Seit 2017 ist der Aufpreis für Apples aktuelles Pro-Modell in weiten Teilen Europas gestiegen; Steuern und Wechselkurse sorgen für deutliche Preisunterschiede.
In der Türkei kostet ein iPhone 17 Pro mehr als doppelt so viel wie in den USA. Damit ist das Land unter 41 untersuchten Märkten der teuerste Ort, um das Gerät zu kaufen.
Eine Studie von Deutsche Bank Research mit dem Titel Mapping the World’s Prices 2026 vergleicht die Preise desselben Modells mit 256 GB Speicher weltweit. Sie zeigt, dass viele europäische Länder im teuersten Bereich der Rangliste liegen.
Der Vergleich legt nahe, dass sich die Preislücke zwischen Europa und den USA in den vergangenen zehn Jahren vergrößert hat.
Schweiz bietet niedrigsten iPhone-Preis in Europa
Unter den 21 untersuchten europäischen Ländern ist die Schweiz mit 1.187 € am günstigsten. Am anderen Ende der Skala steht die Türkei: Dort kostet dasselbe Modell 2.222 €, der höchste Preis in allen 41 Märkten.
Ungarn verzeichnet mit 1.565 € den zweithöchsten Preis Europas. Das sind 657 € weniger als in der Türkei, aber 378 € mehr als in der Schweiz.
Nur Japan günstiger als USA, Südkorea gleich teuer
In den 40 betrachteten Märkten ist das iPhone 17 Pro nur in Japan günstiger als in den USA. In den USA kostet das Gerät 1.012 € (1.181 $), in Japan 961 € (1.121 $). In Südkorea liegt der Preis exakt auf dem US-Niveau.
„Japan bietet wegen der Yen-Schwäche das günstigste iPhone. Südkorea gehört wegen des heimischen Wettbewerbs durch Samsung weiterhin zu den billigsten Märkten weltweit“, heißt es in der Studie.
Steuern verteuern iPhones deutlich
Die Studie betont die Rolle der Steuern für die großen Preisunterschiede in Europa. In Ungarn treibt insbesondere die Mehrwertsteuer von 27 % den iPhone-Preis nach oben.
Die Schweiz gilt zwar bei vielen Produkten als teuerste Volkswirtschaft der Welt. Im Vergleich dieser iPhone-Preise ist sie jedoch das günstigste Land in Europa – „dank der niedrigen Mehrwertsteuer von 8,1 %“.
Im weltweiten Vergleich liegt Brasilien mit einem Preis von 1.937 € auf Rang zwei.
„Türkiye und Brasilien zeigen, wie Steuern, Zölle und eine schwache Währung den Preis eines iPhones verzerren können“, heißt es in dem Bericht.
Ägypten liegt mit 1.605 € auf Platz drei, Mexiko mit 1.420 € auf Rang sechs. Mit Ausnahme Mexikos stammen alle Länder zwischen Rang vier und Rang 24, den Indien einnimmt, aus Europa.
Große Volkswirtschaften: Großbritannien am günstigsten, Unterschiede gering
In den fünf größten Volkswirtschaften Europas ist das iPhone 17 Pro in Großbritannien am günstigsten: 1.265 € beziehungsweise 1.080 £. Am teuersten ist es in Italien mit 1.332 €. Die Unterschiede sind insgesamt gering. In Frankreich kostet das Gerät 1.323 €, in Spanien 1.312 € und in Deutschland 1.293 €.
Europa im Vergleich zu USA: iPhone deutlich teurer
Die Studie setzt den iPhone-Preis in den USA mit einem Indexwert von 100 an und vergleicht ihn mit anderen Ländern. In der Türkei kostet das iPhone 17 Pro 2,19-mal so viel wie in den USA, also 119 % mehr. Verbraucher zahlen dort mehr als das Doppelte des US-Preises.
Die Türkei ist das einzige Land in der Auswertung, in dem das iPhone mehr als doppelt so teuer ist wie in den USA.
Hauptgrund für diese Ausreißerrolle ist eine spezielle Verbrauchsteuer. Selbst wer ins Ausland reist – etwa in die USA –, um ein iPhone zu kaufen, muss in Türkiye eine „IMEI-Registrierungsgebühr“ von 54.258 TL (1.006 € bzw. 1.147 $) bezahlen. Das sind nur 34 $ weniger als der Gerätepreis in den USA.
In der Schweiz liegen die Preise für das iPhone 17 Pro um 17 % über dem US-Niveau, in Großbritannien um 25 %.
Vergleich der Relativpreise: iPhone 7 und iPhone 17 Pro
Ein Vergleich der relativen Preise zwischen dem iPhone 17 Pro im Jahr 2026 und dem iPhone 7 im Jahr 2017 zeigt: In Europa sind die Preise schneller gestiegen als in den USA.
Auch der Preis des iPhone 7 erhielt 2017 in den USA den Indexwert 100, dort gibt es also keine Veränderung. Nominal kostete das iPhone 7 damals 815 $, das iPhone 17 Pro heute 1.181 $.
Grundlage ist ein einfacher Index: Wenn ein iPhone in den USA 100 kostet, wie hoch ist der Wert in anderen Ländern?
Die größten Anstiege verzeichnen in diesem Vergleich die Türkei und Brasilien. Das iPhone 7 war in der Türkei 47 % teurer als in den USA. Beim iPhone 17 Pro hat sich diese Lücke auf 119 % erweitert.
In Brasilien stieg die Differenz von 37 % auf 91 %.
Deutliche Zuwächse der Preislücke gab es in den vergangenen zehn Jahren auch in Norwegen mit 21 Punkten sowie in Schweden, Finnland und Großbritannien mit jeweils 15 Punkten.
Unter den europäischen Ländern verzeichnete Griechenland mit einem Plus von nur sieben Punkten die geringste Veränderung.
„Apple legt seine Preise zentral fest und das Produkt ist weltweit identisch – so Preisunterschiede spiegeln Steuern, Zölle, Vertriebskosten und Wechselkurseffekte wider und machen das iPhone zu einem hervorragenden Gradmesser für Handels- und Fiskalpolitik“, heißt es in der Studie.
Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank erhielt man für 1 € im Juni 2017 im Schnitt 1,1229 $, im Juni 2026 waren es 1,1518 $. Das entspricht einer geringen Veränderung von 2,6 %.
Einkommensunterschiede vergrößern die Lücke bei der Leistbarkeit
Die Zahlen beziehen sich auf nominale Preise und berücksichtigen keine Einkommensniveaus, die sich von Land zu Land stark unterscheiden. Nach OECD-Daten lagen die jährlichen Bruttodurchschnittslöhne 2025 zwischen 18.590 € in der Türkei und 107.487 € in der Schweiz. Rechnet man die Einkommen ein, wird die Kluft bei der Leistbarkeit noch größer.