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Vor Wien-Finale 2026: Conchita Wurst sagt dem Eurovision Song Contest Lebewohl

Conchita Wurst zieht sich aus dem Eurovisionsgeschehen zurück
Conchita Wurst zieht sich aus dem Eurovisionsgeschehen zurück Copyright  AP Photo
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Conchita Wurst prägte den ESC wie kaum eine andere – jetzt kommt der Abschied. Der Rückzug kommt kurz vor dem Eurovision-Finale in Wien 2026, bei dem sie eine Schlüsselrolle spielen sollte. Zudem steht die Veranstaltung wegen Boykott-Drohungen und Israel-Streit ohnehin unter Druck.

Conchita Wurst, der österreichische Star und Sieger des Eurovision Song Contest 2014, hat angekündigt, sich aus dem Eurovision-Umfeld zurückzuziehen.

Conchita Wurst gehört zu den bekanntesten und kultigsten Eurovisionsgewinnern des 21. Jahrhunderts. Der Siegertitel „Rise Like A Phoenix“ begeisterte ein großes Publikum.

In einer Erklärung, die Wurst als „Tom“ unterzeichnet, heißt es: „Der Eurovision Song Contest hat mein Leben geprägt. Er war meine Bühne, mein Zuhause und mein Sprungbrett – ein Kapitel, für das ich zutiefst dankbar bin.“

„Als Künstlerin ist der Wandel meine größte Konstante. Von nun an ziehe ich mich aus dem Eurovisionskontext zurück. Ich möchte mich stärker auf andere professionelle Projekte konzentrieren und neue Dinge entstehen lassen.“

Abschließend heißt es: „Meine Verbindung zum ESC bleibt als Teil meiner Geschichte bestehen, nicht als Ort für meine nächsten Schritte. Meine Entscheidung ist persönlich und ich werde mich dazu nicht weiter äußern.“

Michael Kron, Executive Producer für Eurovision 2026, erklärte dazu: „Wir nehmen Conchita Wursts Entscheidung, sich aus dem Eurovisionskontext zurückzuziehen, zur Kenntnis und respektieren sie. Ihr Beitrag ist ein wichtiger Teil der österreichischen Song-Contest-Geschichte. Wir wünschen Tom Neuwirth alles Gute für seine zukünftigen Projekte.“

Die Entscheidung kommt überraschend. Conchita Wurst war in den vergangenen Jahren weiterhin eng mit dem Eurovision Song Contest verbunden, unter anderem durch Auftritte und als Moderatorin von Veranstaltungen. Zudem war erwartet worden, dass sie beim kommenden Wettbewerb in Wien im Mai eine Schlüsselrolle übernehmen würde.

Zwar betont Wurst, die Entscheidung sei persönlich und wollte sich nicht weiter dazu äußern. Dennoch fällt der Zeitpunkt in eine Phase wachsender Kontroversen um den Wettbewerb 2026, der bereits jetzt als eines der umstrittensten Jahre in der Geschichte des Eurovision Song Contest gilt.

Ende vergangenen Jahres gaben fünf Länder – Irland, Spanien, Island, Slowenien und die Niederlande – bekannt, 2026 nicht teilzunehmen. Damit protestieren sie gegen die Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Israel weiterhin beim Wettbewerb zuzulassen.

Proteste gegen die Eurovision
Proteste gegen die Eurovision AP Photo

Im Dezember erklärte Nemo, der Gewinner des Wettbewerbs 2024, seine Trophäe aus Protest an die EBU zurückgeschickt zu haben.

„Die Eurovision steht für Einheit, Integration und Würde für alle. Diese Werte haben diesen Wettbewerb für mich bedeutsam gemacht“, schrieb Nemo auf Instagram. „Aber Israels fortgesetzte Teilnahme, während die unabhängige internationale Untersuchungskommission der UNO zu dem Schluss gekommen ist, dass es sich um einen Völkermord handelt, zeigt einen klaren Konflikt zwischen diesen Idealen und den Entscheidungen der EBU.“

Die Eurovision bemüht sich, unpolitisch zu bleiben. Dennoch werfen Kritiker der EBU Heuchelei vor, weil Russland nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 ausgeschlossen wurde. Belarus war bereits ein Jahr zuvor nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko ausgeschlossen worden.

Nach Nemos Ankündigung erklärte auch Charlie McGettigan, Eurovisionssieger von 1994, seine Trophäe zurückgeben zu wollen.

Der österreichische öffentlich-rechtliche Rundfunk ORF, der den kommenden Eurovision Song Contest ausrichtet, bestätigte: Das Zeigen der palästinensischen Flagge im Publikum werde nicht verboten. Auch Buhrufe gegen den Auftritt Israels sollten nicht zensiert werden.

Der Eurovision Song Contest wird 2026 in Wien stattfinden, nachdem JJ den Wettbewerb 2025 gewonnen hatte. Er setzte sich gegen die israelische Teilnehmerin Yuval Raphael durch. Raphael gewann die Zuschauerabstimmung, Israel wurde jedoch kritisiert, weil es die Sängerin angeblich mit einer Werbekampagne unterstützt habe. Der Skandal führte dazu, dass die EBU strengere Regeln für den Wettbewerb 2026 einführte.

Die 70. Ausgabe des Eurovisionswettbewerbs wird am 16. Mai 2026 in Wien stattfinden.

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