Charli XCX veröffentlicht neues Album, Ausstellungen zu Lucian Freud und M. C. Escher beflügeln die Fantasie: Kulturhöhepunkte der Woche.
Der Brat-Sommer ist vielleicht längst vorbei. Steht jetzt der „Music, Fashion, Film“-Sommer vor der Tür?
Klingt zugegeben nicht ganz so griffig. Doch das mit Spannung erwartete neue Album von Charli XCX erscheint am Freitag, dem 24. Juli, und der kommende Hype ist praktisch vorprogrammiert.
Wer damit nichts anfangen kann, findet reichlich Ausstellungen, in die man gedanklich eintauchen kann – darunter Lucian Freud im Louisiana Museum und M.C. Escher im Somerset House. Eine besondere Empfehlung gilt auch der Schau „Gaudí–Miró–Gomis: Deconstructed“ in Barcelonas Casa Batlló, über die Euronews-Culture-Journalist Theo Farrant kürzlich berichtet hat.
Alle weiteren Empfehlungen dieser Woche finden Sie unten.
Ausstellungen
Lucian Freud
Wann: Bis 27. September 2026
Wo: Louisiana Museum of Modern Art (Humlebæk, Dänemark)
Lucian Freud gehört zu den bekanntesten figurativen Malern des 20. Jahrhunderts. Seine intimen Porträts zeichnen die feinen Linien und brüchigen Oberflächen der menschlichen Existenz nach. Das dänische Louisiana Museum (Quelle auf Englisch) zeigt seine zeichnerische Meisterschaft in allen Medien – von der Feder bis zur Kohle – und stellt sie seinen Ölgemälden gegenüber. So entsteht ein spannender Blick auf Freuds Karriere und seine unbedingte Suche nach emotionaler Wahrhaftigkeit.
M.C. Escher. The Exhibition
Wann: Bis 6. September 2026
Wo: Somerset House (London, UK)
Der Ruhm kam für Maurits Cornelis Escher (M.C. Escher) spät. Der niederländische Künstler, der mathematisch inspirierte optische Illusionen schuf, wurde erst mit fünfzig breiter bekannt. Seine erste Retrospektive erhielt er sogar erst mit siebzig, im Jahr 1968. Seither versetzen Eschers einzigartige Bildwelten Menschen in Staunen und entführen sie in geheimnisvolle, paradoxe Räume. Mehr als 150 Werke sind derzeit im Londoner Somerset House (Quelle auf Englisch) zu sehen.
Bonus-Tipp: Im Pariser Grand Palais (Quelle auf Englisch) lässt sich das letzte Kapitel im Schaffen von Henri Matisse entdecken. Aber beeilen Sie sich: „Matisse, 1941–1954“ endet am 26. Juli.
Filme
Jana Nayagan
Wo: Kinos
Wann: 24. Juli
Ein rasanter Politthriller über einen Ex-Polizisten, der soziale Missstände bekämpfen und die Macht an das Volk zurückgeben will. Jana Nayagan bringt den Chief Minister von Tamil Nadu, Joseph Vijay – einen der größten Filmstars Indiens – in angeblich seiner letzten Rolle auf die Leinwand. Das Ergebnis ist ein chaotisches, stellenweise etwas verschlungenes Feuerwerk kollidierender Ideologien, das korrupte Eliten bloßstellen will. Der Film sorgte bereits im Vorfeld für Diskussionen, weil sich die Premiere wegen Zensurstreitigkeiten mehrfach verzögerte.
Bonus-Tipp: Für alle, die es deutlich leichter mögen: In 72 Hours spielt Kevin Hart einen Manager auf einem dreitägigen Exzess mit einer Gruppe von Mittzwanzigern. Der Film ist ab 24. Juli bei Netflix abrufbar.
TV-Serien
Stuart Fails to Save the Universe
Wo: HBO Max
Wann: 23. Juli
Die Autorin dieses Überblicks versteht es vielleicht nicht ganz, doch The Big Bang Theory bleibt eine der beliebtesten US-Sitcoms aller Zeiten. Nach zwölf Staffeln brachte die Serie drei Ableger hervor: Young Sheldon, Georgie & Mandy's First Marriage und jetzt Stuart Fails to Save the Universe. Diesmal steht Kevin Sussman im Zentrum. Er spielt einen Comicladen-Besitzer, der plötzlich das gesamte Universum retten soll – gemeinsam mit seiner Freundin Denise (Lauren Lapkus) und den nerdigen besten Freunden Bert (Brian Posehn) und Barry (John Ross Bowie). Trotz greller Nerd-Ästhetik ist das gemütliches Wohlfühlfernsehen, bei dem man den Kopf getrost ausschalten kann.
Bonus-Tipp: Staffel 2 des Netflix-Westerns Random Canyon ist ab 23. Juli verfügbar.
Musik
Charli XCX: Music, Fashion, Film
Wann: 24. Juli
Charli XCX ist längst nicht mehr nur eine Pop-Prinzessin, sondern DIE Pop-Prinzessin – eine Ikone des Zeitgeists für alle Girlies, die zugleich verführerisch, sensibel und kulturell sattelfest auftreten. Nach dem Brat-Sommer, der die Welt in Schleimgrün tauchte, wandte sich die britische Sängerin verstärkt dem Kino zu: Sie schrieb unter anderem den Soundtrack zu Wuthering Heights und übernahm Rollen in mehreren Independent-Filmen.
Die Verbindung dieser kreativen Welten bildet das Fundament ihres neuen Albums, treffend betitelt „Music, Fashion, Film“. Das markante Cover zeigt Größen aus allen drei Bereichen – John Cale, Marc Jacobs und Martin Scorsese – und markiert einen Abschied von ihren bisherigen Club-Ratte-Vibes. Das Album erkundet Kunst, Ruhm und die Suche nach einer neuen Stimme in einer Post-Brat-Ära.
Bonus-Tipp: „Reality Awaits“, das siebte Studioalbum von The Strokes, erscheint am 24. Juli.