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Goldene Palme entsteht: Chopard-Chefin Caroline Scheufele und ihre Kunst

In der Werkstatt: Caroline Scheufele, Mitgründerin und Kreativdirektorin von Chopard, Genf, 23. April 2026
In der Werkstatt: Caroline Scheufele, Chopard-Mitgründerin und künstlerische Leiterin, Genf, 23. April 2026 Copyright  Joseph Allen/Euronews
Copyright Joseph Allen/Euronews
Von Tokunbo Salako
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Vor dem Auftritt der Stars auf dem roten Teppich in Cannes durfte Euronews Culture in den Ateliers des Schweizer Juweliers Chopard zusehen, wie die Goldene Palme entsteht.

Seit gut drei Jahrzehnten entsteht die Goldene Palme, die Palme d’Or, in der Schweiz, in der Manufaktur der Familie Chopard am Stadtrand von Genf.

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Jedes Jahr fertigt das Haus die ikonische Trophäe für die Filmfestspiele von Cannes – mit denselben traditionellen Techniken und viel Fingerspitzengefühl.

Caroline Scheufele, Co-Präsidentin und Kreativchefin von Chopard, überwacht die Herstellung persönlich – von der ersten Idee bis zur fertigen Palme. Zu dieser Rolle kam sie eher zufällig.

„Wir hatten damals eine Boutique direkt gegenüber dem Palais eröffnet. Ich liebe das Kino, die siebte Kunst, schon immer“, erklärte Scheufele Euronews Culture. „Also dachte ich, wir sollten unbedingt während der Filmfestspiele öffnen – da sind ja jede Menge Prominente unterwegs.“

„Einige Monate zuvor hatte ich in Paris den damaligen Festivalpräsidenten Pierre Viot getroffen“, erinnert sie sich. „Während wir sprachen, schaute ich mich in seinem wunderschönen Pariser Büro um – er war ein echter französischer Gentleman – und da stand sie im Regal: die echte Palme.“

„Er sagte: ‚Ja, wir denken darüber nach, sie zu überarbeiten, neu zu gestalten, nach fünfzehn Jahren wäre das fällig.‘ Also fragte ich: ‚Wer produziert sie denn?‘ Er meinte, das mache wohl eine kleine Werkstatt in Paris. Daraufhin sagte ich: ‚Mein eigentlicher Job ist nicht, glamouröse Dinner und Partys zu organisieren. Ich bin Designerin. Darf ich Ihnen einen Entwurf machen, wie die Palme etwas ästhetischer, eleganter, glamouröser werden könnte?‘ Und er sagte: ‚Natürlich.‘ So bin ich an diesem Tag praktisch mit der Palme unter dem Arm aus seinem Büro gegangen – und neunundzwanzig Jahre später sind wir immer noch dabei.“

Ich glaube, das ist die begehrteste Trophäe der Filmwelt, denn es gibt nur eine einzige Goldene Palme. Oscars und Golden Globes gibt es viele, aber eben nur diese eine Palme.
Caroline Scheufele
Caroline Scheufele, Chopard-Mitgründerin und Kreativdirektorin, Genf, 28. April 2026
Caroline Scheufele, Chopard-Mitgründerin und Kreativdirektorin, Genf, 28. April 2026 Euronews

So entsteht die Goldene Palme

Das Leben der Goldenen Palme beginnt in der Gießerei. Dort wird das Gold mit anderen Metallen gemischt und eingeschmolzen, bis es bereit für die Werkstatt ist.

Hier startet der Guss. Wachs wird in eine Form gedrückt und dient als Modell für eine Gipsform. Der Künstler kontrolliert und prüft sie sorgfältig, bevor er sie in den Ofen schiebt, wo sie die ganze Nacht bleibt.

Chopard gibt an, für die Goldene Palme 18-karätiges, nachhaltig und ethisch gewonnenes Gold zu verwenden
Chopard gibt an, für die Goldene Palme 18-karätiges, nachhaltig und ethisch gewonnenes Gold zu verwenden Tokunbo Salako/Euronews

Dann fließt das Gold erneut in die Hohlräume der Form. Anschließend wird der Gips aufgebrochen und die rohe Palme kommt zum Vorschein. Sie wird gesäubert und für die nächsten Schritte vorbereitet: Feilen, Nachbearbeiten und Polieren.

Jeder Arbeitsgang kann mehrere Stunden dauern, denn die Arbeit ist äußerst fein und aufwendig. Am Ende wird die fertige Palme auf einem einzigartigen Stück Bergkristall befestigt.

Bereit für die Nahaufnahme: Diese Goldene Palme wird beim Höhepunkt der Filmfestspiele von Cannes an ihre glückliche Gewinnerin oder ihren glücklichen Gewinner überreicht
Bereit für die Nahaufnahme: Diese Goldene Palme wird beim Höhepunkt der Filmfestspiele von Cannes an ihre glückliche Gewinnerin oder ihren glücklichen Gewinner überreicht Tokunbo Salako/Euronews

„Der kleine Chopard-Touch ist das herzförmige Detail am unteren Ende des Blattes. Das ist sehr symbolisch für Chopard“, sagte Scheufele. „Ich entwerfe sehr viel mit Herzen, mit herzförmigen Steinen aller Art.“

„Ich habe der Palme mehr Schwung gegeben, denn früher war sie ganz flach – als wäre ein Lastwagen darübergefahren“, erzählt sie. „Das war nicht sehr elegant, und sie bestand auch nicht aus 18-karätigem Gold, sondern war nur vergoldet. Heute ist sie nicht nur aus 18-karätigem Gold, sondern aus ethischem Gold.“

Die 79. Filmfestspiele von Cannes finden vom zwölften bis 23. Mai statt. Den Vorsitz der Jury im Hauptwettbewerb, die in diesem Jahr über die Goldene Palme entscheidet, führt der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook.

Cutter • Joseph Allen

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