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Euronews Culture: Film der Woche „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ – Mando oder lieber nicht

The Mandalorian und Grogu
The Mandalorian und Grogu Copyright  Walt Disney Studios Motion Pictures
Copyright Walt Disney Studios Motion Pictures
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Zum ersten Mal seit sieben Jahren läuft wieder ein neuer Star-Wars-Realfilm im Kino – endlich ist er da.

Seit inzwischen sieben Jahren lief kein Star-Wars-Film mehr regulär im Kino. Und die Zeit ist mit dem mäßigen Sequel-Finale von 2019, Star Wars: The Rise of Skywalker, nicht gerade gnädig umgegangen.

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Eigentlich müsste die Aussicht auf ein neues Abenteuer in einer weit, weit entfernten Galaxis pure Vorfreude auslösen – inklusive Nerd-Ekstasen. Stattdessen machte sich berechtigte Skepsis breit. Seit 2019 setzen die Star-Wars-Oberen vor allem auf Serien, angefangen mit The Mandalorian, um das Realfilm-Universum wiederzubeleben. Mit durchwachsenem Ergebnis.

Andor war großartig, doch der Rest des Programms blieb verblüffend blass. Im besten Fall. The Book of Boba Fett, Obi-Wan Kenobi, Ahsoka, Skeleton Crew – keine dieser Serien hat sich wirklich eingeprägt.

Über The Acolyte schweigt man besser; die Serie war schlicht grauenhaft.

Die Serie, mit der der Ausflug ins Serienformat begann, legte dagegen stark los: Staffel eins von The Mandalorian war ein Western im Star-Wars-Kostüm, mit einem maskierten Kopfgeldjäger, einem putzigen Baby-Yoda und einem synthielastigen Score von Ludwig Göransson. Die zweite und die dritte Staffel verhedderten sich dann in Mythologie und Wiederholungen. Das drückte die Erwartungen an The Mandalorian And Grogu – eine ohnehin überraschende Wahl für das Star-Wars-Comeback im Kino.

The Mandalorian And Grogu
The Mandalorian And Grogu Walt Disney Studios Motion Pictures

Drehbuchautor und Regisseur Jon Favreau sowie seine Co-Autoren Dave Filoni und Noah Kloor gelingt im Kinofilm immerhin dreierlei.

Erstens erzählen sie eine einfache Geschichte, für die man nur wenig Serienwissen braucht. Gelegenheitszuschauerinnen und -zuschauer finden ohne Vorab-Lektüre hinein.

Zweitens beginnt The Mandalorian And Grogu mit einem krachenden Auftakt. Wir treffen erneut auf Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal – im Anzug Brendan Wayne und Lateef Crowder), der im Alleingang eine Truppe Sturmtruppler ausschaltet. Kurz darauf heuern ihn und Grogu Colonel Ward (Sigourney Weaver) an. Sie braucht das Duo, um Rotta the Hutt (Stimme: Jeremy Allen White), den Sohn des verstorbenen Jabba, zu befreien.

Ja, Jabba hat sich fortgepflanzt, bevor er in Return of the Jedi das Zeitliche gesegnet hat. Grübeln Sie nicht zu lange über diesen Punkt – oder darüber, wie eine gefangene Weltraumschnecke zu einem Waschbrettbauch kommt. Das schont die Nerven.

Rotta soll freikommen, im Gegenzug liefert der Hutt-Clan Informationen über einen verschwundenen imperialen Flüchtling. So startet ein ordentlich getakteter erster Akt mit mehreren gelungenen Action-Setpieces.

The Mandalorian And Grogu
The Mandalorian And Grogu Walt Disney Studios Motion Pictures

Und der dritte Pluspunkt?

Es gibt einen vierarmigen Alien-Delibesitzer namens Hugo, der Panini wendet – gesprochen von Martin Scorsese.

Ja, von dem Martin Scorsese.

Damit sind die Vorzüge aber weitgehend aufgezählt. Der Rest wirkt wie ein lustlos zusammengeklebtes Best-of aus Episoden, die offenbar für die gestrichene vierte Serienstaffel vorgesehen waren. Das Muster wiederholt sich: Mando kämpft gegen CGI-Aliens, erfüllt seinen Auftrag, bekommt den nächsten Auftrag, kämpft erneut gegen CGI-Aliens, erfüllt seinen Auftrag – und so weiter. Man versteht das Prinzip schnell.

The Mandalorian And Grogu
The Mandalorian And Grogu Walt Disney Studios Motion Pictures

Grogu mit seinen flauschigen Ohren bleibt unwiderstehlich – keine Frage. Es gibt sogar einen Moment, in dem er niest; der ist einfach entzückend. Sigourney Weaver ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben, das steht fest. Und ja: Die ersten Minuten liefern ein mitreißendes, bombastisches Action-Setstück. Nur trägt all das keinen ganzen Film, der sich wie ein überlanges Disney+-Spezial anfühlt. Das formelhafte „Hol-dies, bring-das“-Plotgerüst und die völlig verzichtbare Geschichte ziehen sich über intergalaktisch zähe 132 Minuten.

Das Star-Wars-Universum hat einmal Staunen ausgelöst. Der erste Film seit The Rise of Skywalker hätte ein Signal setzen müssen: zurück zum Space-Opera-Ereignis à la George Lucas, das Fans wieder hoffen lässt. The Mandalorian And Grogu ist kein Totalausfall, aber viel zu ängstlich und zu brav, um den Glauben an die Saga neu zu entfachen.

Wenn dies der „Way“ für Star Wars bleiben soll, steckt das Franchise weiter tief im Sith-Loch.

Star Wars: The Mandalorian And Grogu läuft jetzt im Kino.

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