Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

EU sagt 700 Millionen für Globalen Fonds zu – Zielsumme weiter außer Reichweite

In einer Klinik im venezolanischen Ort Putucual werden Patientinnen und Patienten behandelt.
In Putucual in Venezuela behandeln Ärzte Patientinnen und Patienten in einer Klinik. Copyright  Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved
Copyright  Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die EU-Kommission kürzt ihren Beitrag zum Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Weltweit fahren Geber ihre Gesundheitshilfen zurück.

Die Europäische Kommission stellt dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria 700 Millionen Euro in Aussicht. Das Geld soll zwischen 2027 und 2029 eingesetzt werden.

WERBUNG
WERBUNG

Davon kommen 185 Millionen Euro sofort aus dem laufenden mehrjährigen Haushalt der EU.

„Globale Gesundheitssicherheit ist eine gemeinsame Verantwortung und eine strategische Investition in unsere gemeinsame Zukunft“, sagte Jozef Síkela, EU-Kommissar für Internationale Partnerschaften, nach der Bekanntgabe.

Er betonte, die Europäische Union bekenne sich weiter dazu, Gesundheitssysteme zu stärken und die weltweite Krisenfestigkeit im Gesundheitsbereich auszubauen. Sie bleibe ein verlässlicher Partner, der auf internationale Zusammenarbeit und langfristige Investitionen in die globale Gesundheit setze.

Insgesamt kamen beim Globalen Fonds bislang 12,64 Milliarden US-Dollar (10,82 Milliarden Euro) zusammen und damit deutlich weniger als das Ziel von 18 Milliarden US-Dollar (15,4 Milliarden Euro). Die vorherige Zusage für den Zeitraum 2023 bis 2025 hatte noch 15,7 Milliarden US-Dollar (13,6 Milliarden Euro) eingebracht – der höchste Betrag in der Geschichte des Fonds.

Der Globale Fonds zählt zu den größten internationalen Organisationen im Kampf gegen Malaria, Tuberkulose und HIV. Alle drei Jahre organisiert er eine sogenannte Wiederauffüllungskonferenz, bei der Geber frische Mittel für die nächste Finanzierungsrunde zusagen.

Die jüngste Zusage der Kommission, die beim One-Health-Gipfel in Lyon vorgestellt wurde, liegt mit 700 Millionen Euro um 15 Millionen Euro unter dem Beitrag von 715 Millionen Euro für die Jahre 2023 bis 2025.

EU bleibt zentraler Partner

Insgesamt kommt Team Europe – also die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten – auf mehr als 3 Milliarden Euro. In der vorherigen Finanzierungsrunde waren es noch 4,3 Milliarden Euro.

Deutschland sagt 1 Milliarde Euro zu, nach 1,3 Milliarden Euro im letzten Zyklus. Italien reduziert seinen Beitrag von 185 Millionen Euro im Jahr 2022 auf nun 150 Millionen Euro.

Die Niederlande erhöhen ihren Beitrag dagegen von 180 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 195,2 Millionen Euro. Ihr Zusagezeitraum erstreckt sich allerdings von 2026 bis 2029 und damit ein Jahr länger als in der vorigen Runde.

Trotz der Kürzungen zählen die Europäische Kommission und die EU-Staaten weiterhin zu den wichtigsten Partnern des Globalen Fonds, sagte ein Sprecher des Fonds Euronews Health: Sie steuerten mehr als 3 Milliarden Euro zur achten Wiederauffüllung bei und seit 2002 rund ein Drittel der gesamten Beiträge.

Der Sprecher fügte hinzu, die Organisation sei der Kommission für das erneute Engagement sehr dankbar.

„Die Zusage bestätigt Europas Rolle als treibende Kraft im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria“, hieß es weiter. „Sie stärkt unsere gemeinsamen Bemühungen, Innovation voranzubringen, Märkte zu gestalten und regionale Produktionskapazitäten aufzubauen, um lebensrettende Produkte für diejenigen zugänglich zu machen, die sie am dringendsten brauchen.“

Wofür das Geld gedacht ist

Der Globale Fonds begrüßt jede Zusage, warnt aber, dass die sinkenden Mittel den Fortschritt bei der Eindämmung der drei Krankheiten gefährden. Die Organisation betont, sie werde weiter versuchen, zusätzliche Ressourcen zu mobilisieren.

Angesichts der knappen Mittel richtet der Fonds seinen Fokus stärker auf die ärmsten Länder mit der höchsten Krankheitslast. Ziel ist, deren Eigenständigkeit schneller zu stärken.

„Länder auf den Übergang weg von der Unterstützung des Globalen Fonds vorzubereiten, ist nicht neu. Neu sind aber Tempo und Umfang dieses Übergangs“, sagte Peter Sands, Exekutivdirektor des Globalen Fonds.

„Wir arbeiten mit den Ländern daran, die Tragfähigkeit ihrer Systeme zu stärken und den Weg in die Eigenverantwortung zu beschleunigen. Wir unterstützen, setzen Anreize und ziehen uns am Ende zurück.“

Weltweite Kürzungen bei globaler Gesundheit

Nicht nur der Globale Fonds muss Kürzungen verkraften und erlebt, dass sich Prioritäten internationaler Partner verschieben. Weltweit fahren Geber ihre Beiträge für globale Gesundheit und internationale Hilfe zurück.

Die Vereinigten Staaten haben alle humanitäre Hilfe eingestellt und ihre Entwicklungsbehörde USAID aufgelöst. Zu Beginn des Jahres sind sie zudem offiziell aus der Weltgesundheitsorganisation ausgetreten – ein Schritt, dem später auch Argentinien folgte.

Eine aktuelle Studie des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal), finanziert von der Rockefeller Foundation, rechnet mit zusätzlich 22,6 Millionen Todesfällen bis 2030, falls die derzeitigen Kürzungen anhalten.

Davon betreffen rund 5,4 Millionen Todesfälle Kinder unter fünf Jahren in 93 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Gesundheitsrisiken bleiben hoch

Malaria, Tuberkulose und HIV zählen weiterhin zu den weltweit verbreitetsten und gefährlichsten Krankheiten.

Nach den jüngsten WHO-Daten erkrankten 2024 weltweit mehr als 10,7 Millionen Menschen an Tuberkulose (TB); rund 1,2 Millionen starben daran.

Tuberkulose ist weltweit die häufigste Todesursache durch einen einzelnen Erreger und gehört insgesamt zu den zehn häufigsten Todesursachen.

Laut World Malaria Report 2025 bleibt Malaria eine große globale Gesundheitsbedrohung. Für 2024 schätzt der Bericht 282 Millionen Krankheitsfälle und 610.000 Todesfälle – rund neun Millionen Fälle mehr als im Jahr zuvor.

HIV bleibt ebenfalls ein großes globales Gesundheitsproblem. Ende 2024 lebten Schätzungen zufolge 40,8 Millionen Menschen mit dem Virus. Im selben Jahr wurden 1,3 Millionen Neuinfektionen und jährlich 630.000 Aids-bedingte Todesfälle registriert.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Schokolade ist nicht gleich Schokolade, hat aber auch Gesundheitsvorteile.

Rauchentwöhnung: Praktischer Leitfaden für den Ausstieg, Cytisin kann helfen

EU sagt 700 Millionen für Globalen Fonds zu – Zielsumme weiter außer Reichweite