Der deutsche Rüstungsriese Rheinmetall steht vor dem größten Geschäft seiner Unternehmensgeschichte. Über seinen amerikanischen Ableger "American Rheinmetall" im US-Staat Michigan greift der Konzern nach einem Mega-Auftrag der US-Streitkräfte.
Der Düsseldorfer Rüstungsriese Rheinmetall steht vor dem potenziell größten Geschäft seiner Unternehmensgeschichte. Über den amerikanischen Ableger American Rheinmetall greift der Konzern nach dem Mega-Auftrag der US-Streitkräfte zur Ablösung der alternden M2-Bradley-Panzerflotte.
Es geht um 4000 Panzer
Es geht um die Beschaffung von circa 4.000 Kettenfahrzeugen im Gesamtwert von über 45 Milliarden Dollar (rund 39 Milliarden Euro). Im Rennen um den Auftrag ist der Lynx ("Luchs") XM30 von Rheinmetall.
Als Grundlage für die Entwicklung dienten die Schützenpanzer Lynx KF31 und KF 41. Das Kürzel KF steht schlicht für „Kettenfahrzeug“, während die Zahlen die militärischen Gewichtsklasse von rund 31 und 41 Tonnen angeben.
Diese beiden Lynx-Varianten haben das Design und die Philosophie für den Prototyp Lynch XM30 für die US-Armee maßgeblich beeinflusst. Technisch ist der XM30 aber eine völlig neue Dimension - so ein Rheinmetall-Pressesprecher im Gespräch mit Euronews.
So verfügt die US-Version über eine offene Digital-Architektur, einen Hybridantrieb und einen 50mm Turm, der die Besatzung auf zwei Soldaten reduziert.
Der erste Lynx XM30-Protoyp wurde bereits an das US-Militär übergeben. Sieben weitere Fahrzeuge folgen zeitnah. Der laufende Entwicklungsvertrag bringt Rheinmetall bereits 764 Millionen Dollar ein.
Finale Entscheidung für Panzer-Geschäft steht noch aus
Nur noch zwei Anbieter sind im Rennen: Rheinmetalls US-Tochter American Rheinmetall und der US-Rüstungsgigant General Dynamics Land Systems. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen: Erst sollen US-Streitkräfte die Prototypen intensiv testen – dann entscheidet die US-Armee wer den Zuschlag für den Milliarden-Deal bekommt.
USA größter Rüstungsmarkt der Welt
Rheinmetall unterhält bereits mehrere Fabriken in den Vereinigten Staaten. Damit verfügt der deutsche Konzern über Produktionskapazitäten vor Ort. Ein wichtiger Bestandteil der Verhandlungen, weil die US-Regierung bei großen Rüstungsprogrammen extrem großen Wert auf industrielle Wertschöpfung im eigenen Land legt. Eine serielle Produktion des Lynx XM30 würde also in den USA stattfinden.
Die Geschichte des Lynx
Der Lynx ist kein klassischer Kampfpanzer sondern ein Schützenpanzer mit multiplen Einsatzmöglichkeiten. 2018 präsentierte Rheinmetall den Lynx auf der Waffenmesse EUROSATORY in Paris. Der internationale Durchbruch gelang 2020. Ungarn bestellte als erster NATO-Staat 209 Fahrzeuge. Rheinmetall baute dort sogar ein eigenes, hochmodernes Panzerwerk in Zalaegerszeg auf, wo die Serienproduktion läuft.
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