Der Streit um Israels umstrittene Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 spitzt sich zu. Nun erschüttert ein neuer Skandal den siebzigsten Jahrgang: Der ORF-Generaldirektor tritt nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurück.
Als hätte der diesjährige Eurovision Song Contest nicht schon genug Zündstoff...
Roland Weissmann, Generaldirektor des österreichischen Rundfunks ORF, ist wegen Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten. Der Sender richtet in zwei Monaten den ohnehin umstrittenen Eurovision aus.
Weissmann, siebenundfünfzig, weist die Vorwürfe zurück, wie der ORF mitteilte. In seiner Erklärung dankte der Sender für dreißig Jahre Mitarbeit im Haus und kündigte an, Weissmann trete „mit sofortiger Wirkung“ zurück.
"In den vergangenen Tagen hat eine ORF-Mitarbeiterin Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den Generaldirektor erhoben. Roland Weissmann weist diese Vorwürfe zurück", teilte der Sender mit und betonte, die Anschuldigungen müssten rasch und transparent untersucht werden.
Weissmanns Anwalt Oliver Scherbaum erklärte, sein Mandant kenne die Einzelheiten der Anschuldigungen bisher nicht vollständig. Er sei zurückgetreten, „um Schaden vom Unternehmen abzuwenden“.
Die Leiterin des ORF-Radios, Ingrid Thurnher, übernimmt den Posten der Generaldirektorin vorläufig, wie der ORF weiter mitteilte.
Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Wien statt: am zwölften und 14. Mai (Halbfinale) und am 16. Mai (Finale).
Insgesamt nehmen 35 Länder an der größten live übertragenen Musikshow der Welt teil. In diesem Jahr fehlen Spanien, Irland, die Niederlande, Slowenien und Island; sie haben ihre Teilnahme wegen der weiterhin vorgesehenen Beteiligung Israels zurückgezogen.
Diese Staaten erklären, eine Teilnahme sei „unvertretbar“ angesichts der zivilen Opfer im Gazastreifen infolge der israelischen Reaktion auf den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023.
Trotz des Mottos „United by Music“ und der Zusage des ORF, palästinensische Flaggen nicht zu verbieten oder Buhrufe gegen den israelischen Auftritt nicht zu übertönen, lasten diplomatische Spannungen und zahlreiche Boykotte weiter auf der 70. Ausgabe des Wettbewerbs.