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Samsung-Gewinn schießt um 1.814 Prozent hoch: Südkoreas Techkonzerne profitieren vom KI-Boom

Archivbild: Menschen gehen am Samsung-Gangnam-Geschäft in Seoul, Südkorea, vorbei, am Donnerstag, 30. Juli 2026.
Archivbild: Menschen gehen am Samsung-Gangnam-Laden in Seoul, Südkorea, am Donnerstag, 30. Juli 2026, vorbei. Copyright  AP Photo/Ahn Young-joon
Copyright AP Photo/Ahn Young-joon
Von Doloresz Katanich mit AP
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Samsung erzielt in seiner Halbleitersparte mehr als das 220-fache des Vorjahresgewinns. Der Konzern warnt vor wachsendem Mangel an Speicherchips durch rasanten Ausbau der KI-Infrastruktur im kommenden Jahr.

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat am Donnerstag für den Zeitraum April bis Juni einen rekordhohen operativen Gewinn von 89,5 Billionen Won (54 Milliarden Euro) gemeldet. Das ist ein Plus von 56 Prozent im Quartalsvergleich und mehr als das 19-Fache des Ergebnisses vor einem Jahr.

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Nach den veröffentlichten gerundeten Zahlen stieg der operative Gewinn der Halbleitersparte auf 89,2 Billionen Won (53,8 Milliarden Euro). Das entspricht dem 223-Fachen des Vorjahresniveaus von 0,4 Billionen Won (241 Millionen Euro).

Die Halbleitersparte profitierte von steigenden Chippreisen. Ursache ist die starke Nachfrage nach KI-Servern und höhere Auslieferungen moderner Hochgeschwindigkeits-Speicherchips, die KI-Anwendungen antreiben. Diese Entwicklung kompensierte einen operativen Verlust in der Sparte für Mobilgeräte, Fernsehgeräte und Haushaltsgeräte, der teilweise auf gestiegene Komponentenpreise zurückgeht.

Der Quartalsumsatz von Samsung legte gegenüber dem Vorquartal um 28 Prozent zu und lag 130 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Mit 171,5 Billionen Won (103,5 Milliarden Euro) erreichte er ein Allzeithoch. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Nachfrage nach seinen Speicherprodukten in der zweiten Jahreshälfte robust bleibt, getrieben vom weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur und der breiteren Nutzung agentischer KI. Die Nachfrage nach Server-Chips soll weiter anziehen und den Markt unterversorgt halten, teilte Samsung mit.

Samsung Electronics legte seine Zahlen einen Tag, nachdem der Rivale SK Hynix ebenfalls Rekordwerte bei Umsatz und operativem Gewinn ausgewiesen hatte. Die beiden weltweit größten Speicherchiphersteller profitieren weiterhin von dem globalen KI-Boom.

Trotz der boomenden Gewinne sind die Aktien der Unternehmen in dieser Woche an Südkoreas volatilem Aktienmarkt deutlich gefallen. Dort sorgen Privatanleger häufig für starke Kursschwankungen. Zugleich wachsen die Sorgen über die Pläne der Konzerne, enorme Summen in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten zu investieren, und über die Aussicht auf verschärfte Konkurrenz aus China.

Chipmangel droht sich zu verschärfen

Kim Jaejune, Executive Vice President der Speicherchip-Sparte von Samsung, sagte, das Unternehmen rechne damit, dass sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage 2027 weiter vergrößert. Der Mangel werde voraussichtlich bis 2028 anhalten.

Samsung teilte mit, dass das erste Halbleiterwerk in Taylor im US-Bundestaat Texas wie geplant noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Zudem will der Konzern mit dem Bau eines zweiten Werks beginnen, das ab 2030 in die Massenproduktion gehen könnte.

Kim sagte, Samsung habe sich langfristige Lieferverträge für Chips mit den weltweit fünf größten Betreibern von Rechenzentren gesichert und stehe kurz vor Vereinbarungen mit fünf weiteren großen Kunden. Namen nannte er nicht. Nach Angaben der Agentur Associated Press könnten zu den fünf Unternehmen Amazon Web Services, Google, Meta, Oracle und Microsoft gehören.

„Trotz unserer Bemühungen, die Produktion zu steigern, wächst die Nachfrage schneller als unsere Kapazitäten“, sagte Kim in einer Telefonkonferenz.

Samsung und SK Hynix fertigen zusammen rund zwei Drittel der weltweit produzierten Speicherchips. Beide Unternehmen investieren massiv in neue Halbleiterwerke und Rechenzentren, da Südkorea seine KI-Ambitionen ausbaut. Einige Analysten sehen jedoch wachsende Risiken, ob sich diese gewaltigen Ausgaben langfristig ausreichend auszahlen.

Die Spitzenmanager von Samsung, SK und dem südkoreanischen Autohersteller Hyundai begleiteten Präsident Lee Jae Myung in der vergangenen Woche auf seiner Reise nach San Francisco. Dort kündigten sie geplante Kooperationen im Umfang von Hunderten Milliarden Dollar mit großen US-Technologiekonzernen an, darunter die KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic sowie die Chipdesigner Nvidia und Broadcom. Die Vereinbarungen umfassen Chiptechnologien, Rechenzentren und weitere KI-Infrastruktur.

Bei einem Runden Tisch mit ausländischen Medien sagte vergangene Woche Kim Yong-beom, Lees wichtigster Politikberater, die Initiativen zeigten, wie globale Techkonzerne darum ringen, sich langfristige Partnerschaften mit südkoreanischen Chipproduzenten zu sichern, um verlässliche Speicherchip-Lieferungen für KI zu erhalten.

In einem Bericht in dieser Woche schrieb Son In-joon, Halbleiteranalyst beim südkoreanischen Broker Eugene Investment & Securities, die starken Kursschwankungen der Aktien der Unternehmen und anderer globaler Tech-Konzerne zeigten, dass Investoren ihren Fokus von kurzfristigen Gewinnen auf langfristige Tragfähigkeit verlagern.

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