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Warum der rasant wachsende Ebola-Ausbruch immer schwerer zu kontrollieren ist

Ituri: Gesundheitspersonal desinfiziert Krankenwagen im Ebola-Behandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses von Bunia, Mittwoch, 22. Juli 2026
Gesundheitspersonal desinfiziert einen Krankenwagen im Ebola-Behandlungszentrum des Allgemeinen Krankenhauses Bunia in Ituri, Kongo, Mittwoch, 22. Juli 2026 Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Im Osten des Kongo tötet der rasant wachsende Ebola-Ausbruch bereits über 1.000 Menschen. Gesundheitsbehörden kämpfen gegen das Virus, doch Konflikte, Misstrauen und fehlende Therapien bremsen sie.

Nach Angaben kongolesischer Behörden flacht der starke Anstieg neuer Fälle inzwischen ab. Sie warnen jedoch, dass der Ausbruch seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Im jüngsten Bericht des nationalen Gesundheitsinstituts heißt es, die Übertragung halte unvermindert an; die jüngsten Schwankungen bei den Fallzahlen gingen vermutlich auf Meldeverzögerungen und die laufende Datenbereinigung zurück.

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Nach der aktuellen Lageeinschätzung des Instituts gibt es 2.536 bestätigte Ebola-Fälle und 1.033 Todesopfer. Mindestens 738 Erkrankte befinden sich in Isolation oder im Krankenhaus.

Der am 15. Mai ausgerufene Ausbruch unterscheidet sich von den meisten früheren Ebola-Wellen, die sich durch Gemeinden ausbreiteten, denn für das verantwortliche Bundibugyo-Virus gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Behandlungen.

„Noch nie hat ein Ebola-Ausbruch mit so vielen Fällen begonnen – einfach weil er so spät erkannt wurde“, sagte Trish Newport, Leiterin des Nothilfeprogramms der Organisation Ärzte ohne Grenzen, die im Kongo arbeitet, der Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Im schlimmsten Fall könnte sich der aktuelle Ausbruch der schlimmsten Ebola-Epidemie der Geschichte annähern, wie Computermodelle von Forschenden der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (US CDC) vom vergangenen Monat zeigen.

Die Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016, der bislang größte Ebola-Ausbruch, forderte mehr als 11.000 Todesopfer. Vom ersten Fall bis zur Marke von 1.000 Toten vergingen rund acht Monate.

Der aktuelle Ausbruch konzentriert sich vor allem auf die abgelegene Provinz Ituri, auf die fast 90 Prozent der Fälle entfallen. Infektionen wurden jedoch auch in fünf weiteren Provinzen bestätigt – darunter in Kisangani, einer der größten Städte des Kongo, sowie im Nachbarland Uganda.

Ebola-Ausbruch in instabiler Region

Ein Teil des Ausbruchs spielt sich in der Großstadt und humanitären Drehscheibe Goma ab. Rebellen, die Unterstützung aus dem Nachbarland Ruanda erhalten, haben die Stadt vor mehr als einem Jahr eingenommen. Das erschwert die Arbeit der Helfer zusätzlich.

Gefechte mit den von Ruanda unterstützten M23-Rebellen, Angriffe der mit dem Islamischen Staat verbundenen Allied Democratic Forces und die massenhafte Vertreibung von Menschen erschweren Überwachung, Kontaktverfolgung und den Zugang zu betroffenen Gemeinden.

Reporterinnen und Reporter der AP berichten, dass Außenstehende oft mit Misstrauen betrachtet werden. Aufklärungsteams versuchen dennoch, Vorsorgemaßnahmen gegen Ebola bekannt zu machen – trotz Beschimpfungen und dem Vorwurf, der Ausbruch sei Betrug.

Mittlerweile regt sich auch unter den lokalen Ebola-Helfern Unmut: Nach wochenlanger Arbeit unter hohem Risiko haben viele von der kongolesischen Regierung kaum oder gar keinen Lohn erhalten. Einige Beschäftigte sind in Behandlungszentren in den Streik getreten und blockieren den Zugang. Zu den Streikenden gehören Epidemiologinnen und Epidemiologen, Fallermittler, Fahrer und Totengräber.

Misstrauen und fehlende Tests bremsen Reaktion

Nach Einschätzung von Behörden und Gesundheitshelfern gehören Misstrauen und Widerstand in der Bevölkerung weiterhin zu den größten Hindernissen, um den Ausbruch einzudämmen.

Gerüchte über Ebola-Behandlungszentren, die Angst vor Isolation und die Ablehnung sicherer Bestattungen haben dazu geführt, dass manche Menschen Tests meiden oder erst Hilfe suchen, wenn sie bereits lebensbedrohlich erkrankt sind.

Die Einsatzteams wissen zudem nur begrenzt, wie weit sich der Ausbruch bereits ausgebreitet hat und wie stark er sich noch verschlimmern könnte. Landesweit werden derzeit nur rund 77 Prozent der bekannten Kontaktpersonen überwacht – deutlich weniger als die 95 Prozent, die nach Angaben von Gesundheitsbehörden nötig wären, um die Übertragung zu unterbrechen.

Globales Ausbreitungsrisiko bleibt gering

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft das Risiko durch den Ausbruch im Kongo weiterhin als „sehr hoch“ ein. In Uganda, wohin das Virus übergeschwappt ist, und in den Nachbarstaaten bewertet sie die Lage als „hoch“. Als Gründe nennt die WHO Grenzübertritte, häufige Wanderbewegungen der Bevölkerung und anhaltende Übertragung im Osten des Kongo.

Global bleibt das Übertragungsrisiko nach Einschätzung der WHO jedoch gering. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen übertragen und nicht über die Luft – im Gegensatz zu Atemwegsviren, die sich deutlich leichter verbreiten.

Mit weiteren eingeschleppten Fällen rechnet die WHO, wenn der Ausbruch größer wird. Bislang wurden solche Fälle jedoch rasch entdeckt und eingegrenzt.

Cutter • Yolaine De Kerchove Dexaerde

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