Inditex übertrifft im ersten Quartal die Erwartungen: Der Umsatz steigt um 5,8 % auf 8,7 Milliarden Euro, die Aktie legt um mehr als 5 % zu.
Der spanische Modekonzern Inditex, Muttergesellschaft von Zara, hat im ersten Quartal einen Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von 5,4 % im Jahresvergleich und übertraf die Erwartungen der Märkte.
Der Umsatz stieg um 5,8 % auf 8,7 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus bei 8,8 % und damit leicht über den von Analysten erwarteten rund acht Prozent.
Der Bruttogewinn kletterte um 6,9 % auf 5,4 Milliarden Euro, begünstigt durch höhere Margen. Inditex behielt damit einen größeren Anteil des Umsatzes als Gewinn. Das Ebitda, eine Kennzahl für das operative Ergebnis, legte um 7,3 % auf 2,6 Milliarden Euro zu.
Die Inditex-Aktie gewann am Mittwoch mehr als fünf Prozent, nachdem das Unternehmen von einem starken Start ins zweite Quartal berichtete. Der Umsatz stieg zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juni um 11,5 %. Das beruhigte Anleger, die sehen, dass der Zara-Eigner trotz Anzeichen nachlassender Konsumausgaben robust bleibt.
„Inditex setzt seinen starken Lauf fort. Die jüngsten Zahlen lagen über den Erwartungen für das erste Quartal, und auch der Start ins zweite Quartal fällt kräftig aus“, sagte Mamta Valechha, Konsumgüteranalystin bei Quilter Cheviot. „Die Umsätze wachsen in etwa mit dem Tempo, mit dem das Unternehmen das Vorquartal abgeschlossen hat.“
Der Umsatzsprung bei einem der größten börsennotierten Bekleidungshändler der Welt deutet auf eine robuste Konsumnachfrage vor dem Sommer hin. Das gilt trotz Sorgen, dass ein unsicheres wirtschaftliches und geopolitisches Umfeld die Ausgaben in den kommenden Monaten bremsen könnte.
Geopolitische Risiken meistern
Die Zahlen erscheinen in einer Phase, in der Unternehmen weltweit mit zunehmender Unsicherheit über die Weltwirtschaft rechnen und befürchten, dass Verbraucher ihre Ausgaben zurückfahren.
Inditex erklärte, eine breit aufgestellte Lieferkette und ein flexibles Transportnetz hätten dafür gesorgt, dass Waren trotz jüngster Störungen weiter in die Filialen rund um den Globus gelangten.
„Unterm Strich verfügt Inditex weiterhin über ein widerstandsfähiges Geschäftsmodell, das erheblichem wirtschaftlichem Druck und Gegenwind durch Währungen standhält“, sagte Mamta Valechha.
Valechha verwies auf starke Kundennachfrage und die Fähigkeit des Konzerns, Ware in der Nähe seiner wichtigsten Märkte zu beschaffen. Dadurch halte Inditex seine Kollektionen aktuell und komme mit Rabatten weitgehend aus. Produktivitätsgewinne stützten zusätzlich die Profitabilität.
Zudem berichtete Inditex, die aktuellen „geopolitischen Herausforderungen“ belasteten den Umsatz im Nahen Osten. Die Region steuert nach Schätzungen von Barclays rund fünf Prozent zu den Erlösen bei.
Das Unternehmen warnte, anhaltende Spannungen in der Region könnten die Entwicklung in den kommenden Monaten beeinträchtigen.
Inditex steht vor weiteren Herausforderungen. Dazu gehören höhere Frachtkosten und steigende Preise für Rohstoffe wie Baumwolle und Polyester. Auch Wechselkursschwankungen dürften das Ergebnis in diesem Jahr belasten.
Zum Quartalsende betrieb der Konzern 5 456 Filialen und verfügte über eine Netto-Cash-Position von 10,8 Milliarden Euro.
Der Vorstand schlägt für das vergangene Geschäftsjahr eine Dividende von 1,75 Euro je Aktie vor. Sie setzt sich aus einer regulären Ausschüttung von 1,20 Euro und einem Bonus von 0,55 Euro zusammen und soll in zwei Tranchen im Mai und November 2026 ausgezahlt werden.
Trotz des starken Jahresauftakts hielt Inditex an seinem Ausblick fest. Das Unternehmen rechnet damit, dass das Umsatzwachstum im zweiten Quartal anhält, gestützt von der hohen Nachfrage nach den Frühjahrs- und Sommerkollektionen sowie fortlaufenden Verbesserungen in den Filialen und Abläufen.
Allerdings dürften Währungsschwankungen das Umsatzwachstum im Gesamtjahr um rund ein Prozent dämpfen. Inditex plant zudem Investitionen von etwa 2,3 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr.