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Weißes Haus rüstet sich für heikle Gespräche mit Selenskyj und Netanjahu

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Von Simon Ormiston
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Die beiden Treffen machen Washingtons außenpolitischen Balanceakt sichtbar: In der Ukraine wirbt es um Frieden, im Nahen Osten treibt es Militäreinsätze voran.

US-Präsident Donald Trump empfängt am Dienstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu aufeinanderfolgenden Gesprächen im Weißen Haus. Dabei steht seine Regierung vor einer außenpolitischen Bewährungsprobe: Sie will den Verlauf der Konflikte in Europa und im Nahen Osten beeinflussen.

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Zunächst trifft Trump Selenskyj, der sich weitere Unterstützung der USA für Kyjiw sichern will - mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine. Anschließend kommt Netanjahu zu seinem ersten persönlichen Gespräch mit dem US-Präsidenten seit Beginn des Krieges mit Iran. Das Verhältnis zu Teheran dürfte die Gespräche maßgeblich prägen.

Die Treffen fallen in eine entscheidende Phase von Trumps Außenpolitik. Washington versucht, diplomatische Initiativen wiederzubeleben, greift zugleich aber zunehmend militärisch in Konflikte ein.

Vor Selenskyjs Besuch haben Russland und die Ukraine ihre Angriffe über große Entfernungen verstärkt. Nach Angaben russischer Behörden richteten sich in der Nacht mehr als 390 ukrainische Drohnen gegen die Region Moskau. Dabei seien Wohnhäuser beschädigt worden.

“Wir bereiten uns auf ein Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und seinem Team vor”, sagte Selenskyj. Er hoffe, dass Washington “die Ukraine weiter unterstützen wird und wir diesen Krieg mit einem würdevollen Frieden beenden können”.

Trump und Selenskyj trafen sich Anfang des Monats am Rande des NATO-Gipfels in Ankara in der Türkei. 8. Juli 2026.
Trump und Selenskyj trafen sich Anfang des Monats am Rande des NATO-Gipfels in Ankara in der Türkei. 8. Juli 2026. AP Photo

Das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj war in der Vergangenheit häufig angespannt. In den vergangenen Wochen hat der US-Präsident gegenüber seinem ukrainischen Amtskollegen jedoch einen versöhnlicheren Ton angeschlagen. Seit seiner Rückkehr ins Amt im vergangenen Jahr hat Trump direkte US-Waffenlieferungen an Kyjiw weitgehend eingestellt. Stattdessen setzt seine Regierung auf das PURL-Programm: Europäische Staaten kaufen US-Waffensysteme und geben sie anschließend an die Ukraine weiter. Washington stellt weiterhin Geheimdienstinformationen bereit und ermöglicht den ukrainischen Streitkräften den Zugang zum Satellitenkommunikationsnetz Starlink.

Im Anschluss empfängt Trump Netanjahu. Beide wollen ihre jüngsten öffentlichen Differenzen über den Iran-Konflikt überwinden. Das Verhältnis hatte sich zu Jahresbeginn während der Waffenstillstandsverhandlungen eingetrübt, nachdem Trump den israelischen Regierungschef öffentlich kritisiert hatte. Seither bemühen sich beide Seiten, die Spannungen herunterzuspielen.

“Das ist eine große Verantwortung”, sagte Netanjahu vor seiner Abreise aus Israel. “Wir werden alle Punkte auf der Tagesordnung besprechen, allen voran Iran. Unser Ziel ist selbstverständlich, unsere Sicherheit zu gewährleisten und den Kreis des Friedens um uns herum zu erweitern.”

Im Mittelpunkt des Treffens dürfte der Krieg mit Iran stehen. Washington dringt darauf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Auf der Agenda stehen außerdem die Umsetzung eines von den USA unterstützten Abkommens zwischen Israel und Libanon sowie neue Initiativen für den Wiederaufbau des Gazastreifens.

Diese Vorhaben liegen seit fast drei Jahren auf Eis: seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der anschließenden, jahrelangen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen.

Weitere Quellen • AFP

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