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Mehr als nur Deko: Festival in Leipzig zeigt, wie Eier zur Leinwand werden

Das jahrhundertealte Handwerk der Ostereierbemalung steht jedes Frühjahr bei einem Fest in Leipzig im Mittelpunkt
Das jahrhundertealte Handwerk der Ostereierbemalung steht jedes Frühjahr bei einem Fest in Leipzig im Mittelpunkt Copyright  AP Photo
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Von Sonja Issel
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Für viele gehört das Verzieren von Ostereiern fest zum Osterfest dazu. Doch die Aussteller des Eierlei Festival Leipzig heben diese Tradition auf ein neues Niveau: Auf der internationalen Ostereierbörse in Leipzig zeigen Profis, was sich aus der vermeintlich einfachen Osterdeko machen lässt.

Wie in jedem Jahr kamen in Leipzig Ende März zahlreiche Künstler zusammen, um ihre Arbeiten zu präsentieren. Doch statt Leinwänden dient ihnen das Ei als Grundlage – ein Symbol, das eng mit der Ostertradition verbunden ist.

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Was hier entsteht, hat mit klassischem Ostereierfärben jedoch nur noch wenig zu tun.

Viele von ihnen greifen auf Handwerkstechniken zurück, die mehrere Jahrhunderte alt sind und oft von Generation zu Generation weitergegeben wurden.

In diesem Jahr waren nach Angaben des Veranstalters Kunstschaffende aus Deutschland, Polen, Belgien, Tschechien und Großbritannien vertreten. Sie gaben Einblicke in unterschiedlichste regionale Traditionen und Herangehensweisen.

"Man muss es sich so vorstellen: Jeder Künstler hat seine eigene spezielle Technik. Manche nutzen mehrere Techniken und kombinieren diese gerne miteinander", so Organisatorin Kerstin Dischereit im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.

Die Vielfalt zeigte sich auch bei den Materialien: Neben klassischen Hühnereiern wurden unter anderem Wellensittich-, Wachtel-, Gänse- und sogar Straußeneier verarbeitet. Insgesamt sind rund 8000 Exponate zu sehen, wie der Veranstalter mitteilt.

Zahlreiche Traditionen

Zu den wohl bekanntesten Verziertechniken gehört die sorbische Ostereierkunst. Dabei werden Methoden wie Wachsen, Wachsbossieren, Kratzen oder Ätzen angewendet.

Die sorbische Tradition ist jedoch nur eine von vielen. Die Techniken stammen aus verschiedenen Regionen Europas.

Agnes Martin etwa – eine der Künstlerinnen die in diesem Jahr dabei waren – arbeitet nach ukrainischem Vorbild: "Die Eier werden in verschiedenen Färbebädern gefärbt. Mit dem Wachs werden die Stellen abgedeckt, die farbig bleiben sollen. Zum Schluss wird das Wachs abgeschmolzen, und fertig ist das Ergebnis."

"Ei"-Phone und Himmelseier

Neben den traditionellen Arbeiten waren auch moderne Interpretationen zu sehen: Materialcollagen, Skulpturen oder Eier im Stil der berühmten Fabergé-Arbeiten. Auch ungewöhnliche Objekte gehörten dazu – etwa "Ei"-Phones aus Eierschalen oder sogenannte Himmelseier, die Sternbilder zeigen oder als Globus gestaltet sind.

Der Aufwand für diese Kunstwerke ist erheblich: Für ein einzelnes Ei investieren die Künstler oft viel Zeit. Kleinere Werke dauern acht bis zehn Stunden, größere Arbeiten können sich über Wochen hinziehen.

Für Besucher war das Festival damit mehr als nur ein Blick auf dekorative Kunst, sondern bewahrte auch Traditionen, die andernorts längst verschwinden.

Der Termin für das kommende Jahr steht bereits – und bringt ein Jubiläum mit sich: Am 6. und 7. März 2027 findet das Leipziger "Eierlei" zum 30. Mal statt.

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