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Umfrage: Britinnen zählen zu wütendsten Frauen Europas

Großbritannien: Neue weltweite Gesundheitsstudie meldet starken Anstieg weiblicher Wut.
Großbritannien: weibliche Wut nimmt zu, neue globale Gesundheitsstudie meldet Trend Copyright  Canva
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Von Amber Louise Bryce
Zuerst veröffentlicht am
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Lange Wartezeiten und ein abweisender Ton im britischen Gesundheitssystem treffen vor allem ältere Britinnen und machen sie wütender und trauriger als ihre Altersgenossinnen in Europa.

Man könnte es so sagen: Nichts ist so wütend wie eine Britin, die sich von ihrem Gesundheitssystem im Stich gelassen fühlt.

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Eine neue Umfrage zeigt: Frauen im Vereinigten Königreich zählen zu den wütendsten in Europa. Mehr als ein Fünftel gibt an, regelmäßig starken Zorn zu verspüren.

Die Daten stammen aus dem Hologic Global Women's Health Index (Quelle auf Englisch), der größten und umfassendsten weltweiten Erhebung zur Frauengesundheit.

Die Studie verzeichnet zudem einen Rückgang der körperlichen und seelischen Gesundheit von Frauen. Sie macht zugleich deutlich, wie unzureichend die medizinische Versorgung von Frauen vielerorts bleibt – ein Phänomen, das ein Bericht des Women and Equalities Committee (WEC) (Quelle auf Englisch) im Jahr 2024 als „medizinischen Sexismus“ bezeichnet.

Seit Februar 2024 ist der Wert für Frauengesundheit im Vereinigten Königreich auf den niedrigsten Stand seit 2020 gefallen. Das Land liegt nur noch auf Platz 48 von 143 Staaten.

Zum Vergleich: Andere europäische Länder wie Deutschland, Polen und Lettland schneiden deutlich besser ab und belegen die Plätze 7, 5 und 2.

Die Bewertung berücksichtigt unter anderem die emotionale Gesundheit, den Zugang zu Unterstützung und die allgemeine Lebensqualität von Frauen.

Insgesamt berichten 42 Prozent der Frauen von Sorgen und 28 Prozent von Traurigkeit.

Besonders betroffen sind Frauen über 60 Jahre. Sie bilden die einzige Altersgruppe, die heute wütender und trauriger ist als im Jahr 2020, als die Erhebung startete.

Wut über Geschlechterlücke in der Gesundheitsversorgung

Ein zentraler Auslöser für den Frust vieler Frauen im Vereinigten Königreich – und in weiten Teilen der Welt – ist die anhaltend geringe Investition in frauenspezifische Erkrankungen. Ihnen fehlt es zudem an Anerkennung und Unterstützung.

Im Januar zeigte eine Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) und der Boston Consulting Group (BCG), dass Frauen jedes Jahr zusammen 75 Millionen gesunde Lebensjahre verlieren, aber nur 6 Prozent der privaten Gesundheitsinvestitionen erhalten.

Frauen suchen dabei häufiger als Männer medizinische Hilfe. Trotzdem erhalten sie oft keine angemessene Behandlung.

Insbesondere beim Beckenboden- und in der Menopausen-Versorgung zeigt der staatliche Gesundheitsdienst NHS große Lücken, berichtet Pure Unity Health (Quelle auf Englisch). Demnach flossen im Jahr 2025 nur zwei Prozent der britischen Forschungsmittel in Schwangerschaft, Geburt und weibliche Fortpflanzungsgesundheit.

Viele Frauen suchen deshalb vermehrt Unterstützung in sozialen Medien. Reddit-Gruppen wie r/endometriosis und r/menopause zählen jeweils mehr als 100.000 Mitglieder.

Solche Foren können ein starkes Instrument sein, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Sie bergen jedoch auch ein hohes Risiko für Fehlinformationen und zeigen damit, wie dringend mehr persönliche, professionelle Versorgung nötig ist.

„Die Antworten der Frauen in der Umfrage zeigen deutlich, wie sich viele Aspekte ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens weiter verschlechtern“, sagte Tim Simpson, General Manager für Großbritannien und Irland, Benelux und die nordischen Länder beim Medizintechnikunternehmen Hologic, der Zeitung The Independent.

„Weitere Untersuchungen in Großbritannien ergaben, dass viele Frauen mit Verzögerungen bei der Versorgung kämpfen und das Vertrauen in das System verlieren“, fügte er hinzu.

Diese Verzögerungen in der Versorgung gehören zu den dringendsten Problemen. Der Zugang zu spezialisierten NHS-Diensten hängt stark davon ab, wo im Land jemand lebt. In großen Städten wie London warten Patientinnen in der Regel kürzer als in ländlichen Regionen.

Auch chronische frauenspezifische Erkrankungen brauchen deutlich mehr Investitionen. Viele sind noch kaum erforscht und können das Leben von Frauen massiv einschränken.

Der Hologic-Studie zufolge erlebt etwa ein Drittel der Frauen täglich körperliche Schmerzen. Fast jede vierte Frau berichtet über Gesundheitsprobleme, die ihren Alltag erheblich beeinträchtigen.

„Die gute Nachricht ist: Wir wissen ziemlich genau, wo viele der Probleme liegen“, sagte Simpson.

„Frauen sagen uns klar, dass sie frühere Diagnosen, schnelleren Zugang zu Behandlungen und einen stärkeren Einsatz innovativer Technologien wollen. Um die Frauengesundheit zu verbessern, braucht es dauerhaftes Engagement von Politik, dem NHS, den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und der Industrie. Nur gemeinsam können sie die Veränderungen umsetzen, die Frauen einfordern.“

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