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Kasachstan peilt 45 Mrd. Euro Nichtrohstoffexporte an: Exportversicherer setzen auf Zentralasien

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Von Botagoz Marabayeva
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Kasachstan will seine Ausfuhren jenseits von Rohstoffen bis 2030 um mehr als ein Viertel auf fast 45 Milliarden Euro steigern; Exportkreditagenturen und Investitionsversicherer bauen dafür ihr Engagement im Land aus.

Der neue Vorstoß kommt in einer Phase wachsender geopolitischer Unsicherheit. Dazu zählt auch der Krieg im Nahen Osten. Teile der weltweiten Exportkredit- und Investitionsversicherungsbranche orientieren sich deshalb stärker auf Regionen mit traditionell geringeren Kriegsrisiken, etwa nach Zentralasien.

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Mehr als 70 der weltweit größten Exportkredit- und Investitionsversicherer haben sich in Astana zur ersten regionalen Tagung der Berne Union getroffen.

Investitionsoffensive und Golden Visa

Kasachstan führt die wachsende Attraktivität seines Investitionsklimas auf die „strukturelle Transformation“ der größten Volkswirtschaft der Region zurück, wie Ministerpräsident Olzhas Bektenov es nennt.

Er rief die Mitglieder der Berne Union auf, die Investitionschancen in Kasachstan „voll auszuschöpfen“.

Nach seinen Angaben stiegen die ausländischen Direktinvestitionen um 14,4 Prozent auf fast 18 Milliarden Euro. Die Investitionen in das Anlagevermögen nahmen um 13 Prozent zu und erreichten mit 37 Milliarden Euro einen Rekordwert, sagte Bektenov.

Zudem hat das Land ein Golden-Visa-Programm für Investorinnen, Investoren und hochqualifizierte Fachkräfte eingeführt, um ausländische Talente und Kapital anzuziehen.

Interesse an Exportfinanzierung wächst

Das Treffen eröffnet der Entwicklungsbank Kasachstans neue Möglichkeiten. Die Bank finanziert große Infrastruktur- und Industrieprojekte.

„Exportkreditagenturen helfen, Risiken zu verringern und Investorinnen und Investoren anzuziehen“, sagte Marat Yelibayev, Vorsitzender des Vorstands der Bank.

Exportkreditagenturen bieten Versicherungen und Garantien, die Investorinnen und Investoren gegen politische und wirtschaftliche Risiken internationaler Projekte absichern.

Die kasachische Exportkreditagentur hat bereits Büros in wichtigen Auslandsmärkten eröffnet. Sie unterstützt dort gezielt heimische Exporteure und reagiert zugleich auf die Bedürfnisse internationaler Investorinnen und Investoren.

Die staatliche Baiterek National Managing Holding, die die Entwicklungsinstitutionen des Landes bündelt, betont, dass die Diversifizierung über Rohstoffe hinaus Priorität bleibt.

„Unser Schwerpunkt liegt darauf, die Voraussetzungen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und langfristiges Wachstum zu schaffen“, sagte Rustam Karagoishin, Vorsitzender des Vorstands.

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OECD-Angleichung stärkt Glaubwürdigkeit

Kasachstans Einbindung in die globalen Handelsfinanznetzwerke nimmt zu. Ein Motor dafür ist die engere Angleichung an die Exportfinanz-Standards der OECD, sagt Silvia Gavornikova, Leiterin der Abteilung für Exportkredite und Wettbewerb bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Der Rahmen der OECD stützt jährlich rund 51 Milliarden Euro des internationalen Handels durch offiziell abgesicherte Exportkreditvereinbarungen.

„Die kasachische Exportkreditagentur zeigt großen Ehrgeiz, internationalen Normen zu entsprechen“, sagte Gavornikova und verwies auf Transparenz, Risikoprüfung, Umweltstandards und verantwortungsvolle staatliche Exportförderung.

Eine stärkere Orientierung an OECD-Standards könnte Kasachstan für internationale Banken, Versicherer und Exportkreditagenturen, die grenzüberschreitend zusammenarbeiten wollen, zu einem noch verlässlicheren Partner machen.

Kritische Mineralien rücken in den Fokus

Neben dem Ausbau von Exporten jenseits des Rohstoffsektors rechnet die Berne Union damit, dass die Investitionen in Kasachstans Rohstoffbranchen in den kommenden Jahren zunehmen, besonders bei kritischen Mineralien.

Der Präsident der Berne Union, Yuichiro Akita, sagte, die wachsende Nachfrage nach Versicherungen für Investitionen in kritische Mineralien mache dies zu einem „guten Zeitpunkt“, um Investorinnen und Investoren nach Kasachstan zu holen.

Zeitgleich bemühen sich Unternehmen, die mit den Söhnen von Donald Trump verbunden sind, um US-gestützte Finanzierung für Wolfram-Bergbauprojekte in Kasachstan. Diese Vorhaben sind Teil der Bemühungen Washingtons, die Abhängigkeit von China bei strategischen Rohstoffen zu verringern.

„Die geopolitische Lage ist wirklich herausfordernd“, sagte Akita.

„Doch Kasachstan verfügt über die Ressourcen, die die Welt derzeit braucht. Aus Investorensicht wollen wir mit kasachischen Partnern zusammenarbeiten, weil die Welt Partner braucht.“

Handelsambitionen und Mittlerer Korridor

Bektenov erwartet, dass das neue handelspolitische Konzept die nicht rohstoffbasierten Exporte bis 2030 auf fast 45 Milliarden Euro steigert.

Der Außenhandel Kasachstans liegt derzeit bei rund 124 Milliarden Euro. Die Exporte umfassen fast 4.000 Produktkategorien, die in 127 Länder gehen.

Das Land erweitert zudem sein Netz an Freihandelsabkommen. Zu den bestehenden Vereinbarungen mit Vietnam, Serbien und Iran kamen im vergangenen Jahr neue Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Mongolei und Indonesien hinzu.

Ein zentrales Element der Strategie ist die Transkaspische Internationale Transportroute. Der multimodale Handelskorridor verbindet China und Südostasien über Kasachstan, das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei mit Europa.

Mehrere große Infrastrukturprojekte entlang dieser Route sollen das Handelsvolumen erhöhen und die transkontinentalen Logistikverbindungen stärken.

„Jetzt müssen wir diese Projektpipeline mit Exportkreditagenturen und Geschäftsbanken teilen. Dann können sie entscheiden, ob sie Instrumente für diese Vorhaben bereitstellen wollen“, sagte Timur Onzhanov, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands von Baiterek.

Das Treffen in Astana endete mit strategischen Vereinbarungen zwischen Kasachstans Exportkreditagentur und großen internationalen Export-Import-Banken.

Im Mittelpunkt stehen die gegenseitige Rückversicherung von Exportrisiken, die gemeinsame Finanzierung von Investitionsprojekten und die Förderung kasachischer Nicht-Rohstoffexporte auf den Märkten des Nahen Ostens und Europas.

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