Yomif Kejelcha sprach mit Euronews Health, nachdem er bei seinem Marathon-Debüt den Zwei-Stunden-Rekord gebrochen und Platz zwei belegt hatte.
Yomif Kejelcha ist in London seinen ersten Marathon gelaufen und kam nach einer Stunde, 59 Minuten und 41 Sekunden ins Ziel. Damit ist er erst der zweite Mensch, der diese Distanz in weniger als zwei Stunden schafft.
Er überquerte die Ziellinie nur elf Sekunden hinter dem Kenianer Sabastian Sawe, der das Rennen in Weltrekordzeit von einer Stunde, 59 Minuten und 30 Sekunden gewann.
„Es ist unglaublich. Das ist Geschichte, mir fehlen wirklich die Worte, ich bin sehr glücklich“, sagte er Euronews Health.
Der London-Marathon war für den Äthiopier lange ein Traum. Trotz Platz zwei gehört ihm ein Rekord allein: der schnellste Marathon-Einstand aller Zeiten.
„Ich durfte meinen Traum-Marathon laufen, ich bin sehr schnell gelaufen, ich kann es noch immer nicht fassen. Selbst wenn ich noch 57 Marathons laufe, ist mir das egal, dieser hier hat alles verändert“, sagte Kejelcha.
Mit 28 Jahren und nach einer langen Karriere auf der Bahn und über kürzere Straßenstrecken bestritt Kejelcha in London seinen ersten Marathon. Zuvor hielt er den Weltrekord im Halbmarathon und in der Hallenmeile.
Vor dem Rennen sagte er, er habe mit diesem Ergebnis nicht gerechnet. „Meine Vorbereitung war hervorragend, mental war ich bereit, aber ich hatte eine Zeit von zwei Stunden und ein paar Minuten erwartet“, erklärte er.
Er hatte hart trainiert und fühlte sich bereit, doch mit einem Rekord rechnete er nicht.
Über weite Teile des Rennens lief Kejelcha Seite an Seite mit Sawe aus Kenia. Für Sawe war es bereits der vierte Marathon, am Ende holte er die Goldmedaille.
„Über vierzig Kilometer habe ich das Tempo gut kontrolliert, aber danach wurde es zu hart. Er war schneller“, sagte Kejelcha.
Die beiden blieben bis zum letzten Abschnitt zusammen, dann setzte sich Sawe ab und holte den Vorsprung von elf Sekunden heraus, der sie im Ziel trennte.
„Es ist ein Wettkampf, einer gewinnt. Er hat mich geschlagen, und jetzt bin ich bereit für die Zukunft“, sagte Kejelcha. „Ich glaube jetzt an mich selbst.“
Marathon wird zur Lieblingsdistanz
Trotz seiner langen Vorgeschichte über kürzere Distanzen hat Kejelcha den Marathon für sich entdeckt.
„Ich finde, die kurzen Strecken sind für mich immer schwieriger“, sagte er. „Es ist schneller, es ist explosiver, aber ich mag das hohe Tempo.“
Er ergänzte, dass das Marathon-Training nach den vielen Jahren auf der Bahn große Umstellungen verlangt habe, die ihm aber gutgetan hätten.
Bereit für die Rückkehr nach Hause
Der London-Marathon gehört zu den sieben World Marathon Majors, den prestigeträchtigsten Rennen für Freizeit- und Spitzenläufer. London hat bereits mehrere Weltrekorde gesehen und gilt als eine der schnellsten Strecken der Welt.
Die nächsten Rennen der Serie im Jahr 2026 finden in Sydney am 30. August, in Berlin am 27. September, in Chicago am elften Oktober und in New York am ersten November statt.
Vorerst aber kehrt Kejelcha nach Äthiopien zurück. „Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, aber jetzt möchte ich nach Hause fahren und mich vorbereiten. Ich brauche etwas Zeit“, sagte er.
„Ich werde mit meinem Trainer und meinem Manager sprechen, aber im Moment habe ich keinen Plan.“
Auch ohne festen Rennkalender steht sein nächstes Ziel fest: „Ich hoffe, dass ich zurückkomme und meine persönliche Bestzeit verbessere.“