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Bundibugyo-Virus: Was bekannt ist und warum ein Impfstoff nicht sofort hilft

Ein Gesundheitsbeamter misst mit einem Thermometer die Temperatur von Menschen vor dem Kibuli Muslim Hospital in Kampala, Uganda, am 16. Mai 2026.
Vor dem Kibuli Muslim Hospital in Kampala, Uganda, misst ein Gesundheitsbeamter am Samstag, dem 16. Mai 2026, mit einem Thermometer die Körpertemperatur. Copyright  AP Photo
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Die WHO sieht vielversprechende Therapien und Impfstoffe gegen einen seltenen Ebolastamm, der Hunderte in der Demokratischen Republik Kongo tötet; einsatzbereit sind sie noch nicht.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) breitet sich schneller aus als die Hilfsmaßnahmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb Expertinnen und Experten zusammengezogen, um mögliche Behandlungen und Impfstoffe zu prüfen.

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Das Virus, das den aktuellen Ausbruch verursacht und vermutlich mehr als 200 Menschen getötet hat, ist seltener als die bekannten Erreger anderer Ebola-Formen. Das erschwert die Reaktion, denn es gibt bislang keine gezielten Behandlungen oder Impfstoffe dagegen.

„Die Lage ist ernst, und Sie haben ein Recht auf eine klare Ansage. Ich möchte Ihnen aber auch Folgendes sagen: Für Bundibugyo gibt es zwar noch keine spezifischen Therapien, doch wir können gemeinsam viel tun, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen und Leben zu retten“, schrieb WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in einem Brief an die Bevölkerung der DR Kongo.

Bundibugyo-Virus: Was es ist und wie es sich verbreitet

Bundibugyo gehört zu den vier bekannten Orthoebolaviren, die beim Menschen Erkrankungen auslösen können. Der Erreger ist selten und wurde 2007 erstmals beschrieben. Nach den wenigen dokumentierten Ausbrüchen scheint Bundibugyo etwas weniger tödlich zu sein als das Zaire- oder das Sudan-Virus.

Die Inkubationszeit der Krankheit liegt nach WHO-Angaben zwischen zwei und 21 Tagen. In der Regel gelten Menschen erst als ansteckend, wenn die ersten Symptome auftreten.

Die Behörde betont, dass die frühen Krankheitszeichen unspezifisch sind. Dazu gehören Fieber, Erschöpfung, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Halsschmerzen. Das erschwert die Diagnose und kann die Entdeckung von Fällen verzögern.

In den bisher zwei bekannten Ausbrüchen dieses Stamms, 2007 in Uganda und 2012 in der DR Kongo, lag die Sterblichkeit bei etwa 30 bis 50 Prozent.

Das Virus überträgt sich durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter oder verstorbener Personen, etwa Schweiß, Blut, Stuhl oder Erbrochenem. Besonders gefährdet sind daher Beschäftigte im Gesundheitswesen.

Bundibugyo: Gibt es Behandlungen?

Derzeit gibt es keine zugelassenen Medikamente oder Impfstoffe, die speziell zur Vorbeugung oder Behandlung von Bundibugyo entwickelt wurden.

Die WHO stuft jedoch mehrere Kandidaten als so vielversprechend ein, dass sie in klinischen Studien vorrangig geprüft werden sollen. Dafür arbeitet sie nun eng mit den Regierungen der DR Kongo und Ugandas zusammen.

Unabhängige Expertinnen und Experten der Organisation empfehlen, drei Therapien in Studien zu bevorzugen: Antikörperbehandlungen der Firmen Mapp Biopharmaceutical und Regeneron sowie das antivirale Medikament Remdesivir von Gilead Sciences.

Die Antikörpertherapie von Mapp wurde ursprünglich gegen einen anderen Ebola-Stamm, das Sudan-Virus, entwickelt, könnte aber auch bei Bundibugyo wirken.

Bundibugyo: Lässt sich eine Ansteckung verhindern?

Mehrere derzeit entwickelte Impfstoffe gelten nach Einschätzung von WHO-Fachleuten als vielversprechende Kandidaten.

Noch ist keiner davon einsatzbereit, doch einige könnten in den nächsten Monaten so weit sein.

Als aussichtsreichster Kandidat gilt derzeit der eindosige rVSV-Bundibugyo-Impfstoff, entwickelt von der International AIDS Vaccine Initiative. Voraussichtlich vergehen noch etwa sieben bis neun Monate, bis er in einer klinischen Studie darauf getestet werden kann, wie gut er Infektionen verhindert.

Ein weiterer Impfstoffkandidat, ChAdOx1 Bundibugyo, den die Universität Oxford gemeinsam mit dem Serum Institute of India entwickelt, könnte in zwei bis drei Monaten für Wirksamkeitsstudien zur Verfügung stehen.

Allerdings betonen die Fachleute, dass dafür noch zusätzliche Daten aus Tierversuchen nötig sind, um eine weitere Priorisierung wissenschaftlich zu untermauern.

„Bis dahin hat für uns oberste Priorität, die Übertragung des Virus mit den Mitteln zu stoppen, die wir seit Jahrzehnten in Ebola-Einsätzen nutzen“, erklärte die WHO.

Dazu gehören Krankheitsüberwachung, schnelle Tests und Diagnostik, Kontaktverfolgung, Isolation und Behandlung von Patientinnen und Patienten, Infektionsprävention und -kontrolle, die Einbindung der Gemeinden sowie sichere und würdevolle Bestattungen.

Weitere Quellen • AP

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