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Seltene Infektionen in der Schwangerschaft erhöhen Risiko für schwere Behinderung und Autismus

Seltene Schwangerschaftsinfektionen: Zusammenhang mit Autismus und geistiger Behinderung
Seltene Infektionen in der Schwangerschaft stehen im Zusammenhang mit Autismus und geistiger Behinderung. Copyright  Cleared/Canva
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Ärzte diagnostizieren bei Kindern mit Infektionen wie Syphilis, Röteln oder Zytomegalievirus deutlich häufiger Autismus und geistige Behinderungen, berichtet eine neue Studie.

Kinder, die sich bereits im Mutterleib mit bestimmten Infektionen angesteckt haben, entwickeln später im Leben rund dreimal so häufig Autismus und mehr als siebenmal so häufig eine geistige Behinderung wie Kinder ohne solche Infektionen. Das zeigt eine neue Studie.

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Nach Einschätzung der Forschenden deutet das darauf hin, dass bestimmte, während der Schwangerschaft auf den Fötus übertragene Infektionen die Hirnentwicklung dauerhaft beeinträchtigen können.

Diese angeborenen Infektionen werden unter dem Kürzel TORCH zusammengefasst. Dazu gehören Syphilis, Röteln, Toxoplasmose, Zytomegalievirus und Herpesviren, die von der werdenden Mutter auf das ungeborene Kind übergehen können. Im Unterschied zu vielen anderen Erregern überwinden sie mitunter die Plazenta und schädigen den Fötus direkt. Dadurch steigt das Risiko für Fehlgeburten, Totgeburten und weitere Komplikationen in der Schwangerschaft.

„Diese angeborenen Infektionen sind zwar selten, einige von ihnen lassen sich jedoch verhindern. Gerade deshalb sind sie aus Sicht der öffentlichen Gesundheit besonders relevant“, sagte Reneé Gardner vom Department of Global Public Health des Karolinska Institutet, die an der Studie mitgewirkt hat.

Für die Untersuchung werteten die Forschenden Daten von 3,7 Millionen Menschen aus, die zwischen 1987 und 2021 in Schweden geboren wurden. Bei 975 von ihnen war eine angeborene TORCH-Infektion diagnostiziert worden. Die Betroffenen wurden bis zu drei Jahrzehnte lang nachverfolgt, um Zusammenhänge mit späteren Diagnosen und ihrem Bildungsweg zu prüfen.

Insgesamt erklären TORCH-Infektionen nur einen sehr kleinen Teil aller Autismusfälle in der Bevölkerung. Für betroffene Kinder ist das Risiko für Autismus und eine geistige Behinderung jedoch deutlich erhöht. Nach Angaben der Autorinnen und Autoren entwickelt etwa jedes fünfte Kind mit einer TORCH-Infektion später Autismus.

Die Folgen beschränken sich nicht auf Autismus. Kinder, die mit einer solchen Infektion zur Welt kommen, haben auf allen Schweregraden ein höheres Risiko für eine geistige Behinderung. Für schwere bis hin zu tiefgreifenden Behinderungen lag das Risiko bis zu 30-mal höher als bei Kindern ohne Infektion.

Auch ohne formale Diagnose scheinen die Infektionen den Bildungserfolg zu beeinträchtigen. In der Studie schnitten 420 Menschen mit nachgewiesener TORCH-Infektion in der Schule deutlich schlechter ab, obwohl bei ihnen weder Autismus noch eine geistige Behinderung festgestellt worden war.

TORCH-Infektionen unterscheiden sich stark in ihrer Verbreitung. Weltweit am häufigsten tritt die angeborene Zytomegalie (CMV) auf; sie betrifft etwa jedes 150. Neugeborene. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist die Belastung durch diese Infektion deutlich höher.

Risiken senken: Welche Maßnahmen helfen?

Nach Ansicht der Forschenden unterstreicht die Studie, wie wichtig stärkere Präventionsstrategien sind, vor allem in Regionen mit hohen Infektionsraten.

Sie betonen zudem die große Bedeutung flächendeckender Impfprogramme, die entwickelt, umgesetzt und dauerhaft gesichert werden müssen, um solche Infektionen zu verhindern.

Außerdem weisen die Autorinnen und Autoren darauf hin, dass die derzeitigen Systeme, etwa in Schweden, zahlreiche asymptomatische Fälle übersehen. Ein Grund: Das Neugeborenen-Screening auf TORCH-Infektionen ist nicht überall Standard. Sie fordern daher bessere Strategien, um diese Kinder frühzeitig zu erkennen.

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