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Benjamin Brittens "Billy Budd": die Einsamkeit des Außenseiters

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Benjamin Brittens "Billy Budd": die Einsamkeit des Außenseiters
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Von Euronews
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2013 ist nicht nur das Jahr von Verdi und Wagner. Es steht auch für den 100-jährigen Geburtstag des englischen Komponisten Benjamin Britten. Eines seiner Meisterwerke, die Oper Billy Budd, wird auf dem Glyndebourne Festival in Südengland aufgeführt. Die Oper erzählt die tragische Geschichte des schönen, mutigen und ehrlichen Seemanns Billy, der für das versehentliche Töten seines Vorgesetzten zum Tode verurteilt wird.

Bariton Jacques Imbrailo beschreibt Billy Budd als reinen, unschuldigen Charakter. Er sieht Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Rolle und sich selbst:

“Seine Art das Leben zu sehen, auf Menschen und Dinge zu reagieren ist anders, weshalb er ein Außenseiter auf dem Schiff ist. Er ist so eine gute, positive Person, er sieht nur das Beste in jedem. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, ich wäre genauso – er ist sicherlich ein viel besserer Mensch, als ich es bin. Ich neige dazu, leicht zu stottern, wenn ich nervös bin, deshalb merke ich leicht, wenn er nervös wird, dann stammelt auch er. Und ich bin jung, das hilft auch, aber das wird nicht ewig so bleiben!”

Mark Padmore spielt den Kapitän Vere:

“Kapitän Vere ist gefangen zwischen dem absolut Bösen in John Claggart und dem absolut Guten in Billy Budd. Sein Charakter ist irgendwo dazwischen, er ist von beiden verunsichert.”

Die Geschichte wird aus Sicht des Kapitäns eines britischen Kriegsschiffs erzählt – verloren auf See und eingehüllt in Nebel – ein Symbol für Klaustrophobie und Isolation.

Mark Padmore:

“Kapitän Vere gesteht sich nur schwer ein, dass er eine unmögliche Liebe für Billy fühlt. Natürlich ist Homosexualität verboten, sie war auch in England zu der Zeit – 1951 als die Oper geschrieben wurde – verboten. Es gibt diesen Kodex, dass Liebe zwischen Männern nicht möglich ist, sie ist verboten, ein Tabu. Aber trotzdem gibt es sie.”

Das Glyndebourne Festival gibt es seit beinahe 80 Jahren. Es ist berühmt für die elegante Kleidung des Publikums und die üppigen Picknicks während der ausgedehnten Pausen.

Jacques Imbrailo:

“Ein Teil von Billys Charakter ist, dass er für das einsteht, was richtig ist. Für das Gute und das Richtige. Er ist fair. Ich glaube, er versteht, dass das Gesetz sagt, er muss sterben, weil er einen Mann getötet hat. Das passt zu seinem unschuldigen Charakter: Er hat ihn getötet, also ist das Urteil gerecht!”

Die Inszenierung von Billy Budd wurde von Sir Andrew Davies dirigiert, einem großen Bewunderer Benjamin Brittens:

“Brittens Opern werden über die Zeit bestehen. Sie werden noch in 100 Jahren aufgeführt werden und als die Meisterwerke, die sie sind, gelten. Die Leidenschaften und die Probleme, die entstehen, wenn Menschen unterschiedliche Charaktere haben, das war das Thema, von dem Britten immer besessen war.”

Für weitere Auszüge aus unserem Interview (in englischer Sprache) mit der britischen Lichtdesignerin Paule Constable, klicken Sie bitte auf den folgenden Link:
Paule Constable – interview extras

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