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200 v. Chr: Antiker Knochen eines Kriegselefanten in Südspanien entdeckt

Hannibal überquert die Alpen; Detail eines Freskos von Jacopo Ripanda, um 1510, Palazzo dei Conservatori (Kapitolinisches Museum), Rom
Hannibal überquert die Alpen; Detail eines Freskos von Jacopo Ripanda, um 1510, Palazzo dei Conservatori (Kapitolinisches Museum), Rom Copyright  By © José Luiz Bernardes Ribeiro, CC BY-SA 4.0
Copyright By © José Luiz Bernardes Ribeiro, CC BY-SA 4.0
Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Hannibal führte 218–201 v. Chr. den Zweiten Punischen Krieg gegen Rom. Berühmt wurde er durch seine Alpenüberquerung und den 16-jährigen Feldzug gegen Italien, der Rom an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Nun wurde ein Knochen entdeckt, der von Hannibals Kriegselefanten stammen könnte.

Ein rund 2.200 Jahre alter Knochen, der in Spanien ausgegraben wurde, könnte laut einer neuen Studie von einem der Kriegselefanten Hannibals stammen, die während des Zweiten Punischen Kriegs eingesetzt wurden.

Das etwa Baseball-große Relikt, der in der Nähe der südspanischen Stadt Córdoba gefunden wurde, könnte den einzigen direkten Beleg für die Kriegselefanten des karthagischen Feldherrn darstellen. Die Studie wurde in der Februarausgabe des Journal of Archaeological Science: Reports veröffentlicht.

Mit Elefanten über die Alpen

Der geschichtlichen Erzählung nach marschierten 37 Dickhäuter mit Hannibal und seiner Armee über die gesamte Iberische Halbinsel, über die Pyrenäen nach Südgallien, durch die Alpen und schließlich nach Italien, um Rom anzugreifen.

Bisher gab es keinen derartig konkreten Hinweis auf ihren Marsch, nur mutmaßlich aufgewühlte Erde und kleinere Spuren, die die riesigen Tiere beim Überqueren eines Alpenpasses an der heutigen Grenze zwischen Frankreich und Italien hinterließen.

"Der Knochen könnte sich als bahnbrechend erweisen", sagte Rafael Martínez Sánchez, Archäologe an der Universität Córdoba und Erstautor der Studie, dem Magazin Live Science. "Bislang gab es keinen direkten archäologischen Nachweis für den Einsatz dieser Tiere."

Der rätselhafte Knochen war bereits 2019 ausgegraben worden und hatte den Wissenschaftlern zunächst Kopfzerbrechen bereitet, weil er keinem einheimischen Tier zugeordnet werden konnte. Erst Jahre später erkannte man ihn als rechten Karpalknochen eines Elefanten – dem Sprunggelenk des Vorderbeins.

Römer nutzten alte Keltensiedlungen

Der Knochen wurde bei archäologischen Ausgrabungen in einem südspanischen Dorf entdeckt, in einer Erdschicht, die mithilfe der Radiokohlenstoffmethode auf etwa 2.250 Jahre datiert wurde – also auf eine Zeit vor der römischen Kontrolle der Region um 150 v. Chr. Die Römer nannten solche befestigten Siedlungen Oppida, sie wurden vorher von den Kelten genutzt und waren oft auf Hügeln angelegt. Dieses Dorf lag jedoch an einer Flussbiegung.

Karthago, ein antiker Stadtstaat an der Küste des heutigen Tunesien, entstand einst als phönizische Kolonie und war besonders für seine mächtige Flotte gefürchtet. Auch die Armeen Karthagos waren stark: In den ersten beiden Punischen Kriegen gegen die Römische Republik setzte man gezielt Kriegselefanten ein, um die Kontrolle über strategisch wichtige Regionen im westlichen Mittelmeerraum zu sichern.

Martínez Sánchez erklärte, dass es derzeit nicht möglich sei zu bestimmen, ob es sich bei dem Tier um einen Asiatischen Elefanten handelte – die Art, die der griechische König Pyrrhus von Epirus, bekannt für seinen namensgebenden "Pyrrhussieg", etwa 280 v. Chr., zehn Jahre vor dem Ersten Punischen Krieg, gegen die Römer einsetzte, als er Süditalien unterstützte. Pyrrhus stammte aus Epirus, einem antiken griechischen Königreich im Nordwesten des heutigen Griechenlands/Albanien. (Ein Pyrrhussieg ist ein Erfolg, bei dem die Kosten den Gewinn fast aufheben. Berühmt ist der Ausspruch von Pyrrhus : "Noch so ein Sieg, und wir sind verloren.")

Es könnte sich bei dem Fund auch um eine heute ausgestorbene Art afrikanischer Elefanten handeln, die damals von den Karthagern bevorzugt als Kriegstiere gehalten und zu diesem Zweck nach Spanien gebracht wurde.

Fest steht: Der Knochen ist ein seltenes Relikt aus den Punischen Kriegen und ein anschauliches Zeugnis der gewaltigen Kriegselefanten, die einst über die Iberische Halbinsel zogen.

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