Ein örtlicher Vermieter fand das gestohlene Kunstwerk bei der Räumung einer leerstehenden Wohnung. Ein Antiquitätenhändler erkannte es, woraufhin er es zur Polizei brachte.
Im Jahr 2018 wurde in einer Kunstgalerie in Milwaukee ein Picasso-Druck am helllichten Tag gestohlen. Kunsthändler Bill DeLind war überzeugt, dass das wertvolle Werk für immer verloren sei.
Der seltene Druck „Torero“, einer von nur 30 bekannten Exemplaren mit Picassos Unterschrift, war damals auf mehr als 50.000 US-Dollar (43.000 Euro) geschätzt. Ein Kunde hatte ihn über DeLinds Galerie zum Verkauf gegeben.
Acht Jahre später bekam DeLind unerwartet einen Anruf der Polizei in Milwaukee. Die Beamten baten ihn, ein sichergestelltes Kunstwerk zu identifizieren. Ein örtlicher Vermieter, Tim Dertz, hatte den gerahmten Druck entdeckt, als er eine leerstehende Wohnung räumte. Der frühere Mieter war nach einer Räumung ausgezogen und hatte seine Sachen zurückgelassen.
„Als sie mich anriefen, konnte ich es kaum glauben“, sagte DeLind. „Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Das war ein überwältigender Moment für mich.“
„Es war tatsächlich meiner“, fügte er hinzu. „Die Sache hat sich geschlossen.“
Der Vermieter schilderte dem Lokalsender WISN, das Bild habe an einem ungewöhnlichen Platz gehangen: „Es hing irgendwie an einer komischen Stelle an der Wand.“ Und weiter: „Es sah so aus, als würde es dort schon sehr, sehr lange hängen, weil oben eine Menge Staub darauf lag.“
Ein befreundeter Antiquitätenhändler bestätigte ihm später, es sehe ganz nach dem Picasso aus, der als gestohlen gemeldet worden war. Dertz gab das Werk daraufhin bei der Polizei ab, die sich mit DeLind in Verbindung setzte.
„Als es verschwunden ist, war das fast wie eine persönliche Kränkung. Das hat mich sehr getroffen“, sagte DeLind. „Als es zurückkam, war es genau das Gegenteil. Da merkt man: Es gibt gute Menschen auf der Welt.“
DeLind berichtet, sein früherer Geschäftspartner, der im Februar gestorben ist, habe sehr unter dem Diebstahl 2018 gelitten. Jedes Jahr am Jahrestag rief er die Polizei an und bat, den Fall erneut publik zu machen – in der Hoffnung, dass der Picasso doch noch auftauchen könnte.
„Er wäre darüber aus dem Häuschen gewesen“, sagte DeLind. „Das Werk war etwas Besonderes für ihn.“
Derzeit bewahrt die Polizei in Milwaukee das Bild noch auf. Der Auftraggeber, der es über DeLinds Galerie verkaufen lassen wollte, klärt nach Angaben des Kunsthändlers nun die weiteren Schritte mit seiner Versicherung.