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25 Millionen Euro Einsatz, 150 Millionen Einnahmen: Papstbesuch bringt enorme Rendite

Papst Leo XIV fängt eine kleine Puppe im Papamobil, als er am 28. Mai 2025 den Petersplatz im Vatikan verlässt.
Papst Leo XIV fängt eine kleine Puppe im Papamobil. Er verlässt am 28. Mai 2025 den Petersplatz im Vatikan. Copyright  Gregorio Borgia/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Copyright Gregorio Borgia/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Von Rafael Salido
Zuerst veröffentlicht am
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Die Spanische Bischofskonferenz vergleicht den Spanienbesuch von Papst Leo XIV. mit einem Wunder: Er soll das Fünffache der Kosten einspielen, aber weniger bringen als die Reise 2011 mit 354 Millionen Euro Einnahmen.

Der Besuch von Leo XIV. in Spanien wird mehr hinterlassen als Bilder von Menschenmengen und einen dicht gefüllten Pastoralplan. Nach Schätzungen der Spanischen Bischofskonferenz (CEE) kostet der siebentägige Aufenthalt des Papstes im Land rund 25 Millionen Euro, könnte aber einen wirtschaftlichen Ertrag von mehr als 150 Millionen bringen. Das entspräche etwa fünf Euro Einnahmen für jeden investierten Euro.

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„Wir gehen im Moment davon aus, dass der konsolidierte Haushalt, auch wenn noch nicht alle Zahlen feststehen, sich auf 25 Millionen Euro belaufen wird“, erklärte am Dienstag der stellvertretende Generalkoordinator des Besuchs und Vizesekretär für Wirtschaftsangelegenheiten der CEE, Fernando Giménez Barriocanal, bei einem Auftritt vor der Presse.

Die noch vorläufigen Zahlen, die wenige Tage vor der Ankunft des Heiligen Vaters in Madrid am kommenden Samstag bekannt wurden, dienen den beteiligten Diözesen als Orientierung: Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa. Giménez Barriocanal betonte allerdings, dass der finanzielle Aspekt gegenüber der geistlichen und gesellschaftlichen Bedeutung des Besuchs verblasse: „Darum geht es uns nicht.“

Vom Gesamtbudget fließen rund 85 Prozent direkt in die vorgesehenen Veranstaltungen. Der Rest deckt Logistik, Kommunikation und die Gesamtorganisation. Die Bischofskonferenz selbst übernimmt etwa 1,4 Millionen Euro, etwa für Unterkunft und Transport der päpstlichen Delegation, Akkreditierungen, liturgische Materialien oder die Ausstattung der Freiwilligen.

Die Finanzierung verteilt sich auf Spenden von Förderern und Unternehmen, Beiträge der Diözesen und der Kirche, Unterstützung durch öffentliche Verwaltungen, vor allem auf den Kanarischen Inseln und in Katalonien, sowie kleine Beiträge der Gläubigen über Kanäle wie Bizum. Nach Abschluss des Besuchs wird ein spezialisiertes Unternehmen die Rechnungen prüfen und einen Abschlussbericht vorlegen.

Zahlen von ObservaTUR: Sofortwirkung und „Schaufenster-Effekt“

Zurückhaltender fällt die Schätzung im Bericht (Quelle auf Spanisch) von ObservaTUR aus. Er beziffert die unmittelbare wirtschaftliche Wirkung des Besuchs auf 90 bis 125 Millionen Euro. Die Studie unterscheidet zwischen den reinen Organisationskosten und dem Geld, das tatsächlich in Bereichen wie Unterkünften, Gastronomie, Handel oder Verkehr umgesetzt wird, und stellt klar, dass der Besuch von Leo XIV. nicht mit Großereignissen wie dem Weltjugendtag gleichzusetzen ist.

Dem Bericht zufolge hat der Besuch eher ein mittleres Format: sieben Tage, vier Austragungsorte und eine breite internationale Medienpräsenz. Diese Kombination steigert die touristischen Ausgaben und verteilt die Einnahmen auf mehrere Regionen, ohne jedoch die außergewöhnliche Dimension von Terminen wie dem Weltjugendtag in Madrid 2011 zu erreichen, dessen gesamter wirtschaftlicher Effekt in Spanien 354,3 Millionen Euro betrug.

ObservaTUR verweist zudem auf die Bedeutung des sogenannten „Schaufenster-Effekts“, also die Fähigkeit des Ereignisses, den Tourismus im Land, vor allem den religiösen und kulturellen, mittel- bis langfristig zu stärken, über die eigentliche Besuchswoche hinaus.

Der Bericht hält fest, dass die Wirkung des Besuchs des Heiligen Vaters „nicht auf eine Woche Konsum beschränkt bleibt“ und betont, dass „der beschleunigende Effekt auf den religiösen Tourismus nicht endet, wenn der Besuch vorbei ist“. Deshalb sei die Reise von Leo XIV. „in zwei Etappen“ zu lesen: eine unmittelbare, messbare Finanzspritze von rund 100 Millionen Euro und eine zweite, „vielleicht wertvollere“ Phase, in der das Interesse an Spanien weiter steigt.

Papst Leo XIV. wird in der Basilika Sagrada Família die heilige Messe feiern, was das Interesse der Touristen an der berühmten Kirche zusätzlich steigern könnte.
Papst Leo XIV. wird in der Basilika Sagrada Família die heilige Messe feiern, was das Interesse der Touristen an der berühmten Kirche zusätzlich steigern könnte. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Hotels ausgebucht, Restaurants ohne freie Tische

Diese Wirkung macht sich im Sektor bereits bemerkbar. Plattformen wie Booking.com registrieren einen starken Anstieg der Suchanfragen nach Unterkünften in den Städten auf der Papstreise, mit Zuwächsen von 52 Prozent in Barcelona und 46 Prozent in Madrid.

Hotelverbände rechnen mit sehr hohen Auslastungsquoten und einem Anstieg der Durchschnittspreise, vor allem in der Hauptstadt, wo internationale Gäste mehr als die Hälfte der Buchungen ausmachen.

Auch Ferienwohnungen und die Gastronomie profitieren vom Profil der Besucher. Es handelt sich überwiegend um Familien und Gruppen, die ihren Aufenthalt verlängern. In den Innenstadtlagen von Madrid und Barcelona melden Bars und Restaurants bereits volle Reservierungsbücher für die Schlüsseltage im Programm (Quelle auf Spanisch) des Papstes. Auf den Kanarischen Inseln hebt die Tourismusbranche zusätzlich den Werbewert der Papstpräsenz hervor, verstärkt durch Hunderte akkreditierte Journalistinnen und Journalisten.

Bad Bunny und Leo XIV.: doppelter Schub für Madrid

Der Besuch von Leo XIV. fällt in Madrid zeitlich zusammen mit den Konzerten des puertoricanischen Künstlers Bad Bunny. Diese Kombination stützt die Prognosen für starke touristische Aktivität und hohen Konsum in der spanischen Hauptstadt. Beide Ereignisse völlig unterschiedlichen Charakters ziehen an denselben Tagen Zehntausende Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an und treiben die Nachfrage nach Hotelbetten, Verkehrsmitteln und Gastronomie nach oben.

Branchenvertreter betonen, dass eine solche Überlagerung von Großereignissen selten ist und wie ein zusätzlicher Beschleuniger der Nachfrage wirkt. Die Papstagenda lockt Gläubige, Pilger und internationale Medien. Die Konzerte holen ein junges Publikum in die Stadt, das viel Geld für Freizeit, Unterkünfte und Restaurants ausgibt. Zusammen entsteht ein kumulativer Effekt, der Madrids Rolle als große Eventbühne stärkt und die kurzfristige wirtschaftliche Wirkung auf die Stadt deutlich erhöht.

Auch wenn die endgültigen Daten noch ausstehen, erklärt die Mischung aus überschaubaren Investitionen, großer internationaler Sichtbarkeit und starkem Tourismuskonsum, warum der Besuch von Leo XIV. als Beispiel außergewöhnlicher Rentabilität gilt. Ein religiöses Ereignis, das die eingesetzten Mittel nach ersten Berechnungen etwa verfünffacht und eine Spur hinterlässt, die weit über die Tage des Papstaufenthalts in Spanien hinausreichen könnte.

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