Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Ukraine greift St. Petersburg an, Flaggschiff-Wirtschaftsforum in Russland eröffnet

Über dem Hafen von St. Petersburg in Russland steigt am Mittwoch, dem dritten Juni 2026, nach einem ukrainischen Drohnenangriff eine schwarze Rauchwolke auf.
Über dem Hafen von St. Petersburg in Russland steigt am Mittwoch, dem 3. Juni 2026, nach einem ukrainischen Drohnenangriff eine schwarze Rauchwolke auf. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Evelyn Ann-Marie Dom
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Der Vorfall ereignete sich, nachdem Russland die Ukraine mit einem massiven Drohnen- und Raketenangriff überzog und mindestens dreiundzwanzig Menschen tötete.

Am frühen Mittwochmorgen stieg über St. Petersburg eine graue Rauchwolke auf. Zu diesem Zeitpunkt trafen in der Stadt die Teilnehmer des jährlichen russischen Wirtschaftsforums ein, an dem auch Präsident Wladimir Putin teilnehmen will.

WERBUNG
WERBUNG

Nach Angaben russischer und ukrainischer Stellen griffen ukrainische Drohnen Energieanlagen und militärische Objekte in der russischen Hafenstadt an.

Die ukrainischen Streitkräfte trafen in der Nacht das Ölterminal von St. Petersburg, rund 1.100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X.

Ein weiteres Ziel sei ein Unternehmen in der Region Tambow gewesen, das an der Herstellung russischer Waffen beteiligt sei, fügte er hinzu.

Der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, erklärte, in den Bezirken Kronstadt, Kirowski und Krasnoselski seien mehrere Infrastrukturobjekte getroffen worden.

„Die Aufräumarbeiten laufen derzeit. Mehrere Menschen wurden verletzt. Es gibt keine Todesopfer“, schrieb er auf Telegram.

Eine schwarze Rauchwolke ist am Mittwoch, den dritten Juni 2026, nach einem ukrainischen Drohnenangriff über dem Hafen von St. Petersburg in Russland zu sehen.
Eine schwarze Rauchwolke ist am Mittwoch, den dritten Juni 2026, nach einem ukrainischen Drohnenangriff über dem Hafen von St. Petersburg in Russland zu sehen. AP Photo

Unterdessen kamen im von Russland besetzten Osten der Ukraine nach Angaben russischer Behörden mindestens sieben Menschen ums Leben. Elf weitere wurden verletzt, als eine Drohne einen Reisebus traf.

Der Bus war auf der Strecke von Moskau nach Simferopol auf der von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim unterwegs, als er im Gebiet Donetsk getroffen wurde.

„In Jenakijewe griff ein unbemanntes Luftfahrzeug einen Bus auf der Strecke Moskau–Simferopol an. Nach vorläufigen Angaben wurden sieben Zivilisten getötet“, erklärte Denis Puschilin, der Chef des von Russland besetzten Teils des ukrainischen Gebiets Donezk, auf Telegram.

„Weitere elf Menschen erlitten Verletzungen unterschiedlichen Schweregrads und erhalten die notwendige medizinische Versorgung“, fügte er hinzu.

Großangriff auf Ukraine: Mindestens 23 Tote, Selenskyj warnt vor weiterer Attacke

Der Angriff erfolgte einen Tag, nachdem Russland eine massive Drohnen- und Raketenoffensive gegen die Ukraine gestartet hatte. Die Geschosse trafen Kyjiw und andere ukrainische Städte, töteten mindestens 23 Menschen und verletzten 138 weitere, wie die Behörden am Dienstagabend mitteilten.

Moskau bereite bereits den nächsten Beschuss vor, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Dienstagabend in seiner täglichen Ansprache.

Selenskyj rief die Verbündeten der Ukraine zu schärferen Sanktionen gegen Russland auf und betonte, dass keine russische Drohne und keine Rakete ohne Bauteile aus dem Ausland hergestellt werden könne.

Russland könne seine Raketen und Waffen weiterhin produzieren, weil es groß angelegte Umgehungssysteme für die Sanktionen gebe.

Ein Anwohner blickt am Dienstag, den zweiten Juni 2026, auf den Einschlagsort eines russischen Raketenangriffs, der ein Wohnhaus in Kyjiw in der Ukraine getroffen hat.
Ein Anwohner blickt am Dienstag, den zweiten Juni 2026, auf den Einschlagsort eines russischen Raketenangriffs, der ein Wohnhaus in Kyjiw in der Ukraine getroffen hat. AP Photo/Efrem Lukatsky

Selenskyj forderte Europa zudem auf, ein eigenes Luftverteidigungssystem aufzubauen. Gleichzeitig drängte er Washington, weitere Raketen für die Patriot-Systeme zu liefern, die russische ballistische Raketen abfangen können.

Russische Streitkräfte feuerten in der Nacht zum 2. Juni mehr als 70 Raketen und 650 Drohnen auf die Ukraine ab. Im Laufe des Tages kamen rund 100 weitere Drohnen hinzu.

Die ukrainische Luftabwehr holte den Großteil der Drohnen vom Himmel. Die größte Gefahr geht jedoch von den ballistischen Raketen aus.

Das Patriot-Luftabwehrsystem ist weiterhin das einzige Flugabwehrraketensystem im Arsenal der Ukraine, das der Bedrohung durch russische ballistische Raketen etwas entgegensetzen kann.

Doch der gemeinsame Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat ein Drittel der Bestände an Patriot-Abfangraketen aufgebraucht. Auch die Golfstaaten sind stark auf dieses System angewiesen.

Weitere Quellen • AFP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Frankreich verschärft Jagd auf Russlands "Schattenflotte"

Drohnen über Europa: Von der Ausnahme zur neuen Normalität

"Return Hubs": Die wichtigsten Fragen zu den umstritten EU-Rückführungszentren