Die erste Lieferung mit Medizinprodukten ist in Havanna angekommen, weitere Tonnen mit Hilfsgütern sollen folgen. Das Gesundheitssystem auf der Insel ist so gut wie kollabiert.
Die ersten Pakete internationaler humanitärer Hilfe auch aus Europa sind in Kuba eingetroffen, es handelt sich um fünf Tonnen medizinischer Hilfsgüter. Eine Gruppe von 100 europäischen Aktivisten verteilt sie an Krankenhäuser.
Das US-Ölembargo hat Kubas einst als vorbildlich angesehenes Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.
Luis Eduardo Martin, Direktor des Instituts für Onkologie und Radiobiologie in Havanna, bedankt sich: "Diese Spende ist äußerst wertvoll, da es derzeit genau an diesen Hilfsgütern und Medikamenten mangelt. Diejenigen, die uns diese Energieblockade auferlegen, wollen verhindern, dass wir Zugang zu ihnen erhalten; dies wirkt sich direkt auf die Patienten aus."
Es gibt kaum noch Benzin auf der Insel und zuletzt waren die elf Millionen Einwohner in ganz Kuba von einem tagelangen Stromausfall betroffen. Die Regierung hatte drastische Maßnahmen zur Einsparung von Treibstoffen angekündigt. Denn auch zur Erzeugung von Elektrizität wird auf Kuba Öl benötigt.
Druck der USA auf Kuba
Die kubanische Regierung hat Widerstand gegen die Drohungen von US-Präsident Donald Trump angekündigt, der offenbar einen Umsturz ähnlich dem Muster von Venezuela plant.
Aktivisten der Organisation NUESTRA AMERICA sind aus mehreren EU- und lateinamerikanischen Ländern sowie aus der Türkei nach Kuba gereist. Sie wollen insgesamt 20 Tonnen Hilfsgüter auf dem Luft- und Seeweg auf die Insel bringen.
Kubanische Staatsmedien berichten von eine geplanten Lieferung aus Chile.
Zudem reisen 140 Freiwillige – darunter Ärzte, Anwälte und Aktivisten – mit 2,8 Tonnen medizinischen Produkten von Miami nach Havanna.
Seit der Corona-Pandemie befindet sich Kuba in einer anhaltenden Wirtschaftskrise. Diese wird durch die Aussetzung der Öllieferungen aus Venezuela weiter verschärft.