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Italiens „Tutanchamuns Grab“: Archäologen feiern Fund der einzigen Vitruv-Basilika

Archäologen entdeckten bei Ausgrabungen in Fano in den Marken einen archäologischen Schatz.
Bei Ausgrabungen in Fano in der Region Marken entdeckten Archäologen einen archäologischen Schatz. Copyright  Italy's Ministry of Culture
Copyright Italy's Ministry of Culture
Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am
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Die neu freigelegte Basilika ist das einzige Bauwerk, das sich eindeutig Marcus Vitruvius Pollonius zuschreiben lässt. Er gilt als Begründer westlicher Baukunst.

Archäologen in Italien haben die Überreste einer 2.000 Jahre alten Basilika freigelegt, entworfen vom bahnbrechenden antiken römischen Architekten Vitruv.

Italiens Kulturminister Alessandro Giuli verglich den Fund mit der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns und sagte, es sei „etwas, worüber unsere Enkel sprechen werden“.

Den archäologischen Schatz fanden Fachleute bei Ausgrabungen für die Neugestaltung der Piazza Andrea Costa in der Stadt Fano in der Region Marken. Die Forschenden konnten das Bauwerk eindeutig als Entwurf Vitruvs identifizieren, nachdem sie Säulen entdeckt hatten, die direkt seiner Beschreibung entsprachen.

Wiederentdeckung einer verschollenen Basilika

Die neu freigelegte Basilika ist das einzige Bauwerk, das Marcus Vitruvius Pollonius, einer prägenden Figur der westlichen Architektur, eindeutig zugeschrieben wird.

Vitruvs „De Architectura“ (Zehn Bücher über Architektur) ist die einzige vollständig erhaltene Abhandlung über Architektur aus der Antike und gilt als erstes Buch der Architekturtheorie.

Seine Lehre über die klassischen Proportionen von Bauwerken prägte die Kunst über Jahrhunderte, auch bei Leonardo da Vinci, dessen ikonische Zeichnung des menschlichen Körpers als der Vitruvianische Mensch bekannt ist.

Vitruv, der im ersten Jahrhundert v. Chr. in Fanum Fortunae (heute Fano) lebte, erwähnte die Basilika in seinem grundlegenden Text ausdrücklich. Er beschrieb sie als majestätisches öffentliches Gebäude für Rechtsprechung und Geschäfte.

Doch der Standort ging mit der Zeit verloren und wurde zum Rätsel. Über Jahrhunderte suchten Gelehrte und Archäologen nach Spuren.

„Seit mehr als 2.000 Jahren warten wir auf diese Entdeckung“, sagte Fanos Bürgermeister Luca Serfilippi bei der Präsentation des Fundes.

„Heute in Fano wurde ein grundlegendes Teil des Mosaiks gefunden, das die tiefste Identität unseres Landes bewahrt“, ergänzte Giuli auf der Konferenz. „Die Geschichte der Archäologie und der Forschung teilt sich nun in ein Davor und Danach dieser Entdeckung.“

„Etwas Außergewöhnliches für die Stadt Fano“

Die Behörden sagen, der Fund werde Fano in den Marken international ins Rampenlicht rücken, eine der weniger bekannten Regionen Italiens.

„Dieser bemerkenswerte Fund ist wirklich etwas Außergewöhnliches in der Geschichte der Archäologie, der Architektur und in der Morphologie der Stadt Fano“, sagte Giuli.

„In den kommenden Monaten und Jahren werden wir die Bedeutung dieses außergewöhnlichen Fundes erkennen. Zugleich wächst das öffentliche Bewusstsein für Schutz, Erhalt und archäologische Forschung an Orten wie Fano.“

Die Stadt hat ein Vitruvianisches Studienzentrum, das laut Serfilippi seit mehr als 30 Jahren daran arbeitet, die Figur Vitruvs zu fördern.

Francesco Acquaroli, Präsident der Region Marken, sagte: „Uns ist der Wert dieses Erbes voll bewusst, nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem in Bezug auf Tourismus und Kultur.“

Die Untersuchungen am Baugelände gehen weiter. Ziel ist, zu klären, wie viel von der Basilika noch freigelegt werden kann und ob die Stätte für die Öffentlichkeit geöffnet wird.

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