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Studie: Ärzte setzen KI schneller ein, als Kliniken mithalten

Mediziner verlangen mehr KI, als Gesundheitssysteme bieten
Ärzte verlangen mehr KI, als Gesundheitssysteme bieten. Copyright  Cleared/Canva
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Laut einem neuen Bericht von Philips sparen medizinische Fachkräfte dank KI jedes Jahr mehrere Arbeitswochen, doch die Gesundheitssysteme kommen mit der wachsenden Nachfrage kaum hinterher.

Künstliche Intelligenz verändert das Gesundheitswesen grundlegend, von der Art, wie Ärztinnen und Ärzte während eines Gesprächs Notizen machen, bis hin dazu, wie gut vorbereitet sie in Termine gehen.

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Der Bericht, Future Health Index 2026 (Quelle auf Englisch), den der Medizintechnikkonzern Philips erstellt hat, soll die konkreten Auswirkungen von KI auf die tägliche Arbeit von Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften messen.

Er zeigt: Das Klinikpersonal nutzt die KI-gestützten Werkzeuge seiner Einrichtungen häufiger als noch vor einem Jahr.

Mehr als acht von zehn Beschäftigten im Gesundheitswesen sind optimistisch, dass KI die Behandlungsergebnisse verbessert, ein Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zu 2025. Sieben von zehn sind überzeugt, dass die Vorteile die Risiken bereits überwiegen.

„Das ist das erste Jahr, in dem uns das Fachpersonal signalisiert: KI wirkt inzwischen spürbar – und zwar so, dass sie es messen oder zumindest klar wahrnehmen können“, sagte Shez Partovi, Chief Innovation Officer bei Philips, gegenüber Euronews Health.

Eine der wichtigsten Folgen der breiteren Nutzung von KI im Klinikalltag ist aus seiner Sicht der Zeitgewinn, ein Wert, der in Systemen mit chronischem Personalmangel besonders zählt.

„Diese gewonnene Zeit sorgt für eine bessere Balance zwischen Beruf und Privatleben, weniger Stress, weniger Überstunden, mehr Zeit für Patientinnen und Patienten sowie mehr Chancengerechtigkeit und Zugang“, so Partovi.

Für den Bericht wurden die Antworten von mehr als 2.000 Klinikfachkräften und über 20.000 Patientinnen und Patienten in zehn Ländern ausgewertet: Brasilien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, den Niederlanden, Saudi-Arabien, dem Vereinigten Königreich und den USA.

Fast die Hälfte der Befragten (46 %) gibt an, dank KI mindestens 132 Stunden pro Jahr einzusparen. Das entspricht mehr als drei vollen Arbeitswochen. Besonders viel Zeit bei administrativen oder nicht-klinischen Aufgaben gewinnen demnach Pflegekräfte.

„Pflegekräfte sind hier Vorreiterinnen und Vorreiter. Sie sagen: Wenn ich diese Zeit zurückbekomme, nutze ich sie für die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften, für mehr Zeit mit Patientinnen und Patienten und für mehr Reflexion über den Fall selbst, die medizinischen Informationen und die nächsten Schritte“, sagte Partovi.

Rund 71 % des medizinischen Personals berichten von effizienteren Arbeitsabläufen, 50 % sagen, KI habe ihre Kapazität erhöht, mehr Patientinnen und Patienten zu betreuen.

Die Vorteile reichen über den eigentlichen Job hinaus. Rund 50 % geben an, dass KI ihre Work-Life-Balance verbessert und ihren Stresspegel gesenkt hat.

Wie nutzt das Klinikpersonal KI?

Zu den am häufigsten genannten Anwendungen zählen Verwaltungstätigkeiten wie das Transkribieren klinischer Notizen oder die Terminplanung mit Patientinnen und Patienten.

Fachkräfte setzen KI außerdem als eine Art „Buddy“ ein, um über berufliche Ideen zu sprechen, Röntgenaufnahmen schneller auszuwerten oder gefährliche Medikamentenkombinationen zu markieren.

Der Bericht zeigt, dass 39 % der Befragten in den vergangenen drei Monaten mindestens dreimal erlebt haben, dass KI potenzielle Behandlungsfehler erkannt oder verhindert hat. Mehr als 65 % sagen, der Einsatz von KI habe ihr Vertrauen in eigene Entscheidungen gestärkt.

Können Gesundheitssysteme mit der KI-Entwicklung Schritt halten?

Die Nachfrage des Klinikpersonals nach KI-Lösungen wächst rasant, mitunter schneller, als Organisationen reagieren können.

„Der Wunsch, solche Werkzeuge zu nutzen, ist so groß, dass viele Fachkräfte auf private Anwendungen zurückgreifen, weil sie finden, dass ihre Einrichtungen nicht schnell genug sind“, sagte Partovi.

Dem Bericht zufolge wenden sich fast zwei Drittel der Beschäftigten im Gesundheitswesen persönlichen KI-Tools zu, wenn die Angebote am Arbeitsplatz ihre Bedürfnisse nicht erfüllen.

Die Werkzeuge sind also vorhanden, doch viele Fachkräfte wünschen sich mehr Unterstützung für den effektiven Einsatz. Sieben von zehn berichten, dass Schulungen zu KI-gestützten Werkzeugen in ihrer Organisation fehlen, begrenzt oder uneinheitlich sind.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass die Einführung eines Werkzeugs je so schnell verlief, dass die Organisation kaum Schritt halten kann“, so Partovi.

Das Tempo der Veränderungen ist so hoch, dass Einrichtungen manchmal gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Zudem müssen Fragen zu Datenschutz, Sicherheit, Governance und rollenbezogener Weiterbildung beantwortet werden, sagte er.

Wie sieht die Zukunft aus?

Fast alle Beschäftigten im Gesundheitswesen gehen davon aus, dass KI ihre Rolle verändern wird. Rund 96 % erwarten, dass sich ihre Arbeitsweise durch KI wandelt, 53 % rechnen mit einer tiefgreifenden Veränderung ihrer Aufgaben.

Rund 44 % sorgen sich, durch eine zu starke Abhängigkeit von KI klinische Fähigkeiten zu verlieren. 37 % sagen, ihre Rolle verändere sich schneller, als ihnen lieb ist.

Sie integrieren die neuen Werkzeuge in ihren Alltag und suchen nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten, halten es aber zugleich für entscheidend, dass der Mensch eingebunden bleibt.

Etwa 86 % meinen, alle KI-Ergebnisse brauchen eine menschliche Kontrolle, und mehr als 80 % sind überzeugt, dass KI die Beziehung zwischen Klinikpersonal und Patientinnen und Patienten niemals ersetzen wird.

Gleichzeitig glauben sieben von zehn Beschäftigten im Gesundheitswesen, dass mit der stärkeren Nutzung dieser Werkzeuge zwischenmenschliche Fähigkeiten wichtiger werden als je zuvor.

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