Belgische Ermittler prüfen, ob kriminelle Gruppen die Dienste des Unternehmens genutzt haben, um Erlöse aus mutmaßlichem Betrug, Korruption und Drogenhandel zu waschen.
Die belgische Staatsanwaltschaft treibt ein weit fortgeschrittenes Ermittlungsverfahren gegen den Geldtransferdienst Wise voran. Es besteht der Verdacht, dass kriminelle Gruppen Konten des Unternehmens zur Geldwäsche nutzten, teilten die Behörden am Montag mit.
Die Staatsanwaltschaft in Brüssel erklärte, sie habe die Ermittlungen im vergangenen Jahr aufgenommen. Der Name des britischen Unternehmens sei in Hunderten Rechtshilfeersuchen ausländischer Ermittlungsbehörden immer wieder aufgetaucht.
„Die Ermittlungen befinden sich inzwischen in einem fortgeschrittenen Stadium und nähern sich ihrem Abschluss“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit Informationen, über die zuerst das Netzwerk European Investigative Collaborations (EIC) berichtet hatte.
„Die bisherigen Erkenntnisse betreffen vor allem die Nutzung von Wise-Konten für kriminelle Zwecke. Es gibt Hinweise auf Verstöße gegen die Geldwäschevorschriften, insbesondere durch unzureichende Identifizierung von Kundinnen und Kunden sowie deren Aktivitäten.“
Die Ermittler prüfen, ob kriminelle Gruppen die Dienste von Wise genutzt haben könnten, um Erlöse aus illegalen Geschäften zu waschen, darunter aus Betrug, Korruption und Drogenhandel.
Die Ermittlungen richten sich gegen Wise Europe, die in Belgien ansässige Europa-Tochter des Unternehmens. Sie erklärte, sie arbeite mit der Staatsanwaltschaft zusammen und beantworte Auskunftsersuchen zu ihrem Geschäft.
Solche Auskunftsersuchen seien „ein normaler Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und für sich genommen kein Hinweis auf Verstöße gegen Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche oder anderes Fehlverhalten“, teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit.
„Konkrete Ermittlungsergebnisse sind bislang nicht mit uns geteilt worden“, ergänzte Wise.
Wise hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 19 Millionen aktive Kundinnen und Kunden und verarbeitet rund 4,7 Millionen Transaktionen pro Tag.
Im Geschäftsjahr 2026 wickelte das Unternehmen nach eigenen Angaben grenzüberschreitende Zahlungen von mehr als 243 Milliarden Dollar (213 Milliarden Euro) ab.
Zur Mittagszeit lagen die Wise-Aktien an der Londoner Börse knapp 15 Prozent im Minus.