Selenskyjs Besuch war der erste eines ausländischen Staats- oder Regierungschefs, seit Andy Burnham Keir Starmer im Amt nachfolgte. Er unterstreicht die entschlossene Unterstützung Londons für Kyjiw im Abwehrkampf gegen Russlands Angriffskrieg.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Montag den neu ernannten britischen Premierminister Andy Burnham auf einem Marinestützpunkt in Großbritannien getroffen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen eine gemeinsame Produktion von Drohnen sowie der dringende Bedarf der Ukraine an Abfangsystemen für ballistische Raketen, um sich gegen die zunehmend heftigen russischen Angriffe zu schützen. Das Treffen fand an Bord des Flugzeugträgers HMS Queen Elizabeth im südenglischen Portsmouth statt.
"Sie sind die erste Führungspersönlichkeit, die ich seit meinem Amtsantritt persönlich empfange – und das ist kein Zufall", sagte Burnham zu Selenskyj. "Damit wollen wir eine klare Botschaft senden: Wir stehen zu 100 Prozent an der Seite der Ukraine. Ich persönlich stehe zu 100 Prozent an Ihrer Seite und werde jede Zusage, die dieses Land der Ukraine gemacht hat, vollständig erfüllen." Selenskyj erklärte, die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien "stärker denn je".
Burnham betonte, man habe „ausführlich darüber gesprochen“, dass Kyjiw mehr Abfangsysteme benötige, um russische ballistische Raketen abzufangen – "vor allem mit Blick auf den Schutz kritischer nationaler Infrastruktur in den Wintermonaten".
"Wir nehmen aus diesem Gespräch einige Punkte mit, die wir nun gemeinsam mit unseren Partnern weiterverfolgen werden", sagte Burnham nach dem Treffen. Russland hat seine Angriffe auf Gasinfrastruktur, Stromanlagen und andere kritische Einrichtungen in diesem Jahr deutlich verstärkt. Die breit angelegte Offensive soll die ukrainische Logistik und Energieversorgung weiter unter Druck setzen.
Selenskyj erklärte in einem Beitrag auf X, die Gespräche hätten sich auch auf die "gemeinsame Rüstungsproduktion" konzentriert. Großbritannien und die Ukraine haben bereits eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Drohnen geschlossen. Gegenüber britischen Medien sagte Selenskyj vor dem Treffen, er hoffe, in Großbritannien eine "große, große Fabrik" errichten zu können.
Die beiden Staats- und Regierungschefs trafen zudem mehr als 200 ukrainische Soldaten, die derzeit in Großbritannien an einer dreiwöchigen Ausbildungsübung teilnehmen. Das Training soll ihre Gefechtsfähigkeit verbessern und die Fähigkeiten zur Minenabwehr im Schwarzen Meer stärken. Das Treffen fand nur einen Tag vor Selenskyjs erwartetem Besuch in Washington statt. Dort soll er US-Präsident Donald Trump treffen, um über die aktuelle Lage im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu sprechen, der inzwischen im fünften Jahr andauert.