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Netanjahu nennt Katar "feindlichen Staat", Doha kontert gegen Iran

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gibt seine Stimme bei den Likud-Vorwahlen in Jerusalem ab, am 17. August 2026.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu gibt seine Stimme bei der Vorwahl der Likud-Partei in Jerusalem am 17. August 2026 ab. Copyright  (AP Photo/Ohad Zwigenberg, Pool)
Copyright (AP Photo/Ohad Zwigenberg, Pool)
Von Mohamed Elashi
Zuerst veröffentlicht am
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Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verteidigt Israels Angriff auf Doha 2025 und nennt Katar einen "feindlichen Staat".

In einem Interview mit dem israelischen Sender i24NEWS weist Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Vorwürfe zurück, Katar habe die israelische Politik im Gaza-Krieg beeinflusst. Er bezeichnete das Emirat Katar als "feindlichen Staat“, betonte aber, dass Doha keine Entscheidungen Israels vorgegeben habe.

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"Katar ist ein feindlicher Staat, aber Katar ist kein Staat, der hier irgendetwas diktiert hat“, sagte Netanjahu.

Der israelische Regierungschef erinnerte auch an Israels Angriff auf Doha im vergangenen Jahr und sagte: "Ich habe Katar angegriffen, ich habe es auch bombardiert."

Der Angriff im September 2025 galt ranghohen Hamas-Funktionären, die sich in Doha zu Verhandlungen über einen von den USA unterstützten Waffenstillstand für Gaza aufhielten.

Dabei wurden sechs Menschen getötet, darunter ein Angehöriger der katarischen Sicherheitskräfte. Hamas erklärte, sein hochrangiges Verhandlungsteam habe den Angriff überlebt. Katar verurteilte den Angriff als Verletzung seiner Souveränität.

Später im selben Monat entschuldigte sich Netanjahu in einem Telefonat mit US‑Präsident Donald Trump und dem katarischen Ministerpräsidenten bei Katar. Er sagte zu, Israel werde einen solchen Angriff nicht wiederholen.

Netanjahu verteidigte nun seine Regierung gegen Kritik an der Überweisung katarischer Gelder nach Gaza. Die Zahlungen waren vor den Hamas‑Angriffen auf Israel am 7. Oktober 2023 erfolgt.

Die Gelder seien für humanitäre Zwecke bestimmt gewesen, erklärte Bibi Netanjahu. Israelische Sicherheitsbehörden hätten die Überweisungen empfohlen.

Katar bestreitet immer wieder, Hamas zu finanzieren. Das Emirat betont, seine Hilfe gehe über Mechanismen, die Israel und den USA bekannt seien, an die Palästinenser im Gazastreifen.

Aus Doha gab es zunächst keine öffentliche Reaktion auf Netanjahus jüngste Äußerungen.

Iranische Angriffe: Katar widerspricht Teheran

Gleichzeitig dauert der Streit zwischen Katar und Iran über die Darstellung iranischer Raketen- und Drohnenangriffe auf katarisches Gebiet an.

Am Freitag warf Majed Al Ansari, der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Teheran vor, ein katarisches Sicherheitsdokument selektiv zu nutzen, um die Behauptung zu stützen, iranische Angriffe hätten vor allem US‑Militäreinrichtungen getroffen.

Esmaeil Baghaei, der Sprecher des iranischen Außenministeriums, hatte sich auf eine katarische Sicherheitsanalyse für die Internationale Fernmeldeunion berufen. Sie zeige, so Baghaei, dass iranische Angriffe auf US‑Militärstandorte gerichtet gewesen seien und keine zivilen Gebiete ins Visier genommen hätten.

Das Dokument belege, erklärte Baghaei, dass fast alle Angriffe auf US‑Einrichtungen gezielt gewesen seien, mit Ausnahme eines Luftangriffs gegen Gasanlagen in Ras Laffan im März 2026. Die dort getroffenen Anlagen hätten US‑Militäroperationen gegen Iran unterstützt, behauptete er.

Al Ansari wies diese Darstellung zurück und erklärte, Iran zitiere das Dokument mit aus dem Zusammenhang gerissenen Behauptungen.

"Wenn die iranische Seite sich auf offizielle Unterlagen stützen will, laden wir sie ein, auf das Protokoll zurückzugreifen, das der Staat Katar formell bei den Vereinten Nationen eingereicht hat“, sagte er.

Doha verwies auf katarische Eingaben an die UN, die iranische Raketen dokumentieren, die über zivile, kommerzielle und Wohngebiete fliegen. Frühere Angriffe hätten zudem Schäden und Verletzte verursacht, sagte Al Ansari.

Al Ansari widersprach auch der iranischen Darstellung, von einem "angeblichen" Angriff auf Ras Laffan. Der Schlag sei von Katar offiziell dokumentiert worden, betonte er.

"Der Staat Katar ist keine Konfliktpartei“, sagte der Sprecher in Doha. Angriffe auf katarisches Gebiet und zivile Infrastruktur ließen sich nicht als legitime Reaktionen des Iran rechtfertigen.

Katar schickte am Freitag zudem Schreiben an den UN‑Generalsekretär und den Präsidenten des Sicherheitsrats. Darin weist das Emirat die rechtliche Begründung Irans für die seit dem 28. Februar laufenden Angriffe zurück.

Doha erklärte, Teheran bleibe völkerrechtlich verantwortlich. Katar behalte sich das Recht vor, sich zu verteidigen und Entschädigung für die Schäden zu verlangen.

Katar kündigte zudem an, seine diplomatischen Bemühungen zur Entschärfung der Spannungen in der Region fortzusetzen.

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