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EBWE senkt Prognose: Energiekosten des Iran-Kriegs bremsen Wirtschaften

ARCHIV: Ein Landwirt überwacht eine Weizenmühle auf einem Bauernhof in der Provinz al-Scharqia im Nildelta in Ägypten, Mai 2022.
ARCHIV: Ein Landwirt überwacht eine Weizenmühle auf einem Hof im Gouvernement al-Sharqia im Nildelta, Ägypten, Mai 2022. Copyright  AP Photo/Amr Nabil
Copyright AP Photo/Amr Nabil
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In den Regionen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung dürfte das Wirtschaftswachstum dieses Jahr stärker als erwartet nachlassen. Hauptgrund ist die Inflation, die wegen des Iran-Kriegs und höherer Energiepreise auf sechs Komma vier Prozent steigt.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), die in Schwellenländer in Mittel- und Osteuropa, Zentralasien, dem Nahen Osten und Nordafrika investiert, senkt ihre Wachstumsprognosen für ihre Regionen. Sie sieht den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten als zentrale Ursache für neue wirtschaftliche Turbulenzen.

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Im jüngsten Bericht zu den regionalen Konjunkturaussichten mit dem Titel „Strai(gh)t talk“ prognostiziert die EBRD für 2026 ein durchschnittliches Wachstum von drei Komma eins Prozent in ihren Regionen. Damit liegt der Wert unter den drei Komma vier Prozent für 2025 und um einen halben Prozentpunkt unter der Prognose vom Februar.

Für 2027 erwartet die Bank eine Erholung auf drei Komma sechs Prozent. Auch dieser Wert fällt etwas geringer aus als bisher angenommen.

Laut Bericht treiben höhere Öl- und Gaspreise, Störungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus und wachsende Unterschiede zwischen europäischen und US-Energiekosten die Kosten in die Höhe. Das schwächt die Wettbewerbsfähigkeit und bremst die Konjunktur in vielen Volkswirtschaften.

Die EBRD schätzt, dass das Wachstum in ihren Regionen im ersten Quartal 2026 auf zwei Komma neun Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging. Besonders schwach schnitten mehrere große Volkswirtschaften ab, darunter Ägypten, Kasachstan, Rumänien, die Türkei und die Ukraine.

„Der Konflikt im Nahen Osten hat den Regionen einen neuen Schock versetzt, die ohnehin mit einer schwachen Industrieproduktion und fragilen Staatsfinanzen zu kämpfen haben“, sagte Beata Javorcik, Chefvolkswirtin der EBRD, bei der Vorstellung des neuen Berichts.

Inflationsausblick trübt sich: Kreditkosten steigen

Der Bericht verzeichnet nach einer Phase der Beruhigung Ende 2025 wieder steigende Inflationsraten.

Die durchschnittliche Inflation in den EBRD-Regionen stieg zwischen Februar und April 2026 auf sechs Komma vier Prozent. Das entspricht einem Anstieg um etwas mehr als einen Prozentpunkt.

Nach Angaben der Bank trieben vor allem höhere Energie- und Lebensmittelpreise die Teuerung. In einigen Ländern verstärkte zudem die Abwertung der eigenen Währungen gegenüber dem US-Dollar den Druck.

Die EBRD warnt, dass die Inflation wohl länger hoch bleiben wird als bisher erwartet. Ein Grund: In vielen ihrer Volkswirtschaften machen Ausgaben für Nahrung und Energie einen deutlich größeren Anteil am Haushaltsbudget aus als in hochentwickelten Märkten.

Fast zwei Drittel der von der EBRD erfassten Volkswirtschaften haben Maßnahmen eingeführt, um Verbraucher zu entlasten oder den Energieverbrauch zu senken. Dazu gehören Preisdeckel für Kraftstoffe, Steuersenkungen und gezielte Subventionen.

Die Bank warnt allerdings, dass die öffentlichen Haushalte dadurch zunehmend unter Druck geraten.

Höhere Energiekosten, steigende Finanzierungsausgaben und ein strafferes globales Finanzumfeld verstärken den Druck weiter. Besonders betroffen sind Volkswirtschaften mit bereits hoher Verschuldung.

Mit Blick nach vorn warnt der Bericht: Ein länger anhaltender Konflikt könnte die Energiepreise weiter in die Höhe treiben, Lieferketten stärker stören und die Wachstumsaussichten in den EBRD-Regionen zusätzlich belasten.

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