Eine Schlachttrompete, ein Wildschweinkopf aus Bronze und weitere Gegenstände aus der Eiszeit sind bei einer archäologischen Routineausgrabung in West-Norfolk gefunden worden.
In West-Norfolk ist eine bemerkenswerte Sammlung eisenzeitlicher Artefakte ausgegraben, die ein neues Licht auf die alte britische Kultur wirft.
Der Schatz, der bei einer archäologischen Routinegrabung von Pre-Construct Archaeology entdeckt wurde, umfasst eine fast vollständige eisenzeitliche Schlachttrompete, eine so genannte Carnyx, und Teile einer anderen.
Diese Bronzeinstrumente mit Tierköpfen wurden von keltischen Stämmen in ganz Europa verwendet, um die Krieger im Kampf anzuspornen, und faszinierten die Römer, die sie häufig als Kriegstrophäen abbildeten. Der Schatz enthält außerdem einen Wildschweinkopf aus Bronzeblech, der ursprünglich von einer Militärstandarte stammt, fünf Schildbuckel und ein Eisenobjekt unbekannter Herkunft.
Bemühungen um die Erhaltung
Nach Ansicht von Dr. Fraser Hunter, Kurator für Eisenzeit und Römerzeit an den National Museums Scotland, wird dieser seltene Fund unser Verständnis dieser Epoche enorm erweitern: "Die vollständige Erforschung und Konservierung dieser unglaublich zerbrechlichen Überreste wird unser Bild von Klang und Musik in der Eisenzeit neu gestalten."
"Die Carnyces und die Eberstandarte sind auf dem Kontinent wohlbekannte Stile und erinnern uns daran, dass die Gemeinschaften in Großbritannien zu dieser Zeit gut mit der weiten europäischen Welt verbunden waren", fügte er hinzu.
Nach der Entdeckung wurden die Objekte vorsichtig aus einem Erdblock gehoben und zunächst gescannt, um ihre Position zu ermitteln. Konservierungsexperten des Norfolk Museums Service nahmen dann jedes Objekt für eine erste Untersuchung mit. Die Gegenstände befinden sich in einem fragilen Zustand und müssen erst umfassend stabilisiert werden, bevor eine detaillierte Untersuchung beginnen kann.
"Dieser Fund ist eine eindrucksvolle Erinnerung an die eisenzeitliche Vergangenheit von Norfolk, die die britische Öffentlichkeit noch immer fasziniert", sagte Dr. Tim Pestell, leitender Kurator für Archäologie beim Norfolk Museums Service. "Der Norfolk Carnyx Hoard bietet Archäologen die einmalige Gelegenheit, eine Reihe seltener Objekte zu untersuchen und schließlich die Geschichte zu erzählen, wie diese vor zweitausend Jahren in der Grafschaft vergraben wurden."
Da es sich bei dem Fund um zwei oder mehr prähistorische Gegenstände aus unedlem Metall handelt, die aus demselben Fundort stammen, wurde er dem Gerichtsmediziner als potenzieller Schatz im Sinne des Treasure Act 1996 gemeldet. Der Fall liegt derzeit beim Gerichtsmediziner, der Anfang 2026 über den rechtlichen Status des Fundes entscheiden wird. Diese Entscheidung wird über die nächsten Schritte für die Zukunft des Schatzes entscheiden.
Historic England arbeitet mit Pre-Construct Archaeology, dem Norfolk Museums Service und dem National Museum of Scotland zusammen, um die Forschung und Konservierung zu koordinieren. Wo die Objekte langfristig untergebracht werden sollen, ist noch nicht entschieden.