In Frankreich sind drei Menschen inmitten einer außergewöhnlichen Hitzewelle gestorben. Behörden warnen, dass über 40 Grad und die extreme Hitze noch einige Tage anhalten könnten.
Die Opfer – zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 80 und 95 Jahren – starben am Sonntag in ihren Wohnungen in den Vororten von Bordeaux im Südwesten Frankreichs. Die Todesfälle ereigneten sich in den Gemeinden Cenon, Saint-Médard-en-Jalles und Saint-Jean-d’Illac. In weiten Teilen des Landes lagen die Temperaturen über 36 °C, mancherorts wurden sogar Werte von mehr als 40 °C gemessen.
„Wir beklagen leider drei Todesfälle bei älteren Menschen zwischen 80 und 95 Jahren“, sagte Sophie Brocas, die Vertreterin des Staates in der Region, am Sonntag France 3 Aquitaine. Die Rettungsdienste führen die Todesfälle derzeit auf die Hitzewelle zurück, deren Intensität vergleichbar mit der Hitzewelle aus dem August 2003 ist, einer der tödlichsten in der europäischen Geschichte.
Hitzewelle verschärft sich in Frankreich
Der nationale Wetterdienst Météo-France warnte, dass die Hitzewelle die ganze Woche anhalten wird. Für Montag und Dienstag erwartet der Dienst außergewöhnlich hohe Temperaturen in großen Teilen des Landes. Stellenweise könnten die Werte über 40 °C steigen.
Das französische Gesundheitsministerium rief die Bevölkerung dazu auf, regelmäßig Wasser zu trinken, keinen Alkohol zu konsumieren, die Wohnung möglichst kühl zu halten und körperliche Anstrengungen in den heißesten Stunden des Tages zu vermeiden.
Ältere Menschen, die besonders gefährdet sind, sollen mehrere Stunden täglich in kühlen oder klimatisierten Räumen verbringen. Sie sollen ihren Körper regelmäßig mit feuchten Tüchern oder Wassersprays kühlen und in kleineren Portionen, aber regelmäßig essen, um das Mineralstoffgleichgewicht zu halten.
Das Ministerium appellierte zudem an Nachbarn und Familien, regelmäßig Kontakt zu älteren oder allein lebenden Menschen zu halten. Schon ein kurzer täglicher Besuch oder Anruf könne in einer extremen Hitzesituation lebensrettend sein.
Seit dem 18. Juni ist unter der Nummer 0800 06 66 66 ein Hitzewellen-Infotelefon geschaltet, „um den Menschen zu helfen, mit dieser extremen Hitze zurechtzukommen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums.
„Alle müssen die richtigen Verhaltensweisen annehmen und auf die besonders Verletzlichen in ihrem Umfeld achten“, warnte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist in der vergangenen Woche. „Ich bitte alle, wachsam zu sein, Solidarität zu zeigen und die kostenlose Hotline Canicule Info Service für Informationen und Unterstützung zu nutzen.“
Die Hitzewelle macht sich auch in Spanien, im Vereinigten Königreich, in Belgien, den Niederlanden, Italien, der Schweiz und Deutschland deutlich bemerkbar.