Mit einer Erhöhung der Buchungszahlen sei vor allem an Nord- und Ostsee zu rechnen, so der CDU-Politiker Christoph Ploß. Er ist Tourismusbeauftrager der Bundesregierung.
Der Beginn des Iran-Krieges dürfte bei deutschen Urlaubern einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Tausende Reisende hingen etwa in Dubai fest, bangten tagelang um ihren Rückflug. Auch die Verbindungen zwischen Asien und Europa wurden beeinträchtigt. Zuvor hatten die Luftschläge in der Auseinandersetzung zwischen dem Iran und der Hisbollah einerseits und den USA und Israel sowie seiner Verbündeten andererseits begonnen. Im März schlugen iranische Geschosse neben einem Kreuzfahrtschiff in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. So mancher dürfte sich damals gewünscht haben, den Urlaub in heimischen Gefilden verbracht zu haben.
Auch in Zukunft könnten Angriffe den Flugverkehr erneut durcheinander bringen. Außerdem hat sich durch die Blockade der Straße von Hormus nicht nur der Ölpreis verteuert. Die Verfügbarkeit von Kerosin steht unter Beobachtung. Flüge könnten teurer werden, ebenso bereits gebuchte Pauschalreisen.
Für deutsche Destinationen sieht der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung darin eine willkommene Gelegenheit:
"So schlimm die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten für viele Branchen sind, so sehr bieten sich dadurch Chancen für den Deutschlandtourismus", so der CDU-Politiker Christoph Ploß laut spiegel.de in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Besonders an den Stränden von Nord- und Ostsee sei mit steigenden Buchungszahlen und einer "noch stärkeren Nachfrage als in den Vorjahren" zu rechnen.
Fast jeder Fünfte mit geänderten Reiseplänen
Das Magazin berichtete online von einer am Pfingstwochenende veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Abrechnungsdienstleisters SAP Concur. Darin gaben fast 20 Prozent der befragten Personen an, wegen der Folgen des Iran-Kriegs selbst einen Flug "storniert, umgebucht oder eine Stornierung durch die Airline" erhalten zu haben.
Ploß zufolge soll der Tourismus in Deutschland noch in diesem Jahr mit verschiedenen Initiativen der Bundesregierung gefördert werden, "etwa durch eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten und mit mehr Investitionen in das Autobahn- und Schienennetz." Die Bundesregierung sehe in der Branche eine wichtige wirtschaftliche Säule.
Mehr Übernachtungen in Deutschland
Laut Statistischem Bundesamt hat die Tourismusbranche in der Bundesrepublik bereits im Jahr 2025 einen Rekord aufgestellt. Es habe im vergangenen Jahr 497,5 Millionen Gästeübernachtungen gegeben. Vorläufigen Ergebnissen zufolge habt sich die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2024 um 0,3 Prozent erhöht.
Allein im Dezember zeigten die Zahlen der Beherbergungsbetriebe 32 Millionen Übernachtungen, also 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Es war demnach der höchste Wert, der je in einem Dezember erreicht wurde.