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Fachleute: Dreimal täglich Zähneputzen kann Leben verlängern

Mediziner betonen: Wer seine Zähne regelmäßig und gründlich putzt, schützt damit den ganzen Körper.
Experten betonen, dass gründliches und regelmäßiges Zähneputzen entscheidend für die allgemeine Gesundheit ist. Copyright  Canva
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Von Amber Louise Bryce
Zuerst veröffentlicht am
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Gute Mundhygiene schützt nicht nur die Zähne. Sie spielt laut neuer Forschung auch eine zentrale Rolle, um Erkrankungen wie Demenz vorzubeugen.

Wer sich die Zähne dreimal am Tag putzt und regelmäßig zur Kontrolle geht, senkt das Risiko für mehr als fünfzig schwere Erkrankungen, darunter Demenz und Arthritis.

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Seit Langem ist bekannt, dass der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch unsere allgemeine Gesundheit beeinflusst. Frühere Forschungen bringen die Ausbreitung von Bakterien aus Erkrankungen im Mund mit Alzheimer, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und weiteren Leiden in Verbindung.

Ein Gremium von Expertinnen und Experten hat diese Zusammenhänge auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Arizona in den USA hervorgehoben.

„Wir gehen inzwischen davon aus, dass gesunde Zähne mit einem geringeren Risiko für mehr als fünfzig systemische Erkrankungen verbunden sind“, sagte Alpdogan Kantarci, Professor an der School of Dentistry der University of Minnesota, bei der Veranstaltung The Mouth as a Gateway to Overall Health.

„Neue Untersuchungen zeigen: Menschen mit leichten oder mittleren Erkrankungen, die sich regelmäßig die Zähne putzen, ihre Mundhygiene ernst nehmen und zur professionellen Zahnreinigung gehen, weisen deutlich bessere kognitive Leistungen auf“, führte er aus.

Kantarci nannte Parodontitis, eine aggressive Form der Zahnfleischentzündung, als wichtigen Risikofaktor für Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Demenz.

Gelangen Bakterien aus dem Mund in den Blutkreislauf und ins Gehirn, kann eine chronische Entzündung entstehen. Das Immunsystem beginnt dann, Gelenke anzugreifen. Zudem bilden sich schneller Plaques, die die Signalübertragung im Gehirn stören und den geistigen Abbau beschleunigen.

Belege dafür, dass Zahnfleischerkrankungen direkt Demenz oder Arthritis verursachen, gibt es bislang jedoch nicht.

Wo ist die Zahnhygiene in Europa am schlechtesten?

Großbritannien gilt als Land mit notorisch schlechten Zähnen. Doch auch viele andere europäische Staaten haben weiter große Probleme mit der Mundhygiene.

Eine Studie aus dem Jahr 2022 identifizierte Norwegen als Land mit dem stärksten Bewusstsein für Zahngesundheit, während Serbien, Lettland und Polen die schlechtesten Werte aufwiesen. Bei der Häufigkeit von Zahnarztbesuchen lagen die Niederlande vorn, während Portugal, Irland und das Vereinigte Königreich zu den Schlusslichtern gehörten.

Hinter diesen Unterschieden steht ein Geflecht sozialer und wirtschaftlicher Faktoren. Hohe Kosten, lange Wartelisten und weite Wege machen zahnärztliche Behandlungen für viele Menschen schwer zugänglich. Besonders betroffen sind ältere Menschen: Laut Eurostat-Zahlen von 2024 berichten EU-Bürgerinnen und -Bürger ab fünfundsechzig Jahren deutlich häufiger von ungedecktem zahnärztlichem Behandlungsbedarf als die Gruppe der Sechzehn- bis Vierundvierzigjährigen.

Mit Blick auf die Adipositas-Epidemie im Vereinigten Königreich machte Kantarci auch die starke Abhängigkeit der westlichen Welt von hochverarbeiteten Lebensmitteln für die Verschlechterung der Zahngesundheit verantwortlich: „Wir denken oft, dass die westliche Welt besseren Zugang zu zahnärztlicher Versorgung hat. Aber all die verarbeiteten Lebensmittel, die weiche Kost, Bewegungsmangel, Übergewicht und so weiter setzen uns einem wesentlich höheren Risiko aus als irgendwo sonst auf der Welt.“

Die jüngste Adult Oral Health Survey (AOHS) ergab, dass einundvierzig Prozent der Menschen im Vereinigten Königreich Karies haben – ein deutlicher Anstieg gegenüber achtundzwanzig Prozent im Jahr 2009. Fast die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass der Zustand ihrer Zähne ihr tägliches Leben stark beeinträchtige.

Kantarci riet, das Zähneputzen vor dem Schlafengehen und nach dem Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel zur Priorität zu machen. Er empfahl außerdem eine elektrische Zahnbürste und eine gründliche Reinigung der Zunge, auf der sich ähnlich viele Bakterien ansammeln können.

„Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Wir müssen das Bewusstsein für Mundgesundheit stärken, um die allgemeine Gesundheit zu schützen.“

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