„You’re the Devil in Disguise“: Donald Trump verärgert Musikfans mit neuen KI-Bildern, darunter eines, das ihn als King of Rock ’n’ Roll inszeniert.
Zwischen Samstag und Sonntag hat Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social rund 40 Beiträge abgesetzt. Der Großteil bestand aus KI-generierten Bildern.
Zu seinem jüngsten KI-Feuerwerk gehörte unter anderem eine Karte, auf der Venezuela vollständig mit einer US-Flagge überzogen ist, dazu die Bildunterschrift „51st State“. Ein weiteres Motiv zeigt Trumps Gesicht über Grönland mit dem Text: „Hello, Greenland!“.
Trump ist bekannt für solche KI-Ausbrüche, mit denen er seine „memetic warfare“ betreibt. Doch diesmal hat er sich den Zorn von Musikfans weltweit zugezogen.
Trump inszenierte sich als niemand Geringeren als den King of Rock ’n’ Roll.
Auf dem Bild erscheint er als Elvis Presley, in einem Outfit, das an den glitzernden Jumpsuit erinnert, den der Musiker 1973 beim Konzertfilm „Aloha from Hawaii“ trug.
Elvis beschäftigt ihn nicht zum ersten Mal. Bereits Anfang des Jahres behauptete Trump, er sei „größer als der King“, als er anbot, bei seiner „Freedom 250“-Feier auf dem Great American State Fair selbst aufzutreten, nachdem die Mehrheit der angekündigten Acts abgesagt hatte.
Er schrieb damals: „Ich überlege, die Nummer-eins-Attraktion überall auf der Welt zu bringen – den Mann, der deutlich größere Menschenmengen anzieht als Elvis in seinen besten Jahren und das ganz ohne Gitarre. Den Mann, der unser Land mehr liebt als jeder andere und von dem manche sagen, er sei der größte Präsident der Geschichte (THE GOAT!) – DONALD J. TRUMP. Er könnte an die Stelle dieser hoch bezahlten, drittklassigen ‚Künstler‘ treten und eine große Rede halten, um das Land nach vorn zu bringen, so wie ich es seit meiner Präsidentschaft getan habe.“
Seine früheren Äußerungen kamen bei Musikfans im Netz schlecht an, ein Nutzer schrieb: „Das Einzige, was Trump und Elvis gemeinsam haben, ist ihre Neigung zu minderjährigen Mädchen“ – ein Verweis sowohl auf die „Epstein Files“ als auch darauf, dass Elvis seine spätere Frau Priscilla Beaulieu traf, als sie erst vierzehn war. Er war damals 24.
Wie zu erwarten, löste Trumps jüngster Elvis-Verweis erneut hitzige Reaktionen in den sozialen Medien aus.
Ein Nutzer meinte (Quelle auf Englisch), Trump als Elvis „ist eine Beleidigung für alle, die Elvis geliebt haben“, während ein anderer kommentierte (Quelle auf Englisch): „Trump behauptet ständig, Amerika sei früher das Gespött der Welt gewesen, und seit seiner Präsidentschaft werde es so sehr respektiert wie nie zuvor. Als Australier kann ich zu 100 Prozent bestätigen, dass Donald Trump hier eine Witzfigur ist.“
Ein weiteres Konto schrieb, dass „im Gegensatz zu Trump Elvis unserem Land tatsächlich mit Ehre, Auszeichnung und Rock ’n’ Roll gedient hat“, und ein Nutzer fügte hinzu: „Er sehnt sich nicht nur nach Rampenlicht, er hält sich für Elvis auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Sein Ego kennt keine Grenzen.“
Trump hat im Lauf der Jahre immer wieder seine popkulturellen Bezugspunkte geteilt, darunter Superman, Hannibal Lecter und Jedi-Ritter. Jedes Mal ging der kulturelle Verweis nach hinten los – nicht nur, weil die ursprünglichen Schöpfer und Fans verärgert reagierten, sondern auch, weil seine Anspielungen ein deutliches Unverständnis für die jeweiligen Bezüge erkennen lassen.
Zusätzliche Sorge bereitet Kritikerinnen und Kritikern, dass Trump wiederholt erkennen lässt, er strebe eine dritte Amtszeit an, obwohl der 22. Zusatzartikel zur US-Verfassung festlegt, dass „niemand mehr als zweimal zum Präsidenten gewählt werden darf“.
In einem jüngsten Interview beim Sender Real America’s Voice sagte Trump, er würde „liebend gern der nächste Mann im Amt sein“, eine Bemerkung, die sich einreiht in eine Serie von Bildern, die er vergangene Woche veröffentlichte und auf denen er Kappen mit der Aufschrift „Trump 2028“ trägt.
Unterdessen fühlen sich Elvis-Fans weiterhin „all shook up“.