Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Freedom-250-Konzert: immer mehr Künstler sagen wegen Trump-Nähe ab

Trump-nahes '250 Freedom'-Konzert: Weitere Künstler sagen ab
Desaster-Besetzung: Weitere Stars sagen Trump-nahes '250 Freedom'-Konzert ab Copyright  250 Freedom X screenshot - Canva
Copyright 250 Freedom X screenshot - Canva
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die bevorstehende Great American State Fair erlebt eine Absagewelle: Immer mehr Künstler steigen aus dem „Freedom 250“-Event aus, wegen Sorgen über Verbindungen des Festivals zu Donald Trump. Zwei weitere Acts sagten nun ab.

Die Aussichten für die geplante „Great American State Fair“ sind eher trüb. Die Veranstaltung soll in diesem Sommer auf dem National Mall in Washington, D.C., stattfinden.

WERBUNG
WERBUNG

Sie gehört zu den Events, mit denen die Vereinigten Staaten von Amerika ihren zweihundertfünfzigsten Geburtstag feiern wollen. Die „Freedom 250“-Feier hat in dieser Woche ihr Künstlerprogramm vorgestellt.

Das Ergebnis sorgte allerdings für Kopfschütteln. Ein Kommentator im Netz sprach von der „schlechtesten Besetzung mit Musikacts, die ich je gesehen habe“.

Auf der Liste standen Vanilla Ice, Martina McBride, The Commodores, C+C Music Factory, Young MC, Morris Day, Bret Michaels von Poison, Flo Rida und Fab Morvan – das noch lebende Mitglied des einstigen Playback-Duos Milli Vanilli.

Wie wir gestern berichtet haben, dauerte es nicht lange, bis mehrere Künstler erklärten, dass sie doch nicht auftreten. Morris Day, bekannt als Sänger der mit Prince verbundenen Band The Time, räumte auf Instagram mit dem Gerücht eines Auftritts auf. Auch Young MC sagte ab und erklärte, die Künstlerinnen und Künstler „seien nie über eine politische Dimension der Veranstaltung informiert worden“.

Tatsächlich herrschte zunächst Verwirrung über die Nähe der Messe zum MAGA-Lager. Klar ist aber: „Freedom 250“ wird über eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert, darunter Geld von Trump-nahen Tech-Unternehmen wie Palantir und Oracle sowie von Rüstungs- und Beratungsfirmen wie Deloitte und Lockheed Martin, neben weiteren. Das Projekt steht inzwischen verstärkt im Fokus von Watchdog-Organisationen und Mitgliedern des Kongresses, die den Einsatz von Bundesmitteln für Trump-nahe Veranstaltungen kritisch prüfen.

Inzwischen springen weitere Acts ab. Die Soulband The Commodores, früher mit Lionel Richie als Frontmann, sagte ihren Auftritt ab. Auch Country-Musikerin Martina McBride zog die Reißleine.

„Unsere Musik war immer unsere Stimme, und wir wollen uns öffentlich keiner einzelnen Partei anschließen“, erklärte die Band in einem Statement in sozialen Netzwerken. „Uns geht es um das Wohlergehen aller Amerikaner.“

The Commodores
The Commodores Instagram screenshot

McBride schrieb in sozialen Medien, sie sei „zu einem überparteilichen Event eingeladen worden, was sich im Nachhinein als irreführend herausgestellt“ habe.

Die gefeierte Country-Sängerin betonte, sie habe vor ihrer Zusage „sehr viele Fragen gestellt“ und das Engagement als „großartige Möglichkeit gesehen, die Bundesstaaten zu feiern und Menschen zusammenzubringen, so wie es nur Musik kann“. Nach der offiziellen Ankündigung habe sich jedoch „einiges verändert, und das, was uns gesagt wurde, entspricht schlicht nicht mehr dem, was tatsächlich passiert“.

Martina McBride
Martina McBride Facebook screenshot

Nach jetzigem Stand haben damit vier von neun angekündigten Acts abgesagt.

Fest zugesagt hat dagegen Fab Morvan von Milli Vanilli.

„Ich bin da, um Menschen zu unterhalten und zu verbinden, nicht um sie zu spalten“, sagte Morvan in einem Statement gegenüber Consequence (Quelle auf Englisch). „Lasst uns das Leben und die Musik feiern und gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Ich fühle mich geehrt, Teil der Great American State Fair zu sein, die mit so vielen anderen erfolgreichen Künstlerinnen und Künstlern den 250. Jahrestag von Amerika feiern wird. Ich freue mich darauf, euch in diesem Sommer überall in den USA wiederzutreffen und endlich die Songs von Milli Vanilli live und persönlich zu singen!“

Auch Vanilla Ice, der bereits mehrfach bei Silvesterpartys auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago aufgetreten ist, verspricht, dass er dabei sein wird.

„Er ist stolz darauf, beim 250. Jubiläum der USA mitzufeiern!“, erklärte ein Sprecher des Rappers der Nachrichtenagentur Associated Press. „Alle sind eingeladen, zu kommen und den Geburtstag der USA und unsere Freiheit zu feiern!“

Dann veröffentlichte Freedom Williams von C+C Music Factory ein bizarr anmutendes Video auf Instagram (Quelle auf Englisch). Darin sagte er, bei der Buchung sei er zunächst nicht über Verbindungen zu Trump informiert worden, er habe aber trotz der Kritik weiter vor, aufzutreten.

Das Video nahm er auf der Toilette auf.

Er fügte mit reichlich Flüchen hinzu, gerade der Gegenwind motiviere ihn, erst recht aufzutreten.

„Ich hab mit Trump nichts am Hut. Trump ist mir scheißegal … Ich weiß genau, welche verdammte Anarchie er auslöst. Aber an dem Tag, an dem ich euch Arschlöchern erlaube, mir vorzuschreiben, was ich tun soll, bin ich tot.“

Die Great American State Fair beginnt am 25. Juni und läuft bis zum 10. Juli. Die Organisatoren von Freedom 250 betonen weiterhin, die Veranstaltung sei überparteilich.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Trump-Regierung erntet Spott für Harambe-Post zehn Jahre nach Gorilla-Tod

Künstler sagen Trump-Konzert zum 250. US-Jubiläum ab

Simpsons-Autor, der Trumps Präsidentschaft voraussah, kandidiert 2028 fürs Weiße Haus