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Microsoft erzielt Rekordgewinn, Aktie steigt um 10 Prozent, Meta enttäuscht

Ein Microsoft-Schild und Logo sind am Firmensitz am vierten April 2025 in Redmond, Washington, zu sehen.
Schild und Logo von Microsoft sind am Firmensitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington am vierten April 2025 zu sehen. Copyright  AP Photo/Jason Redmond, File
Copyright AP Photo/Jason Redmond, File
Von Indrabati Lahiri mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Microsoft meldet Rekordgewinn und erwartet schnelleres Wachstum bei Azure. Bei Meta drücken Abfindungen und Rechtskosten Gewinn und Marge.

Die Microsoft-Aktie legte am Donnerstag im vorbörslichen Handel zeitweise um bis zu zehn Prozent zu. Der Technologiekonzern stellte einen Umsatz in Aussicht, der über den Erwartungen liegt, sowie ein beschleunigtes Wachstum im Cloud-Geschäft Azure. Das liefert neue Hinweise darauf, dass die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz Früchte tragen.

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Für das Quartal Juli bis September rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 89,85 Mrd. Dollar (78,5 Mrd. Euro) und 90,95 Mrd. Dollar (79,5 Mrd. Euro). Das entspricht einem Plus von 16 bis 17 Prozent. Der Umsatz von Azure soll währungsbereinigt um rund 45 Prozent zulegen, nach 43 Prozent im gerade abgeschlossenen Quartal.

Der optimistische Ausblick folgt auf unerwartet starke Zahlen für das vierte Geschäftsquartal. Im Zeitraum April bis Juni stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 90 Mrd. Dollar (78,7 Mrd. Euro). Analysten, die das Datenanbieter FactSet befragt hatte, waren im Schnitt von 87,6 Mrd. Dollar (76,6 Mrd. Euro) ausgegangen.

Der Nettogewinn legte um 31 Prozent auf den Rekordwert von 35,8 Mrd. Dollar (31,3 Mrd. Euro) zu. Darin enthalten ist allerdings ein nicht realisierter Bewertungsgewinn von 3,2 Mrd. Dollar (2,8 Mrd. Euro) aus der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 4,81 Dollar (4,20 Euro) und damit über der Analystenprognose von 4,24 Dollar (3,71 Euro).

Mit seinen Cloud-Angeboten setzte Microsoft im Quartal 59,3 Mrd. Dollar (51,9 Mrd. Euro) um, ein Anstieg um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das starke Wachstum zeigt die hohe Nachfrage nach der Cloud-Plattform Azure sowie nach den eigenen KI-Anwendungen und -Diensten des Konzerns. Der Umsatz mit Azure und anderen Cloud-Diensten stieg um 43 Prozent.

Nach Unternehmensangaben übersteigt die Nachfrage nach Azure weiterhin die verfügbare Kapazität. Microsoft hat im Quartal zusätzliche Rechenzentren und Infrastruktur ans Netz gebracht, kann den Bedarf aber noch nicht vollständig decken.

Im gesamten, im Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte Microsoft einen Umsatz von 331,8 Mrd. Dollar (289,9 Mrd. Euro).

„In diesem Jahr hat der Azure-Umsatz erstmals die Marke von 100 Mrd. Dollar (87,4 Mrd. Euro) überschritten, und Microsoft 365 Copilot kommt inzwischen auf über 30 Mio. bezahlte Lizenzen“, erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella am Mittwoch. „Das zeigt, wie viel Vertrauen unsere Kunden in uns setzen, um ihre KI-Transformation voranzutreiben.“

Das gleichzeitige Wachstum von Azure und Copilot belege, dass Microsoft „auf beiden Feldern gewinnt“, sagte Michael J. Wolf, Gründer und Chef der Beratungsfirma Activate Consulting, in einer Stellungnahme. Microsoft schaffe das, indem der Konzern „die Cloud-Infrastruktur für Unternehmens-KI bereitstellt und zugleich die KI-Werkzeuge monetarisiert, die Beschäftigte täglich in den Produkten nutzen“.

Anleger hatten nach Belegen gesucht, dass Azure und Copilot, der zentrale KI-Assistent von Microsoft, auf Sicht tatsächlich Erträge liefern können. In der Branche wachsen seit geraumer Zeit die Sorgen über die hohen KI-Ausgaben.

Finanzchefin Amy Hood versicherte den Investoren in einer Telefonkonferenz, dass die Investitionspläne des Konzerns für das Kalenderjahr 2026 unverändert bleiben.

Eine bilanzielle Umstellung werde die Prognose auf rund 175 Mrd. Dollar (152,9 Mrd. Euro) verändern, sagte Hood. De facto blieben die Erwartungen aber „unverändert“. Damit setzt sich Microsoft von Wettbewerbern ab, die ihre Ausgabenprognosen zuletzt immer weiter erhöht haben.

Hood hatte zu Jahresbeginn erklärt, Microsoft gehe für 2026 von Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 190 Mrd. Dollar (165,9 Mrd. Euro) aus.

Bryan Hayes, Anlagestratege beim Analysehaus Zacks Investment Research, bewertete die Entwicklung so: „Erstmals seit drei Quartalen scheint der Markt bereit einzuräumen, dass diese Ausgaben etwas Greifbares hervorbringen.“

„Wir sind weiterhin sehr überzeugt vom langfristigen Ertrag dieser Investitionen“, sagte Danielle Criste, Leiterin der Anlegerkommunikation bei Microsoft, im Interview. „Die starken Nachfragesignale, die zunehmende Nutzung unserer Produkte und die Effizienzgewinne über die gesamte Plattform sprechen dafür.“

Meta-Gewinn bleibt hinter Erwartungen zurück

Meta Platforms teilte am Mittwoch mit, dass der Gewinn im zweiten Quartal gesunken ist, obwohl der Umsatz die Erwartungen der Wall Street übertroffen hat. Hohe Rechtskosten und Abfindungszahlungen belasteten das Ergebnis.

Der Facebook- und Instagram-Konzern erzielte im Zeitraum April bis Juni einen Gewinn von 15,85 Mrd. Dollar (13,8 Mrd. Euro). Das sind 14 Prozent weniger als die 18,34 Mrd. Dollar (16 Mrd. Euro) im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 60,8 Mrd. Dollar (53,1 Mrd. Euro), nach 47,52 Mrd. Dollar (41,5 Mrd. Euro) ein Jahr zuvor.

Meta verdiente 6,18 Dollar (5,40 Euro) je Aktie und blieb damit unter den von FactSet befragten Analystenerwartungen von 7,19 Dollar (6,30 Euro). Die Analysten hatten einen Umsatz von 60,22 Mrd. Dollar (52,6 Mrd. Euro) prognostiziert.

Die gesamten Kosten und Aufwendungen schnellten um 55 Prozent auf 42,03 Mrd. Dollar (36,7 Mrd. Euro) hoch. Darin enthalten sind 2,4 Mrd. Dollar (2,1 Mrd. Euro) für Rechtsstreitigkeiten und 1,18 Mrd. Dollar (1,03 Mrd. Euro) an Abfindungen im Zusammenhang mit dem Stellenabbau im Mai. Die operative Marge schrumpfte von 43 auf 31 Prozent.

„KI beschleunigt schon heute unser Kerngeschäft, treibt die nächste Generation unserer Produkte an und eröffnet völlig neue Chancen im Unternehmenskundengeschäft“, erklärte Konzernchef Mark Zuckerberg in einer Mitteilung. „Die Ergebnisse sind bereits sichtbar, und ich bin optimistisch, was das Potenzial angeht.“

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