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Europas giftigster Fisch: Was tun, wenn das Petermännchen zusticht?

Petermännchen
Petermännchen Copyright  Photo by Luigi Frunzio on Unsplash
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Von FL
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Mit den steigenden Wassertemperaturen wächst an Nord- und Ostsee auch das Risiko einer schmerzhaften Begegnung mit dem Petermännchen. Der im Sand verborgene Fisch zählt zu den giftigsten Meeresbewohnern Europas, ja sogar zu den giftigsten Tieres Europas.

Mit Beginn der Badesaison warnen Experten vor dem Petermännchen, einem der giftigsten Fische Europas. Der unscheinbare Meeresbewohner hält sich bevorzugt im flachen Wasser auf und gräbt sich im Sand oder Schlick ein. Wer versehentlich auf ihn tritt, kann sich an den Giftstacheln schwer verletzen.

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Wer drauftritt, merkt es sofort

An den deutschen Küsten werden jedes Jahr etwa 30 bis 40 Menschen von einem Petermännchen gestochen. Der Stich verursacht meist sofort starke Schmerzen, die häufig heftiger ausfallen als nach einem Bienen- oder Wespenstich. Hinzu kommen Schwellungen, Rötungen und starke Gelenkschmerzen. In seltenen Fällen kann das Gift auch schwere allergische Reaktionen bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schock auslösen.

Das Gemeine Petermännchen lebt unter anderem in der Nordsee, der westlichen Ostsee sowie im Mittelmeer und im östlichen Atlantik. Während es aus dem Wattenmeer weitgehend verschwunden ist, kommt es in den Sommermonaten an den Küsten von Nord- und Ostsee regelmäßig vor. Besonders während der Laichzeit hält sich der Fisch in flachen Gewässern auf, wo sich die meisten Unfälle ereignen.

Gefährlich sind die Giftstacheln der ersten Rückenflosse sowie ein Dorn am Kiemendeckel. Das abgegebene Gift enthält unter anderem das Eiweiß Dracotoxin und den Botenstoff Serotonin. Es wird freigesetzt, sobald die Stacheln die Haut durchdringen, und kann neben starken lokalen Beschwerden auch Symptome wie Übelkeit, Fieber, Atemprobleme, Kreislaufbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen verursachen.

Was tun nach einem Stich?

Nach einem Stich sollte der Stachel möglichst umgehend entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Fachleute empfehlen anschließend, die Einstichstelle mit Temperaturen von mehr als 50 Grad zu behandeln, etwa mit heißem Wasser oder einem Föhn. Die Hitze kann die Eiweißbestandteile des Giftes zerstören. Danach sollte die betroffene Stelle gekühlt und ärztlich untersucht werden. Dabei wird auch überprüft, ob ein ausreichender Tetanusschutz besteht.

Um das Risiko eines Stichs zu verringern, raten Experten Badegästen zum Tragen von Badeschuhen, insbesondere beim Waten in flachen Küstengewässern. Angler sollten beim Umgang mit gefangenen Fischen Schutzhandschuhe verwenden. Auch Taucher und Schnorchler sollten Abstand zum Meeresboden halten, da sich Petermännchen häufig vollständig im Sand eingraben und kaum zu erkennen sind.

Das Petermännchen erreicht eine Länge von bis zu 53 Zentimetern. Es ist blau-gelblich gefärbt, besitzt auffällige, hoch stehende Augen und trägt seine giftige Rückenflosse im Normalfall flach am Körper. Erst bei Gefahr richtet der Fisch die Stacheln auf.

Petermännchen und andere Giftfische

Wer im Urlaub ans Rote Meer, den Indischen Ozean oder an den Pazifik fährt, sollte sich vor einem weiteren Giftfisch in Acht nehmen. Der Steinfisch gilt als der giftigste Fisch der Welt. Ein Stich kann für Menschen tödlich sein.

Ein Verwandter des Steinfischs ist der Rotfeuerfisch. Sein Gift kann bei Menschen mit Herzproblemen zum Tod führen. Es löst Muskelzuckungen aus und bringt lang anhaltende Schmerzen mit sich.

Der Echte Steinfisch kann sich nicht nur gut in Korallenriffen tarnen, er gehört zu den giftigsten Fischen überhaupt.
Der Echte Steinfisch kann sich nicht nur gut in Korallenriffen tarnen, er gehört zu den giftigsten Fischen überhaupt. Photo by David Clode on Unsplash

Dem Großen Roten Drachenkopf können Sie nicht nur beim sommerlichen Baden im Mittelmeer oder Atlantik begegnen. Auch in der echten Marseiller Bouillabaisse, einer Fischsuppe, ist er zu finden. Auch hier ist nach einem Stich mit Schmerzen, aber auch mit Kreislaufproblemen zu rechnen. Vor dem Verzehr werden die giftigen Stachelstrahlen an Rücken und After vorsichtig weggeschnitten.

Kugelfische sind ebenfalls giftig. Bei Gefahr blähen sich die Tiere zu einer kugelförmigen Gestalt auf, um Fressfeinde abzuschrecken. Besonders gefährlich werden Kugelfische jedoch als Delikatesse: Wird das japanische Gericht "Fugu" nicht fachgerecht zubereitet, kann das enthaltene Nervengift zu Atemlähmung oder Herzstillstand führen und tödlich enden.

Wer sich vor diesen Fischen schützen will, sollte beim Gang ins Meer auf Badeschuhe zurückgreifen. In Restaurants sollten Sie sich zuvor erkundigen, ob der Fisch fachgerecht zubereitet wird. So kann der Urlaub - zumindest mit Blick auf Stiche und Vergiftungen - schmerzfrei verlaufen.

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