Italien meldet ersten menschlichen H9N2-Vogelgrippefall in Europa; die infizierte Person war aus einem Nicht-EU-Land eingereist.
Eine Person, die aus einem Land außerhalb Europas in die italienische Region Lombardei gereist ist, liegt derzeit mit einer Influenza A(H9N2) im Krankenhaus. Dabei handelt es sich um einen Subtyp der Vogelgrippe, wie das italienische Gesundheitsministerium am Mittwoch, dem 25. März, bestätigte.
Es ist der erste beim Menschen nachgewiesene Fall von Vogelgrippe des Subtyps H9N2 in Europa.
„Alle notwendigen Untersuchungen sind umgehend erfolgt, und die Kontaktpersonen des Falls sind ermittelt worden. Diese Schritte gehören zu den routinemäßigen Präventions- und Überwachungsmaßnahmen“, teilte das Ministerium in einer Pressemitteilung mit.
Die betroffene Person leidet an weiteren Vorerkrankungen. Sie wird derzeit isoliert im Krankenhaus behandelt.
Seit 1998 und bis zum 27. Februar 2026 haben zehn Länder in Asien und Afrika weltweit insgesamt 195 Erkrankungen von Menschen mit A(H9N2) gemeldet, so das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).
Die Behörde betonte, dass es bisher weder Häufungen menschlicher Erkrankungen mit dieser Variante noch Hinweise auf eine Ansteckung von Mensch zu Mensch gegeben hat.
Menschen stecken sich meist durch direkten Kontakt mit infizierten Vögeln oder mit einer kontaminierten Umgebung an.
„Vereinzelte menschliche Erkrankungen mit Vogelgrippe sind in Regionen, in denen das Virus unter Vögeln zirkuliert, nicht unerwartet“, ergänzte das ECDC.
In ihrem jüngsten Überwachungsbericht, der in diesem Monat erschienen ist, stellen das ECDC und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) fest, dass zwischen dem 29. November 2025 und dem 27. Februar 2026 zehn Fälle von Vogelgrippe beim Menschen gemeldet wurden, keiner davon tödlich.
Alle Fälle traten in Kambodscha – dort gab es einen Fall mit A(H5N1) – und in China auf, wo die Behörden acht Fälle mit A(H9N2) und einen mit A(H10N3) registrierten.
Auf Grundlage der Informationen der italienischen Gesundheitsbehörden und des aktuellen Wissens über die Epidemiologie des Virus schätzt das ECDC das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in der EU und im EWR durch Influenza A(H9N2) im Zusammenhang mit diesem Ereignis als sehr gering ein.