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DGSI ersetzt Palantir durch französisches Unternehmen, kündigt Sébastien Lecornu an

Französischer Geheimdienst beendet Partnerschaft mit US-Firma Palantir, mitgegründet von Trump-Vertrautem, erklärt Sébastien Lecornu
Französischer Geheimdienst beendet Partnerschaft mit US-Firma Palantir, mitgegründet von einem Vertrauten Donald Trumps, sagt Sébastien Lecornu Copyright  Copyright Business Wire 2021.
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Von Christina Molle mit Agences
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Premierminister will Frankreich bei Digitaltechnik und KI unabhängiger machen. Der Geheimdienst DGSI lässt Daten von einem französischen Unternehmen auswerten.

Die französische Regierung will sich von amerikanischem Einfluss lösen. Premierminister Sébastien Lecornu gab am Dienstagmorgen bekannt, dass der französische Konzern ChapsVision den US-Anbieter Palantir ablösen soll und künftig die Massendaten der Generaldirektion für Innere Sicherheit (DGSI) auswertet.

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„Wir können im Digitalen keine neuen strategischen Abhängigkeiten akzeptieren“, begründete der Premierminister. Er wolle „eine echte Autonomie aufbauen“, um „nicht vom guten Willen bestimmter Partner abzuhängen, die den Zugang zur KI jederzeit abdrehen könnten“.

Bruch nach zehn Jahren Partnerschaft

Die Entscheidung kommt überraschend. Die DGSI hatte ihren Vertrag mit Palantir erst im Dezember für drei Jahre verlängert. Die französischen Behörden haben die Details des Übergangs und den Zeitplan für die Einführung der neuen Lösung bislang nicht erläutert.

Das vom Milliardär Peter Thiel mit Unterstützung der CIA gegründete Unternehmen Palantir verkauft KI-gestützte Datenplattformen in Militärqualität an Regierungen und Unternehmen. Die Zusammenarbeit mit der DGSI begann nach den Anschlägen vom 13. November 2015. Angesichts der akuten Sicherheitslage und der rasant wachsenden Datenmengen setzten die französischen Dienste damals auf die Palantir-Plattform Gotham, die als eine der wenigen Lösungen galt, die solchen operativen Anforderungen gewachsen war.

Seit dem ersten Vertrag von 2016, der 2019 und 2022 verlängert wurde, bezeichneten französische Geheimdienstverantwortliche die Abhängigkeit von US-Technologie immer wieder als Übergangslösung – in Erwartung einer tragfähigen nationalen Alternative.

Kurz nach der Ankündigung erklärte Palantir in einer Mitteilung, der Vertrag mit der DGSI bleibe „vollumfänglich in Kraft“.

Wachsende Skepsis gegenüber den USA

Die Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump auf der internationalen Bühne hat europäische Partner dazu gebracht, ihre jahrzehntelange amerikanische Unterstützung in Bereichen wie Sicherheit und Technologie infrage zu stellen.

Washington hat vergangene Woche dem US-KI-Start-up Anthropic angeordnet, „allen ausländischen Staatsangehörigen“ den Zugang zu seinen beiden leistungsstärksten Modellen Claude Fable 5 und Mythos 5 zu verwehren und berief sich dabei auf die „nationale Sicherheit“. Die Anordnung löste Reaktionen mehrerer tatsächlicher oder potenzieller Präsidentschaftskandidaten in Frankreich aus. Sie warnten vor einem „KI-Krieg“ und forderten mehr Unabhängigkeit von den USA.

Anfang dieses Jahres erklärte die Bundeswehr, sie werde Palantir nicht mehr nutzen. Im Vereinigten Königreich wird der Datenvertrag des National Health Service mit Palantir im Wert von 330 Millionen Pfund (382 Millionen Euro) erneut geprüft, nachdem politischer und parlamentarischer Druck zugenommen hat.

Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan stoppte einen geplanten Vertrag über 50 Millionen Pfund zwischen Palantir und der Polizei der Hauptstadt. Er verwies auf mangelnde Wirtschaftlichkeit und Bedenken beim Vergabeverfahren.

655 Millionen Euro für KI in Frankreich

Sébastien Lecornu kündigte außerdem an, Frankreich wolle 655 Millionen Euro in künstliche Intelligenz investieren und einen gemeinsamen Chatbot für alle staatlichen Dienste einführen.

Frankreich plant zudem einen speziellen Gesundheits-Chatbot für die öffentliche Krankenversicherungsagentur Ameli sowie eine neue digitale Plattform, die den Zugang zu öffentlichen Daten vereinfachen soll.

Für ChapsVision markiert der Zuschlag einen wichtigen Meilenstein. Das Unternehmen will zu einem der führenden europäischen Anbieter für Data Intelligence und agentische KI aufsteigen und hatte 2024 bereits einen ersten DGSI-Auftrag zur Verarbeitung heterogener Daten gewonnen. Der nun abgeschlossene Vertrag ermöglicht es ChapsVision, die Auswertung großer Datenmengen zu übernehmen – ein Feld, das bisher Palantir dominierte.

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