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Südkorea beendet Bärengalle-Zucht - fast 200 Bären bleiben in Käfigen

Dieses Foto entstand am 24. Januar 2014. Ein Bär blickt aus einem Käfig auf einer Bärenfarm in Dangjin, Südkorea.
Auf diesem Foto vom 24. Januar 2014 blickt ein Bär aus einem Käfig auf einer Bärenfarm in Dangjin, Südkorea. Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Hyung-jin mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Südkoreas Behörden bestätigen: Die umstrittene Industrie zur Gewinnung von Bärengalle wird beendet. Die Regierung startet eine Tierschutzinitiative.

Südkorea will die schrumpfende, stark kritisierte Bärengalle-Industriein dieser Woche offiziell beenden. Rund 200 Bären leben jedoch weiterhin in Gehegen und werden wegen ihrer Gallenblasen gehalten.

Das Ministerium für Klima, Energie und Umwelt kündigt ein Verbot der Zucht und Haltung von Bären sowie der Gewinnung ihrer Galle ab dem 1. Januar 2026 an. Grundlage ist das novellierte Tierschutzgesetz, das Verstöße mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei beziehungsweise fünf Jahren ahndet.

Südkorea gehört zu den wenigen Ländern, in denen die Gewinnung von Bärengalle durch Zucht erlaubt ist. Meist betrifft es Asiatische Schwarzbären, sogenannte Mondbären. Ihre Galle gilt in der traditionellen Medizin als Heilmittel, teils auch als Nahrung, die Vitalität und Ausdauer fördern soll.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Nachfrage stark eingebrochen. Gründe sind Zweifel an der medizinischen Wirkung, günstigere Alternativen und ein wachsendes Bewusstsein für Tierleid.

Südkorea verbietet die Bärengalle-Zucht

Das Verbot ist Teil einer Vereinbarung von 2022 zwischen Behörden, Bauern und Tierschutzaktivisten, die Bärengalle-Farmen ab 2026 untersagt. Tierschutzgruppen kaufen die Tiere den Bauern ab. Die Regierung richtet Einrichtungen ein, um sie aufzunehmen.

Im vergangenen Jahr kaufte der Staat insgesamt 21 Bären und brachte sie in eine staatliche Schutzstation in der südlichen Provinz Jeolla. 199 Bären leben jedoch noch in elf Farmen im ganzen Land. Über die Entschädigung für die Aufgabe der Tiere wird weiter gestritten, sagen Behörden, Aktivisten und Bauern.

Auf diesem Foto vom 24. Januar 2014 blicken Bären aus einem Käfig in einer Bärenfarm in Dangjin, Südkorea.
Auf diesem Foto vom 24. Januar 2014 blicken Bären aus einem Käfig in einer Bärenfarm in Dangjin, Südkorea. Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.

Das Umweltministerium gewährt den Züchtern eine Schonfrist von sechs Monaten, bestraft aber die Gewinnung von Galle weiterhin. Es will die Halter finanziell unterstützen, bis die Bären verkauft und umgesiedelt sind.

"Unser Plan, die Bärenzucht zu beenden, setzt den Willen unseres Landes um, das Wohlergehen wild lebender Tiere zu verbessern und unsere internationale Verantwortung zu erfüllen", sagt Umweltminister Kim Sungwhan. "Wir werden die Bären bis zum letzten schützen."

Der Landwirt Kim KwangSoo hält 78 Bären in der südlichen Stadt Dangjin. Er sagt, andere hätten ihre Tiere wegen wirtschaftlicher Not zu extrem niedrigen Preisen verkauft. Er selbst habe keinen Bären abgegeben. Das Verbot sei "eine sehr schlechte Politik", er werde das Gesetz dennoch "einhalten".

Die Bärenzucht begann in Südkorea in den frühen 1980er-Jahren. Bauern importierten Bären aus Malaysia und anderen Ländern Südostasiens. Weltweit steht die Branche seither in der Kritik: Die Tiere verbringen ihr ganzes Leben in kleinen, kahlen Käfigen und werden schließlich wegen ihrer Körperteile geschlachtet.

2014 wurden in Südkorea rund 1.000 Bären auf Farmen gehalten. Laut Kim KwangSoo ließen viele Bauern ihre Bären seitdem sterilisieren und erhielten dafür staatliche Entschädigungen.

Einige Bären seien natürlich gestorben. Andere wurden wegen ihrer Galle geschlachtet. Wieder andere wurden getötet, nachdem sie in denselben Käfigen von Artgenossen angegriffen worden waren. Ursache war mangelnde Betreuung.

Tierschützer fordern größere Bärenschutzstationen in Südkorea

Tierschutzorganisationen loben die Regierung für das Vorantreiben der Vereinbarung von 2022. Zugleich fordern sie größere Schutzanlagen, um gerettete Bären aufzunehmen.

Die Regierung sagt, die Schutzstation in der Provinz Jeolla könne bis zu 49 Bären aufnehmen. Kang Jae-won von der Korea Animal Welfare Association hält höchstens dreißig für vertretbar. Eine zweite staatliche Einrichtung sollte im April vergangenen Jahres eröffnen. Wegen Überschwemmungen ist der Start auf 2027 verschoben.

Jae-won sagt, Aktivisten verhandeln mit ausländischen Zoos, um einige gerettete Bären dorthin zu bringen.

"Es ist gut, dass die Regierung die Bärengalle-Industrie hinterfragt und ihr Ende vorantreibt. Bedauerlich ist, dass es nicht genug Maßnahmen zum Schutz der Bären gibt", sagt Cheon JinKyung, Leiterin von Korea Animal Rights Advocates in Seoul. "Es gibt keine Orte, an denen diese Bären bleiben können."

Sangkyung Lee, Kampagnenmanagerin bei Humane World for Animals Korea, fordert zudem, dass die Regierung die verbliebenen Bären ohne weitere Verzögerung aus der Gefangenschaft holt und den Aufbau privater Schutzstationen unterstützt, "um diesen Tieren ein Leben in Ruhe und relativer Freiheit in natürlicher Umgebung zurückzugeben".

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