen zwei Länder, in denen das reale verfügbare Pro-Kopf-Haushaltseinkommen 2025 im Jahresvergleich sank. Die Rückgänge betrugen 0,7 % beziehungsweise 1,8 %.

„In Finnland wirken viele Faktoren auf das schleppende Wachstum der Haushaltseinkommen“, sagte Tuomas Matikka vom VATT-Institut für Wirtschaftsforschung Euronews. „Die wichtigsten Ursachen liegen wohl im schwachen Wirtschaftswachstum des aktuellen Konjunkturzyklus in den vergangenen zwei Jahren.“

Matikka ergänzte, die Flaute gehe mit steigender Arbeitslosigkeit sowie Kürzungen bei Sozialleistungen und anderen Staatsausgaben einher, die das wachsende Haushaltsdefizit bremsen sollen.

Die OECD führte den Rückgang in Finnland zudem auf höhere Steuern auf Einkommen und Vermögen zurück.

Im Gesamtjahr 2025 verlangsamte sich das Wachstum des realen verfügbaren Pro-Kopf-Haushaltseinkommens in den OECD-Staaten auf 0,8 %, nach 2,1 % im Jahr 2024. Ein ähnliches Bild zeigte sich in den meisten europäischen Ländern.

Im Jahr 2024 verzeichneten alle sechzehn Länder auf der Liste Zuwächse. Im Vergleich der Jahre 2024 und 2025 schafften jedoch nur vier Staaten 2025 eine höhere Wachstumsrate als im Vorjahr.

Belgien und Dänemark verbuchten die deutlichsten Verbesserungen: In Belgien stieg das Wachstum von 0,5 auf 1,4 %, in Dänemark von einem auf 1,9 %. Schwedens Rate lag um 0,4 Prozentpunkte höher, in den Niederlanden um 0,2.

Österreich entwickelte sich entgegengesetzt. Nach einem Plus von 3,6 % im Jahr 2024 schrumpfte das reale verfügbare Pro-Kopf-Haushaltseinkommen 2025 um 1,8 %.

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